Habichtskauz

Habichtskauz (Strix uralensis)

Familie: Eulen (Strigidae)
Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Klasse: Vögel (Aves)

Autor: Dr. Monika Kirk
Mail:
monika@eulenwelt.de
Website:
http://www.eulenwelt.de

Dokument: MK 00002

► mehr Vögel


Der Habichtskauz ist dem nahe verwandten Waldkauz sehr ähnlich, jedoch erheblich größer und langschwänziger und in der Gefiederzeichnung heller und kontrastreicher. Mit einer Größe von 54-61 cm und einer Spannweite von 115-125 cm ist er der größte Kauz Mitteleuropas. Der deutlich ausgeprägte Gesichtsschleier des Habichtskauzes ist auffallend hell mit feiner dunkler radialer Strichelung und einem dunklen Mittelstrich oberhalb des gelben Schnabels. Er hat schwarzbraune, vergleichsweise kleine Augen. Das Gefieder des Habichtkauzes ist, je nach Vogel, unterschiedlich hell, insgesamt jedoch grau.

Im Flugbild erinnert der Habichtskauz durch seine längsgefleckte Unterseite und die Querbänderung an Schwanz und Flügeln an einen jungen Habicht. Der Habichtskauz ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Besonders während der Jungenaufzucht und gelegentlich im Winter jagt er auch bei Tage. Der Habichtskauz ist wenig scheu, bleibt jedoch wegen seiner vorwiegend nächtlichen Lebensweise oft unentdeckt. In der Nähe des Brutplatzes reagiert das Weibchen häufig sehr aggressiv.

Habichtskauz nah

Der Habichtskauz nistet sowohl in Greifvogelhorsten (v. a. in Südosteuropa) als auch in Baumhöhlen (Nordeuropa, besserer Schutz vor rauhem Klima). Im März/April werden 2-6 Eier gelegt. Der Brutzeit
von 27-29 Tage folgt eine Nestlingszeit von 34-35 Tage. Nach dem Verlassen des Nestes werden die Jungen noch weitere 2 Monate von den Eltern versorgt. Jungvögel im Zwischenkleid sind von jungen Waldkäuzen schwer zu unterscheiden.

Der Habichtskauz ernährt sich vorwiegend von Wühlmäusen und anderen Kleinsäugern, daneben auch von Vögeln, Amphibien und Insekten. Als Ansitzjäger lokalisiert er die Beutetiere auch noch unter einer 20-30 cm hohen Schneedecke offenbar akustisch.

Der Habichtskauz benötigt offene Flächen und naturnahen Wald. Er besiedelt lichte Altholzbestände,
meidet dagegen große, geschlossene Wälder. Der Habichtskauz kommt vor allem in Nordosteuropa vor (Schweden, Finnland, Sowjetunion), daneben auch in den Gebirgen Südosteuropas (Jugoslawien, Rumänien, Ostslowakei). Der Habichtskauz war früher Brutvogel im Bayerischen Wald und im Böhmerwald sowie in Südösterreich. Heute ist er in Deutschland nur ein äußerst seltener Gast. Im Nationalpark Bayerischer Wald bemüht man sich jedoch um seine Wiedereinbürgerung. 1989 fand dort die erste erfolgreiche Naturbrut statt.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Habichtskauz

Natur-Lexikon.com