Gefleckte Ameisenjungfer

Gefleckte Ameisenjungfer (Euroleon nostras)

Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: echte Netzflügler (Planipennia)
Familie:
Ameisenjungfern (Myrmeleontidae)

Autor: Niels Schulz
Mail: niels.schulz@gmx.de

Dokument: SN 00002

► mehr Insekten


Beschreibung
Die Gefleckte Ameisenjungfer - auch "Nachtlibelle" genannt - ist ein libellenartiger Netzflügler. Die Vorderflügel sind dabei mit mehr Punkten versehen als die Hinterflügel. Gut sichtbar sind die kurzen und am Ende keulenartig erweiterten Fühler, wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu den Libellen. Die seltenen Insekten flattern von Juni bis September in der Dämmerung, jagen kleine Insekten und verbergen sich am Tag in Sträuchern. Ihre Spannweite beträgt etwa 60 mm.

Verbreitung
Sie lebt in ganz Europa, außer England. Ideale Lebensbedingungen - sonnige Waldränder und sandige Abbruchkanten- finden sie in kiefernreiche Gebiete. Besonders wichtig für die Lebensgemeinschaften in diesem Wald sind die weiten Abstände zwischen den Bäumen. Die Sonne bescheint den Boden, die Pflanzen bekommen viel Licht und die Insekten die notwendige Wärme.
Trotzdem ist sie sehr selten und nach der Bundesartenschutzverordnung in Deutschland geschützt.


Larve

Entwicklung
Bekannter als das Imago ist die Lebensweise der etwa zentimetergroßen Larve. Der Ameisenlöwe baut trichterförmige Vertiefungen an regengeschützte Stellen im losen Erdreich oder Sand, an deren Grund er - eingegraben und gut getarnt - auf Beute wartet. Verläuft sich eine Ameise in den Trichter, fallen kleine Erdkörnchen herunter und alarmiert die Larve. Versucht das Opfer zu entwischen, wirft er Sand in dessen Richtung, die Beute rutscht immer wieder aus, kann sich nirgends festhalten und stürzt in die Tiefe. Dort packt sie der Ameisenlöwe mit seinen Zangen. Er pumpt durch die Kieferrinnen Verdauungssaft in den Körper des Insekts, um die Muskeln und die Eingeweide, die von einem soliden Chitinpanzer umschlossen sind, aufzulösen. Der nahrhafte Brei wird durch die Kieferrinnen aufgesaugt. Nach der Mahlzeit schleudert der Ameisenlöwe die leere Chitinhülle sowie den abgerutschten Sand aus dem Trichter und macht sich bereit für den Empfang des nächsten Opfers. Erst nach zwei Überwinterungen verpuppt sich die Larve im Frühsommer und schlüpft nach etwa drei Wochen als Ameisenjungfer.


Fangtrichter

Kuriosum
Der Ameisenlöwe hat einen Darm ohne Ausgang. Er nimmt nur verdaute Nahrung auf und benötigt deshalb keinen After, da er während seines ganzen Larvenlebens keinen Kot ab setzt. Die Fanggrube bleibt also stets sauber.
Es gibt Autoren von Naturführern, die davon ausgehen, dass das Imago wahrscheinlich keine Nahrung aufnimmt.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Ameisenjungfer

Natur-Lexikon.com