Erbse / Gartenerbse

Erbse (Pisum sativum L.) syn. Gartenerbse, Speiseerbse

Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie:
Schmetterlingsblütler, Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Gattung: Erbse (Pisum)

Volksnamen: Felderbse. Läufererbse. Krüllerbse

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00022

Siehe auch: Gartenpflanzen Nutzpflanzen

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Botanik:
Die einjährige, kahle Pflanze besitzt dünne Stängel mit ein- bis dreipaarig gefiederten ovalen Blättern, die am Ende in eine Wickelranke auslaufen. Damit hangelt sich die Pflanze an Kletterhilfen hoch und erreicht eine Höhe von 80-100cm. Die Wurzel dringt ca.1m tief in den Boden, an den Seitenwurzeln befinden sich Wurzelknöllchen, die mit Hilfe von speziellen Bakterien (Rhizobium leguminosorum) den Luftstickstoff in eine für sie verwendbare Form in den Boden holen können. Im Mai/Juni entspringen die weißen Blüten aus den Blattachseln der mittleren und oberen Blätter, je nach Sorte können die Blütenblätter auch rosa bis purpur sein. Die nektarhaltigen Blüten verfügen über einen komplizierten Bestäubungsmechanismus, der nur von wenigen Bienenarten ausgelöst werden kann. Erbsen sind jedoch auch autogam, d.h. sie können sich selber befruchten. Aus den Blüten entwickeln sich dann die ca. 7cm langen, grünen Früchte, in deren Innerem an kleinen Stielen die leicht kugelförmigen Samen sitzen. Die häufig als Schoten bezeichneten Früchte sind botanisch gesehen Hülsen.

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Anbau:
Erbsen sind sog. Schwachzehrer und werden gerne nach Starkzehrern bzw. als letzte in der Fruchtfolge angebaut. Sie kommen mit wenigen Nährstoffen aus und helfen, den Boden zu regenerieren. Durch ihre Fähigkeit Stickstoff im Boden zu binden, benötigen sie keine zusätzliche Düngung, lediglich etwas Kompost ist notwendig. Vor der Aussaat muss im Beet eine Rankhilfe aufgebaut werden, üblich ist Reisig, das in den Boden gesteckt wird oder Maschendraht. Aussaat erfolgt in Reihen zwischen Mitte März und Mitte April. Wenn die Pflanzen ca. 10cm hoch sind, werden sie zur Förderung der besseren Standfertigkeit etwas angehäufelt. Die Erbse blüht und fruchtet gleichzeitig und muss mehrmals durchgeerntet werden. Sie ist sehr pflegeleicht, nur Staunässe verträgt sie nicht. Das trockene Erbsenstroh nach der Ernte über dem Boden abschneiden, damit die Wurzelknöllchen zur Bodenverbesserung in der Erde verbleiben. Nach dem Anbau der Erbse sollte sie 4 Jahre lang nicht wieder auf dem gleichen Beet angebaut werden, da sie ist. Die Erbse war Gemüse des Jahres 2010.

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Inhaltsstoffe des essbaren Anteils:
hoher Eiweißanteil, Kohlenhydrate, Vit. B1, B2, B3, C, Mineralien (Calcium, Phosphor, Natrium, Kalium, Magnesium, Eisen, Zink, Mangan und Kupfer)

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Unterarten:

Palerbse
Pisum sativum convar sativum, auch Schalerbse genannt, glatte
Samenkörner, werden schnell  mehlig, getrocknet gut geeignet zum
Lagern

Zuckererbse
Pisum sativum var. Saccharatum, auch Zuckerschote genannt, sehr
kleine, flache Samenkörner, sie wird mit der Hülle zusammen, die
im Gegensatz zu anderen Arten keine pergamentartige Schicht 
enthält, beim Kochen  verwendet, süßer Geschmack

 Markerbse
Pisum medullare, bleiben aufgrund ihres relativ hohen   
Zuckergehalts lange zart, reife Samenkörner werden runzlig. Gut
geeignet zum Kochen und Einfrieren.

Futtererbse
Pisum arvense, wird als Eiweißfutter für Tiere verwendet

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Küche:
Frische Erbsen werden eher selten zum Kauf angeboten, da sie erst aus ihrer Hülle gepult werden müssen. Die Hülse wird, außer bei den Zuckerschoten, nicht verzehrt. Daher werden nur letztere häufiger frisch angeboten. Entweder greift man also auf küchenfertige Tiefkühlware zurück oder verwendet eingeweckte Erbsen bzw. Trockenerbsen, die häufig für Erbsenpüree oder Erbsensuppe verwendet werden. Die Erbse ist der einzige Vertreter der Hülsenfrüchte, zu den z.B. auch die Bohnen und Linsen zählen, die gut verträglich sind und nicht blähend auf die Verdauung wirken.

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Sonstiges:
Erbsen zählen mit zu den ältesten Nahrungsmitteln der frühen sesshaften Menschen. Sie sind reich an Kohlehydraten und Proteinen (Eiweiß) und sind eine gute Quelle für alle essentiellen Aminosäuren (Eiweißbausteine), die der Körper über die Nahrung aufnehmen muss.

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