SCHALFMOHN

Schlafmohn (Papaver somniferum)

Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)

Autor: Manfred Hund
Mail: manfred.hund@web.de
Website: http://www.manfredhund.de

Dokument: MH 00017

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Aussehen:
Einjährige Pflanze die bis ca. 1,50m hoch wird. Blätter hell-blaugrün und ohne Haare wie bei anderen Mohnarten. Der Stengel ist mit borstigen Haaren besetzt.Die Blüte besteht aus 4 Blättern, weiß bis rosa-violett mit charakteristischen dunklen Flecken am Ansatz.

Blütezeit:
Juni bis August.

Schlaufmohn Blüte

Vorkommen:
Schlafmohn hat seine Heimat in Zentral- bzw. Kleinasien, Mittelmeergebiete, in Mitteleuropa man trifft ihn recht selten an. Ich hab' ihn hier vereinzelt auf brachliegenden Feldern und an Bachrändern angetroffen.

Anmerkung:
Schlaf-Mohn enthält etwa 45 verschiedene Alkaloide, als wichtigste Morphin, Codein und Papaverin. Der Milchsaft, welcher aus der Samenkapsel gewonnen wird, dient zur Herstellung verschiedener Rauschmittel, wie Opium, Morphium und auch Heroin. Alle Produkte aus dem Schlafmohn fallen unter das Rauschmittelgesetz. Als tödliche Dosis gelten 2 - 3 g Opium, entsprechend 0,2 g Morphin. Bei dem (genehmigungspflichtigen) Anbau darf eine Fläche von 10 m² nicht überschritten werden. Das durch kaltes Pressen der weißen, blauen oder schwarzen Samen gewonnene Mohnöl wird als Speiseöl sowie industriell genutzt. Blaue (opiumfreie) Samen werden auch in der Bäckerei verwendet.

Medizinische Anwendung/Heilwirkung:
Präparate aus Opium sind alte und auch heute noch wirkungsvolle Heilmittel. Sie wirken schmerzstillend, beruhigend und einschläfernd.

Schlafmohn Kapseln

Opiumkrieg:
Nachdem Großbritannien in Indien seine Vormachtstellung ausgebaut hatte, drängte der britische Handel verstärkt auch auf den chinesischen Markt. Die britische Ostindische Kompanie setzte seit langem schon billig erworbene indische Waren in dem einzigen chinesischen Freihafen Kanton ab und tauschte dagegen den im Mutterland begehrten chinesischen Tee ein. Die besten Erlöse aber ließen sich mit dem indischen Opium erzielen. Die chinesische Regierung verbot 1800 die Opiumeinfuhr, denn der Opiumhandel führte zu einer rapiden Verschlechterung der chinesischen Außenhandelsbilanz und zum Abfluss großer Mengen von Edelmetall ins Ausland. Aber das Opiumgeschäft wurde illegal fortgesetzt. 1839 erließ Kaiser Taoguang ein totales Opiumeinfuhrverbot und veranlasste die Beschlagnahmung der britischen Opiumvorräte in Kanton. Diesen Vorfall nahm Großbritannien zum Anlass, 1840 mit der Fernostflotte militärisch einzugreifen. Begründet wurde dieser Schritt mit dem Vorwand, die britischen Kaufleute in China schützen zu müssen. Es kam zu einem fast dreijährigen Krieg, in dessen Verlauf britische Landungstruppen unter dem Schutz ihrer Kriegsschiffe zahlreiche Küstenstützpunkte zwischen Kanton und Schanghai errichteten. Am 29. August 1842 wurde schließlich der Friede von Nanking geschlossen. China wurde gezwungen, Hongkong an Großbritannien abzutreten. Es musste fünf Häfen dem internationalen Handel öffnen, darunter neben Kanton auch Amoy und Schanghai, so wie eine Kriegsentschädigung zahlen. In Zusatzabkommen erzwang Großbritannien besonders günstige Handelsbedingungen sowie konsularische Rechte in den Handelshäfen. China musste ferner sein Land den christlichen Missionen öffnen. Es war der erste der »ungleichen Verträge«, die China künftig mit ausländischen Mächten abzuschließen gezwungen wurde. 1844 folgten Verträge mit den USA und Frankreich, in denen China seine Zollautonomie verlor. In der Folge wurde das Land mit ausländischen Waren überschwemmt, China wurde zu einem halbkolonialen Staat.



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