Holunder

Schwarzer Holunder, Holler (Sambucus nigra)

Familie: Geissblattgewächse (Caprifoliaceae)

Autor: Walter J. Pilsak
Mail: walter.pilsak@gmx.de
Website: www.pilsak.de

Dokument: WP 00027

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Kurzbeschreibung:
Strauch oder Baum

Wuchsform:
Der Holunder kommt meist als Strauch, seltener als kleiner Baum vor. Seine Borke ist tief gefurcht und korkig

Holunder Früchte

Blätter:
Die Blätter bestehen aus 5 eiförmig-elliptischen, zugespitzten 10 bis 15 cm langen Blättchen.

Blüten:
Die Blüten sind gelblichweiße stark duftende Doldentrauben, aus denen sich die schwarz glänzenden Früchte entwickeln.

Verschiedenes:
Der Schwarze Holunder kommt fast in ganz Europa, Westsibirien, Anatolien und Nordwestafrika vor. Der Strauch oder Baum kann bis über 10 Meter hoch werden. Man findet ihn noch heute in vielen Dörfern. Meist wächst er neben Scheunen oder an Wegrändern. An alten Exemplaren wächst oft das sogenannte Judasohr, ein hervorragender Speisepilz.

Naturapotheke Holunderbeerbaum
Der „Schwarze Holunder“ ist eine der vielseitigsten Heilpflanzen. Alles wurde in Großmutters Zeiten von diesem Baum verwendet. Ob es nun die Blätter, Blüten, die Rinde oder aber die Früchte waren. Jeder Teil dieser Pflanze wurde gegen ein anderes Krankheitsleiden als Heilmittel angewendet. Die Liste der Krankheiten reichte dabei von der Magenverstimmung, Husten, Halsschmerzen, Grippe, Gelenkrheumatismus, Nierenentzündung, Augenentzündung bis zu Darmkrämpfen und Ischias. Auf Grund dieser vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten wurde der Baum früher auch als „Herrgottsapotheke“ bezeichnet. Für die meisten unserer Großeltern stellte der „Schwarze Holunder“ auf dem Lande deshalb eine vielfältige und billige Naturapotheke dar. Dies galt vor allem für abgelegene Bergbauern, die der Baum das ganze Jahr über mit verschiedenen Heilmitteln versorgte und so in den meisten Fällen den Arzt ersetzte. Man sagte früher deshalb auch: „Vor diesem Strauch soll man den Hut abnehmen“.

Aberglaube und Brauchtum
Der „Schwarze Holunder“ spielt auch im Aberglauben sowie in den Sagen und Märchen unseres Volkes eine große Rolle. Er galt in alter Zeit auch als Abwehrmittel gegen Zauberei, Pestilenz und Hexen. Man glaubte, durch ihn Schutz vor Feuer und Blitzschlag zu erhalten. Aus diesem Grund pflanzte man den „Schwarzen Holunder“ wohl auch meist in die Nähe von Scheunen.


LITERATUR
BLV Naturführer Bäume u.Sträucher / K.Harz / München
Bäume u.Sträucher / Jean-Denis Godet / Augsburg 1987
Bäume u.Sträucher im Garten / R.Hansen u. F.Stahl / Ulm 1980
Unsere Bäume / K.Schnelting / München 1992
So stirbt der Wald / München 1985
Die Heilkraft der Bäume / K.Allgeier / München 1986
Rettet den Wald / H.Stern / München 1979
Deutschlands alte Bäume / S.Kühn, B.Ulrich, U.Kühn / München 2003



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Schwarzer Holunder

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