Sperbereule

Sperbereule (Surnia ulula)

Familie: Eulen (Strigidae)
Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Klasse: Vögel (Aves)

Autor: Dr. Monika Kirk
Mail:
monika@eulenwelt.de
Website:
http://www.eulenwelt.de

Dokument: MK 00001

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Die Sperbereule bewohnt die nördlichen Birken- und Nadelwälder der Taigazone mit angrenzenden offenen Flächen wie Mooren und Kahlschlägen.. Sie ist Brutvogel in Skandinavien, Finnland und Nordrussland. Als Nomade wandert sie abhängig vom Wühlmausvorkommen auch gerne weit umher und kann in starken Invasionsjahren als seltener und unregelmäßiger Gast auch bis nach Deutschland ziehen.

Ihren Namen verdankt die Sperbereule ihrem schnellen und gewandten Jagdflug, der dem eines Sperbers oder Habichts sehr ähnlich ist. Die Sperbereule ist mit 36-41 cm Größe und einer Flügelspannweite von 60-70 cm fast so groß wie die Waldohreule, hat jedoch keine Federohren. Sie hat einen relativ kleinen Kopf mit flacher Stirn und gelben Augen und einen schwarzen Kinn- oder Bartfleck unterhalb des Schnabels. Der weiße Gesichtsschleier ist seitlich schwarz eingefasst. Die Oberseite ist graubraun mit weißlicher Fleckung, das Bauchgefieder ist weiß mit schmalen braunen Querbändern "gesperbert". Sie hat einen langen, keilförmigen Schwanz und ziemlich kurze, spitze Flügel.

Im Gegensatz zu den anderen vorwiegend nachtaktiven Eulen ist sie am Tage und in der Dämmerung aktiv und wenig scheu. Sie ist sehr lebhaft und zeigt bei Erregung ein typisches Schwanzstelzen. Bei Störungen lässt sie schrille Rufreihen ertönen. Sie sitzt gerne auf freien Aussichtsposten wie Bäumen, Pfosten, Leitungen und Fernsehantennen.

Die Sperbereule ernährt sich vorwiegend von Wühlmäusen und Lemmingen, daneben von anderen Kleinnagern und – vor allem im Winter - von kleinen und mittelgroßen Vögeln. Am häufigsten schlägt die Sperbereule ihre Beutetiere vom Ansitz aus in reißendem Sturzflug. Daneben jagt sie auch im Suchflug mit Gleitflugstrecken, wobei sie auch rüttelt wie ein Turmfalke. Sie erfasst die Beutetiere optisch.

Die Sperbereule brütet in Schwarzspecht- und anderen natürlichen Baumhöhlen sowie in Nistkästen oder auch der Höhlung in der Spitze eines abgebrochenen Baumes. Das Weibchen legt im April/Mai 3-13, meist 5-8 Eier im Abstand von 1-2 Tagen. Die Jungen schlüpfen nach 28-30 Tagen. Sie sind nach 5 Wochen flügge und verlassen die Bruthöhle. Die Jungen werden auch nach Verlassen des Nestes weiter von den Eltern versorgt und sind erst Ende August selbstständig.

Bestand und Bruterfolg der Sperbereule sind stark abhängig vom Wühlmaus- bzw. Lemmingsvorkommen. Bei entsprechend günstigen Voraussetzungen wird die Siedlungsdichte in Schweden auf 20 Brutpaare pro 100 qkm geschätzt.



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