Schlingnatter
Ein seltenes Bild eine Schlingnatter offen auf einer Mauer.

Dokument: ZS 00005

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Schlingnatter (Coronella austriaca)

Klasse Reptilien (Reptilia)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)

Autor: Marc Zschaler
Mail: Marc Zschaler@natur-lexikon.com
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Allgemeines:
Die Schlingnatter ist eine kleine, ungiftige (!) und harmlose Schlange.

Die Schlingnatter gehört, obwohl sie weit verbreitet und gar nicht so selten ist, wohl zu den unbekanntesten einheimischen Wirbeltieren.

Sie besitzt eine graue Grundfarbe. Die Kopfoberseite ist in einem Dunkleren Grau eingefärbt. An der Kopfseite zieht sich eine dunkle Binde von der Schnauzenspitze über das Auge zum Mundwinkel bis zum Hals. Auf dem Rücken besitzt sie meist dunklere Flecken, die sich auf beiden Seiten abwechseln. Dieses Muster führt aus Unkenntnis immer wieder zu Verwechslungen mit der Kreuzotter. Sie besitzt große Kopfschuppen und das Auge hat eine runde Pupille.
(Die Kreuzotter besitzt eine viel kräftigere Zeichnung in Zickzackform, eine kantigen, abgesetzten Kopf, und eine schlitzförmige, senkrechte Pupille).

Schlingnatter züngelt
Eine züngelnde Schlingnatter, mit der gut zu erkennenden runden Pupille.

Verbreitung:
Die Schlingnatter kommt von Nordwestspanien über Italien, Griechenland, die Nordtürkei bis zum Nordiran vor. Im Norden erreicht sie einen Teil von Südengland, Süddänemark, Südschweden und einen Teil von Südfinnland und den europäischen Teil von Russland.

Lebensraum:
Die Schlingnatter besiedelt meist trockene Lebensräume, die sehr oft steinige Elemente enthalten, also brüchige Felsen, Geröllhalden, Steinbrüche und insbesondere Mauern, besondern die unverfugten Mauern der Weinberge. In den nördlichen Verbreitungsgebieten lebt sie auch in sandigen Heidegebieten.


Lebensweise:
Die Schlingnatter lebt sehr versteckt und ist kaum ein mal offen zu sehen. Sie "sonnt" sich meist indirekt unter flachen Steinen, durch deren Erwärmung oder man sieht nur eine Körperschlinge in einer Mauerspalte und der restliche Körper liegt noch tiefer in der Mauer.

Die Nahrung der Schlingnatter besteht aus Eidechsen, Blindschleichen und kleinen Schlangen. Ob sie auch Jungmäuse in den Mäusebauten frisst ist umstritten.

Das Weibchen bringt lebende Junge zur Welt. Dabei platzt die Eihaut, des bis zu Reife im Mutterleib ausgetragenen Jungtieres während des Geburtvorgangs auf (Ovoviviparie). Der Embryo ernährt sich vom eigenen Eidotter und wird vom Mutterorganismus nur mit Sauerstoff versorgt.

Schlingnatter Weibchen
Ein trächtiges Schlingnatterweibchen.

Literatur:
Arnold, Edwin N.: Pareys Reptilien- und Amphibienführer Europas, Verlag Paul Parey, Hamburg, Berlin
Gruber, Ulrich: Die Schlangen Europas und rund ums Mittelmeer. Kosmos, Franckh'sche Verlagshandlung W. Keller & Co., Stuttgart.



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Schlingnatter

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