Schwefelkäfer

Schwefelkäfer (Cteniopus flavus)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung:
Käfer (Coleoptera)
Familie:
Pflanzenkäfer (Alleculidae)

Autor: Dr. Stephan Roscher
Mail: docstephan@aol.com
Website: http://www.stephanroscher.de

Dokument: SR 00005

► mehr Käfer

Foto: Dr. Stephan Roscher

Dieser ausgesprochen hübsche, 7 bis 9 mm messende, leuchtend schwefelgelbe Käfer erinnert in der Kopfform sehr an einen Laufkäfer. Er ist in Europa und Asien anzutreffen, in Sibirien ist er sogar recht verbreitet. In Deutschlands Süden und auch noch in der Mitte tritt er häufiger auf als im Norden, wo er zu den absoluten Raritäten zu zählen ist. Wer in Schleswig-Holstein oder etwa im Niederelbegebiet einen Schwefelkäfer sichtet, hat wirklich das Große Los gezogen. In Gebirgsgegenden findet man ihn im übrigen überhaupt nicht.


Foto: Dr. Stephan Roscher

Cteniopus flavus bevorzugt sonnige Hänge und Wärmestellen, wobei die Attribute sonnig und warm ganz entscheidend für seine Aufenthaltsorte sind. Auch auf Trockenrasen, Halbtrockenrasen und in Weinbergsbrachen ist er schon gesichtet worden. Früher trat er häufiger auf, zumindest lokal. Durch Bewirtschaftungsaufgabe vormals extensiv genutzter Grenzertrags-Standorte und dem damit einhergehenden Rückgang von Trocken- und Halbtrockenrasen mit anschließender Verfilzung, Verbuschung und Wiederbewaldung ist er heute seltener geworden. Der wärme- und trockenheitsliebende Käfer - gleiches gilt für die Larve - findet somit eine geringere Anzahl geeigneter Biotope vor. In der Roten Liste nimmt er Kategorie 3 ein und ist somit als gefährdet eingestuft.


Foto: Frank Köhler

Die Biologie des 1763 erstmalig beschriebenen, schwefelgelben Gesellen - es kommen auch Farbvarianten mit einzelnen dunkler gefärbten Körperteilen vor - ist leider noch unzureichend erforscht. Immerhin gilt es als gesichert, dass die Larvenentwicklung zweijährig im Erdboden an sonnigen, trockenen, kiesigen oder sandigen Stellen vonstatten geht. Dabei überwintern die Larven mit Vorliebe an Pflanzenwurzeln, an denen sie sich gut entwickeln.

Die Imagines treten ab Ende Mai, verstärkt aber im Juni bis August, auf blühenden Sträucher und besonders auf Doldenblüten in Erscheinung, bevorzugt auf gelblichen und grünlichen Blüten, oft in der Dolde gut versteckt, ja perfekt getarnt. Bis zum September bestehen Aussichten, Schwefelkäfer zu beobachten. Die Hauptnahrung des gelben Käfers, der ein wenig an einen winzigen Zitronenbonbon erinnert, besteht aus Blütenpollen.

Die vertiefende Erforschung der biologischen Grundlagen und der Ethologie des Schwefelkäfers darf als eine sinnvolle und wünschenswerte Aufgabe der koleopterologischen Forschung angesehen werden.


Foto: Frank Köhler



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Schwefelkäfer

Natur-Lexikon.com