Stachelbeere

Stachelbeere (Ribes uva-crispa L.)
syn. Druscheln, Klosterbeere

Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie:
Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
Gattung: Johannisbeeren (Ribes)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00023

Siehe auch: Gartenpflanzen Nutzpflanzen

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Botanik:
Die winterkahle Stachelbeere wächst als sparriger Strauch und wird in der Regel zwischen 70 cm und 150 cm hoch. Botanisch betrachtet hat die Stachelbeere Dornen, keine Stacheln. Die dünnen Äste der einzelnen Triebe sind von dunkler Farbe und werden nur einige Millimeter bis 1,5 cm  im Durchmesser stark. Die Blätter sind 1,5 cm – 3 cm  groß, rundlich, tief gelappt und behaart. Die Blütezeit ist im April, die glockenähnlichen, unscheinbaren grünlich-rötlichen Blüten entspringen einzeln oder bis zu drei Blüten aus den Blattachseln. Daraus entwickelt sich dann eine Beere, die je nach Sorte im Juni - August heranreift. Sie sind ca. 1 cm – 3 cm groß. Die ovalen bis kugeligen Früchte sind sortenabhängig gelb, grün oder rot. Die Früchte unterscheiden sich durch unterschiedliche Behaarung, von fast glatt bis borstig und auch die Dicke der Schale ist sortenabhängig unterschiedlich.

Die Stachelbeere ist eng mit der Johannisbeere verwandt, das Ergebnis ihrer Kreuzung ist die Jostabeere (Ribes × nidigrolaria), aus den Anfangsbuchstaben der Eltern hat sie ihren Namen bekommen.

Die Wildform (Ribes uva-crispa subsp. uva-crispa) hat deutlich kleinere Früchte.

Stachelbeere 01

Anbau:  
Ursprünglich stammt die Stachelbeere vermutlich aus Asien, die Wildform ist in Eurasien und Nordafrika schon lange verbreitet. Seit dem 16. Jhd. wird sie bei uns in den Gärten kultiviert. In England erfreuen sich die „gooseberries“ nach wie vor großer Beliebtheit. In Mittel- und Nordeuropa wird sie heute kaum noch angebaut, während sie früher in Klostergärten und später auch in  Bauerngärten ein fester Bestandteil der Beerensträucher war.

Der Strauch ist anspruchslos und kommt mit einem hellen Platz im Halbschatten gut klar, nur pralle Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden, da die Blätter sonnenbrandgefährdet sind. Ein nährstoffreicher Lehmboden ist ideal, Staunässe muss aber vermieden werden. Wegen der relativ frühen Blütezeit besteht Spätfrostgefahr. Das 2-3-jährige Holz trägt die besten Früchte. Aufgrund der Dornen an den Ästen empfiehlt sich ein lichter Kronenaufbau zur Ernteerleichterung. Beste Pflanzzeit ist der Herbst,  mit dem ersten Schnitt im folgenden Frühjahr. Nach 3-4 Jahren trägt ein Strauch erstmals üppig Früchte.

Da der Strauch relativ flach wurzelt, dürfen keine tiefen Jäte- oder Umgrabearbeiten um ihn herum durchgeführt werden.

Neben der Strauchform werden Stachelbeeren auch gerne als Hochstämmchen gezogen, im Erwerbsbau wird sie meist spalierartig angebaut. Ein großes Problem ist die Mehltauanfälligkeit vieler Sorten, daher möglichst auf mehltauresistente Arten ausweichen.

Stachelbeere 02

Sorten (Auswahl): 

Inhaltsstoffe (Beeren):  
Vit. C, Folsäure, Kohlenhydrate, Wein-, Apfel-, Zitronensäure, Pektin, Magnesium, Kalium, Silizium, Zink

Stachelbeere 03

Verwendung:  
Bei uns sind die kalorienarmen, aber sehr gesunden Früchte fast in Vergessenheit geraten. Früher standen ein oder mehrere Sträucher in jedem Garten. Neben dem Naschen der frischen Früchte wurden sie vor allem eingeweckt, zu Marmelade verarbeitet, entsaftet oder als Kuchenbelag verwendet. Frisch sollten die Früchte vollreif sein und leicht auf Druck nachgeben – dann haben sie den höchsten Zuckergehalt, der schon fast an Weintrauben heranreicht. Durch die enthaltenen Fruchtsäuren bleibt jedoch immer ein erfrischender süß-sauerer Geschmackseindruck auf der Zunge.  Für Chutneys, die vor allem in England gerne zu Fleischgerichten serviert werden, nimmt man dagegen die noch unreifen Früchte.

Stachelbeere 04

Gesundheit:  
Die Früchte wirken auf den Körper leicht entwässernd und harntreibend, sind appetitanregend und fördern die Verdauung. Durch den hohen Zuckergehalt sind sie auch gute Energiespender für zwischendurch. Der hohe Siliziumanteil wirkt kräftigend auf Haare, Nägel und wirkt sich positiv auf Knochen, Zähne und auch das Bindegewebe aus.



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