Waldeidechse
Eine männliche Waldeidechse.

Dokument: ZS 00001

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Waldeidechse (Zootoca vivipara)

Klasse: Reptilien (Reptilia)
Familie: Echte Eidechsen (Lacertidae)

Autor: Marc Zschaler
Mail: Marc Zschaler@natur-lexikon.com
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Allgemeines:
Die Waldeidechse ist einer der häufigeren einheimischen Reptilien. Sie ist Ausgewachsen die kleinste einheimische Eidechse. Die Kopfrumpflänge beträgt bis 6,5 cm, dazu kommt der Schwanz in eine Länge von 8-10 cm.

Die Eidechsen sind in verschiedenen Brauntönen gefärbt. Von hellbraunbeige über kupferrotbraun bis schwarzbraun. Die Zeichnung der Tiere ist sehr variabel. Die Weibchen haben meist zwei dunkle Seitenstreifen und einen dunklen Rückenstreifen, dieser ist bei den Männchen oft mehr oder weniger aufgelöst. Dazu kommen einige strichförmige Flecken oder kleine oder größere runde Flecken oder Augenflecken.

Die Bauchseite ist bei den Weibchen Beige oder Hellbraun mit keinen oder wenigen Punkten. Die Männchen zeigen eine kräftige Färbung der Unterseite von Dottergelb bis Tiefrot mit zahlreichen schwarzen Punkten und Flecken. Die Kehle und der Hals sind in der Regel hellgrau.

Die Jungtiere sind fast einheitlich Schwarzbraun gefärbt. Die Färbung hellt sich dann mit zunehmenden Alter mehr oder weniger auf. In Moorgebieten und im Hochgebirge treten auch häufiger ganz Schwarze Tiere auf.

Das sogenannte Halsband - eine Reihe großer Schuppen an der Unterseite des Halses - ist gezackt.

Der Körper ist wenig abgeflacht, der Kopf ist eher kurz und Rundlich.

Verbreitung:
Die Waldeidechse kommt im gesamten Nord- und Mitteleuropa, bis zum Nordkap und inklusive der Britischen Inseln vor. In Spanien kommt sie nur in den nördlichen Gebirgen und den Pyrenäen vor In Südfrankreich fehlt sie im Flachland. In Italien kommt sie nur in den Alpen und ihren Vorbergen vor. Auf dem Balkan besiedelt sie ebenfalls nur die Höhenlagen und kommt so bis Mazedonien und Bulgarien vor. Sie fehlt im Tiefland um das Schwarze Meer. Ihre Verbreitung erstreckt sich weiter über das gemäßigte N-Asien bis zum Pazifik.

Lebensraum:
Die Lebensräume, die die Waldeidechse besiedelt, sind häufig kühl und feucht, also in erster Linie Wälder, hier bewohnt sie Lichtungen, Kahlschläge, Schneisen und Wegränder, sie kommt aber auch in Mooren und Heiden vor.

Sie kommt in den Alpen bis auf 3000 m Höhe vor. Deswegen wird sie auch noch Berg- oder Mooreidechse genannt.

Waldeidechse Paar
Ein Pärchen Waldeidechse

Lebensweise:
Die Waldeidechse ernährt sich überwiegend von Insekten, Spinnen und Würmern. Die Waldeidechse ist ein bodenbewohnendes Tier, das eher selten klettert. Die Tier zeigen beim Sonnen ein starke Präferenz für Altholz, also Totholz, Holzhaufen, Baumstümpfe, auch auf Bohlenwegen, Uferstegen und Holzbrücken.

Die Waldeidechse zeigt sich nach der Winterruhe, oft schon Mitte Februar, im Freien. In der Paarungszeit ist die Färbung der Männchen intensiver und Kontrastreicher.

Nach der Paarung trägt das Weibchen die befruchteten Eier bis zur Schlupfreife aus. Hierbei werden aber die Embryonen aber nicht vom Mutterorganismus versorgt, sondern ernähren sich vom eigenen Dotter innerhalb ihrer Eihülle. Wenn die Jungtiere voll entwickelt sind, kommt es zur Geburt bei der die Eihülle aufplatzt und die Jungen sofort selbstständig ihr Leben beginnen.

Diese Art der Jungenentwicklung nennt man Ovovivipari und kommt bei einheimischen Reptilien auch bei der Blindschleiche, der Schlingnatter und der Kreuzotter vor.

Die Anzahl der Jungen ist vom Alter und der Größe des Weibchens anhängig und betragt 3-15. Die trächtigen Weibchen können dabei beträchtlich an Leibesumfang zunehmen.

Waldeidechse Jungtier

Ein wenige Tage altes Jungtier

Der alte wissenschaftliche Name lautet "Lacerta vivipara".

Literatur:
Arnold, Edwin N.: Pareys Reptilien- und Amphibienführer Europas, Verlag Paul Parey, Hamburg, Berlin



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