Maiwurm

Schwarzer Maiwurm (Meloe Proscarabaeus)

Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Familie:
Ölkäfer (Meloidae)

Autor: Niels Schulz
Mail: niels.schulz@gmx.de

Dokument: SN 00006

► mehr Käfer


Beschreibung
Es handelt sich um weichhäutige, mittlere bis große Käfer mit einer Länge von 6-40 mm, die auffällig plump und schwerfällig wirken. Sie besitzen eine schwarze bis blauschwarze Färbung. Der Kopf ist herabgebogen und deutlich abgeschnürt, sowohl Kopf als auch das Halsschild sind grob punktiert. Die Flügel sind reduziert. Der Käfer ist nicht flugfähig. Sie kriechen träge am Boden herum, fressen frisches Grün, bevorzugt Kräuter, weniger Gras.

Verbreitung
Während auf der ganzen Welt etwa 2.500 Arten bekannt sind, kommen in Mitteleuropa ca. 35 und in Deutschland 19 Arten vor. Sie bevorzugen sonnige und trockene Waldränder, Hänge oder Trockenrasen.

Schwarzer Maiwurm

Entwicklung
Innerhalb von vier Wochen legen die Weibchen ihre 2000 bis 10000 Eier ab. Die hohe Eizahl ist eine notwendige Anpassung an die parasitische Lebensweise, denn die weitere Entwicklung hängt vom Vorhandensein eines passenden Wirts ab. Nach etwa einem Monat schlüpfen winzige Larven. Mit ihren dreiklauigen Beinen klammern sie sich an Wildbienen fest und lassen sich in deren Nester tragen. Dort fressen die Junglarven zunächst das Bienenei, deren Schale dazu benutzt wird, um nicht in den Brei zu versinken, und dann den Vorrat in der Zelle. Anschließend verlässt sie die Zelle und kriecht in den Erdboden. Die Überwinterung erfolgt meist in einem engerlingsartigem Larvenstadium. Erst im Frühjahr erfolgt die Puppenbildung. Im Mai kriechen dann frisch gebackene Jungkäfer des Maiwurms aus dem Boden.

Wissenswertes
Der Name stammt von trächtigen Weibchen, die einem Wurm ähneln. Dort sind die Eier untergebracht. Die Entwicklung hängt nicht nur von der Verbreitung durch den richtigen Wirt ab, auch im Wildbienennest muss die Larve erst in eine mit einem Ei gefüllte Zelle gelangen und zwar genau auf dem Ei, ansonsten ertrinkt sie in dem Nektarvorrat. Deshalb ist die Auslese auch besonders groß. Sie schützen sich durch eine ölige, giftige Flüssigkeit, die aus den Beingelenken abgesondert wird und Kantharidin enthält. Dadurch werden Fressfeinde getötet. Für den Menschen wird eine tödliche Dosis des reinen Kantharidins von 30 Milligramm angegeben. In Honig zubereitet wurde es als Liebesgetränk verwendet, so z. B. von Casanova.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Maiwurm

Natur-Lexikon.com