Diptam

Weißer Diptam (Dictamnus albus)

Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Ordnung: Rautenartige (Rutales)
Familie: Rautengewächse (Rutaceae)

Autor: Michael Leps
Mail:
michael.leps@natur-lexikon.com

Dokument: ML 00001

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Siehe auch: Arzneipflanzen


Taxonomie:
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiosperma)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Rautenartige (Rutales)
Familie: Rautengewächse (Rutaceae)
Gattung: Diptam (Dictamnus)
Art: Weißer Diptam (Dictamnus albus)

Allgemeines:
Der weiße Diptam zählt wohl zu den schönsten einheimischen Wildpflanzen und ist auch unter den Namen Aeschenwurz, Aschwurz, Deiwelswurz, Eschenwurz, Feuerpflanze sowie Flammender Busch bekannt. Als wichtiges Familienmerkmal der Rutaceae, zu denen neben dem Diptam übrigens auch die Citrusgewächse gehören, sei das Vorhandensein lysigener Sekretbehälter mit stark riechenden ätherischen Ölen genannt. Den hohen Gehalt an ätherischem Öl erkennt man beim Diptam unschwer am stark aromatisch und angenehm an Zitronen oder Zimt erinnernden Duft. An heißen windstillen Tagen wird die Pflanze von einer regelrechten Duftwolke aus konzentrierten Dämpfen ätherischer Ölen umhüllt, welche leicht entzündlich sind und der Pflanze vermutlich den oben genannten Beinamen „Flammender Busch“ zugetragen hat.

Besonderes:
Bereits im Mittelalter fand die Pflanze volkstümlich Anwendung als harntreibendes Mittel, als Wundheilmittel, als Mittel zur Förderung der Menstruation und später auch als Gegenmittel von Magenleiden und rheumatischen Beschwerden. Die vielseitige historische Verwendung als Heilpflanze sollte jedoch nicht zur Annahme leiten lassen, die Pflanze sei ungefährlich. Die Berührung der Pflanze mit der Haut sollte unbedingt vermieden werden, da die Inhaltsstoffe hautreizend sind und bei empfindlichen Personen zu ernsthaften Hautirritationen führen können, die nur langsam abheilen. Diptam enthält neben Calciumoxalat verschiedene Sekundärmetabolite, wie Flavonoide, Furochinolin-Alkaloide, Furanocumarine, Cumarine, Limonoide sowie ätherisches Öl, welches hauptsächlich aus Monoterpen- und Sesquiterpenkohlenwasserstoffen besteht.

Merkmale:
Der Diptam ist eine 60-120cm hohe Pflanze. Die Blätter erscheinen aufgrund der Öldrüsen durchscheinend punktiert und sind 1-fach gefiedert. Die „Feder“ besteht aus 7-11 ei-lanzettlichen 5-8cm langen fein gezähnten Fiederblättchen, die denen der Esche ähneln. Die zahlreichen Blüten der Pflanze sind in endständigen aufrechten Trauben angeordnet. Die einzelne Blüte besteht aus fünf 6-8mm langen Kelchblättern sowie fünf freien rosafarbenen, dunkel geaderten Kronblättern mit einer Länge von 2-3 cm. Vier der Kronblätter sind dabei nach oben gerichtet, während das Fünfte Kronblatt herabgebogen ist. Die in Süd- und Mitteleuropa heimische, seltene Pflanze blüht von Mai bis Juni, ist kalkliebend und bevorzugt sonnige, felsige Hänge, wärmeliebende Gebüsche (v.a. Eichgebüsche), Trockenwiesen sowie lichte Eichenwälder.


Naturschutz:
Dictamnus albus ist stark gefährdet und genießt deshalb den Status
„streng geschützt“ (Gefährdungsgruppe 3) !!!



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