Alpensegler

Alpensegler (Apus melba)

Familie: Segler (Apodiae)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)

Autor: Thomas Kraft
Mail: Thomas.Kraft@natur-lexikon.com
Website: www.thkraft.de
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Dokument: THK 00009

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Merkmale
Alpensegler haben die typische Seglergestalt mit torpedoartigem Körper und sichelförmigen, langen Flügeln. Der Alpensegler ist der größte in Europa vorkommende Segler und durch seine Flügelspannweite bis zu 58 cm und die weiße Bauchseite unverwechselbar. Die ebenfalls weiße Kehle und die ansonsten braune Färbung geben dem Vogel so ein dunkles Brustband als weiteres Merkmal. Die Füße sind sehr klein und mit den vier nach vorn gerichteten Zehen nur geeignet, sich kurz an Felsen oder Mauern festzukrallen, um einen Nist- oder Schlafplatz zu erreichen. Alpensegler können nicht auf Zweigen sitzen oder auf dem Boden landen.

Verbreitung
Als Brut- und Sommervogel im südlichen Europa rund ums Mittelmeer bis in die Alpenregionen, Überwinterung in Süd- und Ostafrika. Das nördlichste bekannte Brutgebiet mit einer kleinen Kolonie befindet sich in Freiburg im Breisgau (Deutschland, siehe Linktipp).

Lebensraum
Alpensegler sind keineswegs auf Gebirge spezialisiert, wie der Name vermuten lässt. Man kann sie im Verbreitungsgebiet z.B. auch an Küsten und über offenen Landschaften antreffen. Wichtig sind geeignete Brut- und Schlafplätze in Felsen oder auch an Gebäuden und natürlich reichlich Fluginsekten.

Wanderung
Als Zugvögel erreichen die ersten Vögel im April die Brutgebiete, um schon im frühen Herbst wieder nach Afrika abzuziehen.

Ruf
Die Lautäußerungen der Alpensegler sind nicht so laut und schrill, wie die vom bekannteren Mauersegler, sondern klingen eher ruhiger und leiser trillernd etwa wie: tritritritri-ti-ti-ti.

Nahrung
Alpensegler fangen mit aufgesperrtem Schnabel kleine Insekten direkt in der Luft. Trinken können sie ähnlich wie Schwalben von Wasseroberflächen, indem sie den Unterschnabel während des Fluges ein wenig ins Wasser eintauchen.

Fortpflanzung
Die Paarung findet in der Luft statt - das können in der Vogelwelt nur Segler. In Fels- oder Gebäudenischen legen sie ein Nest aus Material an, was sie in der Luft einsammeln können, also z. B. aufgewirbelte Hälmchen, Federn, Flugsamen und ähnliches. Etwa im Mai werden 2-3 Eier gelegt und abwechselnd bebrütet. Nach drei Wochen schlüpfen die Jungen und werden weitere 8-9 Wochen versorgt. Dazu sammeln die Eltern Futter in ihrem Kehlsack (siehe drittes Bild).

Flug
Alpensegler sind schnelle und geschickte Flieger. Während sie beim Sammeln von Nahrung schon recht flink unterwegs sind, können sie bei Jagd- und Balzflügen über 180 km/h erreichen. Beim Flug wechseln sich Gleit- und Flatterphasen ab, auch sind schnelle und geschickte Kurvenflüge und Ausweichmanöver offensichtlich kein Problem für die meist in Verbänden fliegenden Segler (siehe zweites Bild). Wenn die Vögel in unmittelbarer Nähe an einem vorbeifliegen, kann man das Zerschneiden der Luft hören.

Alter
Die Lebensdauer kann bis zu 20 Jahre betragen.


Foto: H.W. Grömping

Verwechslung
Unter schlechten Beobachtungsbedingungen könnte man vom Flugbild her auch an einen Falken denken. Allerdings sind die Segler meist in großen Trupps unterwegs, Falken eher einzeln zu sehen. Ungeübte Beobachter könnten auch an Schwalben denken, wenn sie Segler sehen. Beide sind aber nicht verwandt, sondern haben wegen ähnlicher Lebensweise nur ähnliches Aussehen.

Linktipp
http://www.alpensegler-freiburg.de/



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