Mangold

Mangold, Rübe (Beta vulgaris subsp. vulgaris)
(Cicla-Gruppe und Flavescens-Gruppe)

Volksnamen: Krautstiel, Blattmangold, Schnittmangold, Rippenmangold, Stielmus, römischer Kohl, Beißkohl

Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae
)
Gattung: Rüben (Beta)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00026

Siehe auch: Nutzpflanzen

► mehr Pflanzen


Botanik:
Mangold stammt von der im Mittelmeerraum wild wachsenden wilden Runkelrübe (Beta vulgaris ssp. maritima (L.) Thell)  ab. Er ist eng mit der Roten Rübe, der Futter- und der Zuckerrübe verwandt. Man unterscheidet zwischen 2 Kulturformen:

·    Schnitt- oder Blattmangold (Beta vulgaris var. Vulgaris)
schmaler Stiel, großes Blatt  z.B. Blattmangold „Grüner Schnitt“

·  Stiel- oder Rippenmangold (Beta vulgaris var. Flavescens)
stielbetont, wenig Blattfläche  z.B. Stielmangold „Vulkan“

Mangold wächst in einer grundständigen Rosette, er bildet bis zu 30cm lange Blätter. Der „klassische“ Mangold hat einen hellen fleischigen Blattstiel, das Blatt selber ist dunkelgrün und gewellt. Es gibt aber auch Zuchtformen mit rotem oder gelbem Stiel, glatten oder stark gewellten sowie farbigen Blättern. Die Pflanze ist zweijährig, sie blüht im 2. Jahr im Sommer (Juni-Sept.) und stirbt nach der Samenbildung  ab. Die Blüte ist unscheinbar, an einem bis zu 1 m langen Stängel sitzen die grünlichen Blüten in kleinen Rispen. Die Blüten sind zwittrig. Obwohl er zu den Rüben gehört, hat Mangold eine lange, in die Tiefe gehende Wurzel.

Mangold 01

Anbau:
Im April wird er in Reihen ausgesät, als Tiefwurzler braucht er einen lockeren, humosen Boden. Als Mittel- bis Starkzehrer braucht er eine gute Nährstoff- und Wasserversorgung. Mit etwas Frostschutz kann er im Beet überwintern und liefert dann im Frühjahr frisches Grün, bevor er im Sommer des 2. Jahr das Schossen anfängt, blüht und dann abstirbt. Er verträgt sich im Beet gut mit Bohnen, Kohl, Möhren und Radieschen, Spinat, ebenfalls ein Gänsefußgewächs, gilt dagegen als schlechter Nachbar. Er ist unkompliziert im Anbau, hat kaum Schädlinge oder Krankheiten.. Bei der Ernte immer nur die äußeren Blätter nehmen, das Herz der Pflanze dabei nicht beschädigen, da es immer wieder unermüdlich austreibt. Somit kann den ganzen Sommer über geerntet werden.

Er findet sich vor allem im Gemüsegarten, doch ab und zu findet man die farbenprächtigen Sorten auch im Zierbeet.

Mangold 02

Inhaltsstoffe:
viel Vit. K, außerdem  Vitamine der B-Gruppe und Vit. E sowie Beta-Karotin (Vorstufe des Vit. A); Natrium Magnesium, Kalium, Eisen, Calcium, Magnesium, Phosphor

Küche:
Mangold wird schon sehr lange in der Küche verwendet, bereits in der Antike wird er erwähnt. Mangold war in Deutschland bis ins 17. Jhd. sehr beliebt und wurde dann zunehmend vom Spinat verdrängt. Er wurde bereits im der Landgüterverordnung von Karl dem Großen aufgeführt,

Heute kann man ihn man fast nur noch in Naturkostläden oder auf Wochenmärkten kaufen  oder baut ihn im eigenen Garten an.

Stiele und Blätter werden kleingeschnitten, die Stiele brauchen etwas länger und sollten daher zuerst angedünstet werden, nach einigen Minuten dann die Blätter dazugeben. Er kann wie Spinat verwendet werden. Als Beilage, Eintopf, oder auch als Belag für herzhafte Kuchen findet er seinen Weg auf den Teller. Soll er eingefroren werden, sollte man Mangold vorher blanchieren. Grundsätzlich ist er nicht lange lagerfähig und muss schnell verbraucht werden.

Die Mangoldwurzel wird heute nicht mehr verwendet, sie enthält jedoch viel Zucker. Sie wurde daher durch Auskochen als Zuckerquelle genutzt. Heute ist sie u.a. durch die wesentlich ertragreichere Zuckerrübe abgelöst.

Mangold 03

Gesundheit:
Er ist ähnlich dem Spinat und seinen Inhaltsstoffen ein gesundes Gemüse – allerdings hat er einen Wermutstropfen – aufgrund des hohen Oxalsäuregehalts (wie beim Spinat) sollen ihn Nierenkranke/an Nierensteinen Leidende nicht essen. Und er sollte immer gekocht werden, da dadurch der Oxalsäuregehalt verringert wird.

In der Volksheilkunde gilt er bei Blutarmut, Darm- und Magenentzündungen und Darmträgheit als hilfreich.  Er gehört zu den Basenbildnern und ist gut für den Säure-Basen-Ausgleich. Sein hoher Vit. C-Gehalt unterstützt das Immunsystem, das reichlich vorhandene  Beta-Karotin wirkt zell- und schleimhautschützend vor freien Radikalen und wirkt sich positiv auf die Augen aus.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Mangold

Natur-Lexikon.com