Smaragdeidechse im Gras
Ein Männchen der Westlichen Smaragdeidechse im Nahetal.

Dokument: ZS 00003

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Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) Östliche Smaragdeidechse (Lacerta viridis)

Klasse: Reptilien (Reptilia)
Familie: Echte Eidechsen (Lacertidae)

Autor: Marc Zschaler
Mail: Marc Zschaler@natur-lexikon.com
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Allgemeines:
Die Smaragdeidechsen wurden in einer Untersuchung von 1991 in zwei unterschiedliche Arten aufgeteilt. So gehören die Populationen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zur Westlichen Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), die Populationen in Brandenburg und Bayern gehören zur Östlichen Smaragdeidechse (Lacerta viridis).

Äußerlich lassen sich die Arten praktisch nicht unterscheiden, die Blaufärbung der Kehlen der Männchen der Östlichen Art soll deutlicher sein.

Die Färbung der Smaragdeidechsen ist leuchtend Grün, insbesondere die Männchen besitzen eine feine Punktierung aus schwarzen Schuppen, die das Grün noch verstärken. Die Weibchen sind entweder ganz grün oder besitzen auch braune Farbanteile und öfters auch zwei mehr oder weniger deutliche Längsstreifen.

Smaragdeidechse nah
Ein Weibchen der Westlichen Smaragdeidechse im Mittelrheintal

Die Kopf-Rumpflänge beträgt bis 13 cm. Der Schwanz ist oft mehr als doppelt so lang.

Die Westliche Smaragdeidechse kommt von Nordwestspanien bis zu den Kanalinseln im Norden vor. Weiter über Mittelfrankreich bis zu den Vogesen. In Deutschland ist die Verbreitung nur inselartig entlang des Rheins (Kaiserstuhl, Nahe, Mittelrhein, Mosel, Aar). Dazu kommt noch die Schweiz und ganz Italien inklusive Siziliens.

Die Östliche Smaragdeidechse kommt von der Passauer Gegend über Tschechien, Südpolen bis Südwestrussland und die gesamte Balkanhalbinsel vor. Zusätzlich noch auf einigen Griechischen Inseln und eine isolierte Population in Brandenburg.

Lebensraum:
Die Smaragdeidechse bewohnt offene Landschaften mit viel Freiflächen, dort dann aber am Rande von dichter Vegetation und Gestrüpps, in Weinbaugebieten, an Bahndämmen, Wegrändern und Mauern. Im Süden ist sie immer mehr an feuchte Lebensräume Gebunden. Sie steigt im Gebirge bis auf 1800 m Höhe.

SmaragdeidechseEin Pärchen der Westlichen Smaragdeidechse am Kaiserstuhl

Lebensweise:
Bald nach der Winterruhe im März, beginnt die Paarungszeit in der die Männchen Territorien beziehen und diese gegen andere Männchen oft in heftigen Kämpfen verteidigen.

Nach der Paarung werden die meist 10 - 15 Eier vom Weibchen in selbstgegrabenen Röhren vergraben. Die Jungen schlüpfen meist im August. Die Smaragdeidechsen sind meist bodenbewohnend, können aber auch sehr gut klettern und springen und erklettern so bei der Jagd auf Insekten auch Büsche und Mauern.

Die Nahrung besteht fast ausschließlich aus Insekten und Spinnen, es werden aber auch gelegentlich Eier, Nestlinge, Jungmäuse oder Jungreptilien erbeutet.

Literatur:
Arnold, Edwin N.: Pareys Reptilien- und Amphibienführer Europas, Verlag Paul Parey, Hamburg, Berlin
Rykena, Silke 1991 Kreuzungsexperimente zur Prüfung der Artgrenzen im Genus Lacerta sensu stricto. - Mitt. Zool. Mus. Berlin, 67 (1): 55-68.
Amann, Toni et al. 1997 Zur artlichen Trennung von Lacerta bilineata (DAUDIN, 1802) und L. viridis (LAURENTI, 1768). - Salamandra, Rheinbach, 33 (4): 255-268.



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Smaragdeidechse

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