Prachtwickler

Prachtwickler (Olethreutes arcuella)

Stamm: Gliedertiere (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Wickler (Tortricidae)

Autor: Dr. Stephan Roscher
Mail: docstephan@aol.com
Website: http://www.stephanroscher.de

Dokument: SR 00004

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Der unverwechselbare Prachtwickler, 1759 erstmalig wissenschaftlich beschrieben, ist wohl die bunteste und hübscheste aller rund 500 mitteleuropäischen Wicklerarten, wird allerdings aufgrund seiner nicht gerade imposanten Größe meist übersehen.

Die Falter verfügen nämlich lediglich über eine Flügelspannweite von 14 bis 18 mm und auf Blättern sitzend - wie man sie in der Regel vorfindet - wirken sie doch recht winzig. Die tagsüber von Mai bis August fliegenden Kleinschmetterlinge sind tatsächlich nicht gerade reichlich anzutreffen, aber keineswegs vom Aussterben bedroht und treten gebietsweise gar nicht so selten auf. In Deutschland scheinen sie ein wenig häufiger vorzukommen als etwa in den Regionen Großbritanniens.

Die in der Grundfarbe orangenen Vorderflügel weisen eine ausgesprochen prächtige Zeichnung aus silberglänzenden, grauen, schwarzen und gelblichen Mustern auf. Durch ihre bunten, metallischen Schuppen - kein Maler hätte dieses Muster so perfekt kreieren können - sind Prachtwickler an sich auffällig, zumindest für den geübten Beobachter. Im Flug freilich verliert selbst dieser die Winzlinge rasch aus den Augen.


Prachtwickler bevorzugen Waldlichtungen, Schneisen und verbuschten Trockenrasen sowie generell offene, aber geschützte Standorte. Oft ruhen sie auf den Blättern von Büschen und Sträuchern oder auf Farnwedeln aus und tanken in der Sonne Wärme auf.

Die dunkelbraun gefärbten Raupen leben vom Spätsommer bis zum Frühjahr des Folgejahres an welken Blättern niedriger Pflanzen und an Falllaub, die auch als Nahrung dienen. Unter Laubansammlungen überwintern sie. Im April und Mai verpuppen sie sich in einem Kokon in der Laubstreu.

Vielleicht kann dieser farbenprächtige Vertreter seiner Familie dazu beitragen, dass den durchaus interessanten und weltweit in über 5.000 Arten vertretenen Wicklern künftig etwas mehr Beachtung geschenkt wird.



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