Großer Wasserschlauch

Grosser Wasserschlauch (Utricularia vulgaris)

Familie: Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae)

Autor: Walter J. Pilsak
Mail: walter.pilsak@gmx.de
Website: www.pilsak.de

Dokument: WP 00015

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Beschreibung: Fleischfressende Pflanze
Freischwimmende grüne Pflanze mit goldgelben Blüten. An den Blättern befinden sich blasenartige, 1,5 mm lange Insektenfallen (Schläuche)

Verbreitung:
In stehenden, nährstoffreichen und kalkarmen, warmen Gewässern. An idealen Standorten kommt die Pflanze oft in größeren Beständen vor.

Verschiedenes:
Man sieht es der gelb blühenden Blume nicht an, dass sie ganz gierig auf Kleinkrebse und andere Kleintiere ist. Der Wasserschlauch hat dazu eine besondere Methode entwickelt. Er hat fein zerteilte Blätter, an denen sich Fangblasen befinden. Mit diesen fängt die Pflanze Kleintiere aus dem Wasser. Meist sind dies Wasserflöhe. Merkwürdig ist die Methode, mit der diese Tierchen gefangen werden. Die Fangblase, in der ein Unterdruck aufgebaut ist, ist vorne durch eine Klappe verschlossen. Kommt nun das Opfer in deren Nähe und berührt es dabei die Berührungsborsten, die sich daran befinden, springt die Klappe auf. Durch den Sog, der aufgrund des Unterdrucks entsteht, wird das Beutetier eingesogen und anschließend verdaut. Mit Hilfe der zusätzlichen Nährstoffquelle können die Arten besser in ihrem nährstoffarmen Lebensraum überdauern.

Als der große Pflanzenforscher Linne 1770 Berichte über insektenfressende Pflanzen hörte, glaubte er dies nicht, da seiner Meinung nach solche Vorgänge gegen die gottgewollte Ordnung der Natur verstießen. Auch der Direktor des Botanischen Gartens in Petersburg tat dies seinerzeit als „wissenschaftlichen Plunder“ ab. Heute sind wir klüger und wissen, dass es so etwas gibt. Karnivoren – so nennt man fleischfressende Pflanzen – wachsen nämlich in allen Erdteilen. Etwa 550 verschiedene Pflanzen die zu 16 Gattungen und acht Pflanzenfamilien gehören, hat man inzwischen entdeckt. Sie alle ernähren sich zusätzlich mit tierischer Nahrung, genauer gesagt vom tierischen Eiweiß.



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Wasserschlauch

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