Linse

Linse (Lens culinaris Medikus)
syn. Lens esculenta Moench

Ordnung: Hülsenfrüchte (Leguminosae)
Familie: Schmetterlingsblütler (Fabaceae)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00018

Siehe auch: Nutzpflanzen

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Volksnamen:
Erve
E: lentil
F: lentille

Botanik: Die einjährige, zierliche Pflanze wächst stark verzweigend und wird ca. 40 cm hoch. Die gefiederten Blätter bestehen meist aus sieben Blätterpaaren und enden in einer Wickelranke. Die weißen Blüten sind sehr klein und haben die typische Schmetterlingsform. Die sog. Fahne ist lila geädert. Die Blüten stehen zu zweit an langen Stängeln. Blütezeit ist hauptsächlich im Juni. Daraus entwickelt sich im Spätsommer eine kurze Hülse, die zwei flache und runde Samen beinhaltet. Die Hülsen gaben dieser Familie auch den Namen Hülsenfrüchte.Die Linse ist wärmeliebend und wird daher heute vorwiegend im mediterranen Klima und in Teilen Asiens angebaut, wo sie auch in der alltäglichen Ernährung noch eine wichtige Rolle spielt. Auch in Europa kann die Linse angebaut werden, spielt hier jedoch kaum noch eine Rolle.

Verwandte Arten: Wildarten - Lens nigricans, Lens orientalis, Lens ervoides.

Linse

Anbau:
Aussaat im Garten ca. Mitte April auf einem sonnigen Beet, die Düngung erfolgt lediglich mit Kompost, da die Pflanze sonst zu sehr ins Kraut schießt, was zu Lasten der Fruchtbildung geht. Wie viele andere Leguminosen auch (z.B. Erbse, Bohne) kann die Linse mit Hilfe von Knöllchenbakterien, die sich an den Wurzeln ansiedeln, Stickstoff aus der Luft binden. Dieser dient als Nährstoff sowohl für die Linse als auch für nachfolgende Pflanzen, wenn man die Wurzeln nach der Ernte im Boden belässt.

Kulinarisches:  
Verwendet werden die getrockneten Samen, je nach Sorte können sie gelb, braun, grün, orange oder auch schwarz sein. Die getrockneten Linsen werden kurz eingeweicht, dann in frischem Wasser gar gekocht.Die Linse ist reich an Eiweiß, Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen sowie Vitaminen aus der B-Gruppe, gleichzeitig haben sie einen geringen Fettgehalt. Sie galt lange als Arme-Leute-Essen und wurde vor allem als Suppe bzw. Eintopf, Beilage, Brei oder auch  als Mehl und in Form von Sprossen zubereitet. In der indischen und türkischen Küche ist sie auch heute noch ein wichtiges Grundnahrungsmittel und die moderne Vollwertküche entdeckt sie nun wieder.

Heilkunde:
Linsenbrei  mit Essig wurde in der Volksheilkunde bei Hauterkrankungen und Grind eingesetzt.

Sonstiges:  
Die Linse stammt vermutlich aus dem Nahen Osten und dürfte einer der frühen Begleiter des Menschen sein. Bei Ausgrabungen in altsteinzeitlichen Höhlen im Mittelmeerraum wurden wildwachsende Linsen gefunden. Aufgrund weiterer Funde scheinen sie bereits in der Jungsteinzeit in Kultur genommen worden zu sein.



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