Quitte

Quitte (Cydonia oblonga Mill.)
(Volksnamen: Quittich, Kittenbaum, Köttenbaum, Schmeckbirne)

Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Gattung: Quitte (Cydonia)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00028

Siehe auch: Nutzpflanzen

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Botanik
Die Quitte stammt ursprünglich aus Westasien (Iran, Kaukasus), seine Kulturform kommt heute in den gemäßigten Klimazonen vor. Erste Nachweise der Quitte als Kulturpflanze stammen aus dem Jahr 4000 v. Chr. aus dem Kaukasus, im antiken Griechenlang wird sie um 600 v. Chr. beschrieben. 

Ihre Wuchsform ist zierlich und sie wird nicht mehr als 7m hoch. Häufig wächst sie auch strauchartig, hat aber eine weitausladende Krone. Die glatte Rinde ist graubraun-violett und wird im Alter etwas borkig. Auffallend sind die jungen Zweige und Blätter, die stark behaart sind Die älteren, glattrandigen Blätter sind nur noch an der Unterseite filzig behaart, die Blattoberseite ist  glatt und dunkelgrün.

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Die Blätter werden bis zu 15cm lang und sind damit deutlich größer als beim verwandten Apfel. Die erst nach den Blättern erscheinenden Blüten werden ebenfalls mit 5-7cm Durchmesser deutlich größer als andere Obstbaumblüten. Die Blüten stehen einzeln, sind leicht kelchförmig und meist weiß und je nach Sorte  unterschiedlich kräftig rosa überlaufen. Hauptblütezeit ist der Mai und damit ist die Blüte weniger spätfrostgefährdet. Die Frucht ist je nach Sorte apfel – oder birnenförmig. Anfangs ist die junge Frucht noch dichtbehaart, ausgereift ist sie gelb (quittegelb) und hat oft noch einzelne Flaumreste auf der Schale. Reif verströmt sie einen sehr feinen, aromatischen Duft. Der Ernte erfolgt  relativ spät, sie geht bis Ende Oktober. Das Fruchtfleisch ist weiß bis gelblich und sehr hart. Die Quitte muss in der Regel erst weiterverarbeitet werden, roh sind die meisten Sorten nicht genießbar. Sie schmeckt (verarbeitet) feinsäuerlich-herb und apfelähnlich.

Quitte 02

Sorten
Die Quitte ist eng mit Apfel, Birne und Mispel verwandt. Die Zier- oder Scheinquitte (Chaenomeles) ist ebenfalls eine Verwandte.

Apfelquitten: Konstantinopeler Apfelquitte, Riesenquitte von Lescovac, Cydopom

Birnenquitte: Bereczkiquitte, Radonia, Cydora

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Anbau
Die Quitte ist anspruchslos, will aber einen geschützten Platz und ist vor allem als junger Baum frostgefährdet. Dies betrifft vor allem das Holz, die Früchte sind aufgrund der  späten Blüte relativ ungefährdet. Da die Wuchsform nicht so raumgreifend ist wie bei anderen Obstbäumen, eignet sie sich gut für kleine Gärten, die Quitte kann auch gut zurückgeschnitten werden. In Weinbaugebieten wird sie als Hecke gepflanzt und ist dort häufiger zu finden.

Inhaltsstoffe Frucht Vit. A, Vit .C, Wein- und Apfelsäure, Zucker, Tannin, Pektin, Mineralien (Calcium, Eisen, Kalium, Phosphor).

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Heilkunde
Aus den Samen gewonnener Schleim wird äußerlich bei (Brand)Wunden aller Art angewandt, da dieser kühlend und entzündungswidrig wirkt. Innerlich wird Quittenschleim bei Husten und Bronchitis eingenommen. Die gekochte Frucht: hilft bei Magen- und Darmschleimhautentzündungen und Durchfall. Sie enthalten viel Vit. C .Hildegard von Bingen empfiehlt die gekochte Frucht innerlich bei Gicht und äußerlich bei Hauterkrankungen als Umschlag bzw. Auflage.

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Küche/Kosmetik
Gekocht entwickelt die Quitte ihr feines, wohlschmeckendes Aroma. Quittengelee wird aus dem Saft der Früchte (wird durch kochen/abfiltern gewonnen) hergestellt und geliert aufgrund des hohen Pektingehalts sehr schnell. Weitere Küchenprodukte sind Quittenlikör, ---konfekt, -brot und  –mus.

Das portugiesische Wort „marmelo“ für Quitte ist der Namensgeber für  zuckerhaltige Fruchtaufstriche, die Marmeladen.

In der Kosmetik werden Auszüge aus der Quitte bei zu Entzündungen neigender Haut und als Feuchtigkeitsspender in Cremes und Masken verwendet.

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Sonstiges
Die Quitte wurde unter dem Namen „Cotoniarius“ in der Landgüterverordnung „Capitulare de Vilis“ aus dem 9. Jhd. aufgeführt, in der Karl der Große u.a. die Bewirtschaftung seiner Güter regelt.

Der botanische Name leitet sich von der griechischen Stadt Kydonia, dem heutigen Chania ab. Viele goldene Äpfel der Antike waren vermutlich Quitten. Sie ist der Göttin Aphrodite zugeordnet, steht für Liebe und Fruchtbarkeit und wurde noch bis ins 19. Jahrhundert als Liebesgabe verschenkt.



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