Birne

Birne , Birnbaum (Pyrus communis L.)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Ordnung : Rosenartige (Rosales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00017
Siehe auch: Arzneipflanzen Nutzpflanzen

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Volksnamen:
E: pear
F: poirier

Botanik:
Als Stammpflanze unserer heutigen Birne gelten die Holz- bzw. Wildbirne (Pyrus pyraster und Pyrus achras) mit ihren harten, herben Früchten, die vor allem als Mostobst genutzt werden, heute aber selten geworden sind. Im alten Persien wurden erste Kultursorten  gezüchtet, die über Griechenland und das antike Rom in unseren Kulturkreis gelangten. Hier wurde die Birne mit einheimischen Arten weiterveredelt. Heute es gibt viele Sorten, die oft nur noch von Liebhabern alter Obstsorten erhalten werden. Diese haben klangvolle Namen wie Williams Christ und Gute Luise als bekanntere Sorten, ferner Clapps Liebling, Gellerts Butterbirne, Conférence, Nordhäuser Forellenbirne, Köstliche von Charneu usw.                      

Birnbaum Blüten

Die Birne blüht im April, die zwittrige Birnenblüte hat fünf reinweiße Kronblätter, aus deren Mitte ca. 10 dunkelrote Staubbeutel entspringen. Die Blütenfarbe ist anders als beim Apfel immer weiß, unabhängig ob sich daraus rot- oder eher grünschalige Früchte entwickeln. Sie ist selbstunfruchtbar und braucht einen geeigneten Pollenspender in ihrer Nähe. Der Duft ist wie bei den Weißdornblüten durch das enthaltene Trimethylamin leicht fischartig Die Birne (Reifezeit August/Oktober) ist eine Scheinfrucht mit der typischen, sich nach oben verjüngenden Form. Je nach Sorte enthält das Fruchtfleisch verholzende Zellen, die sog. Steinzellen. Die ovalen Blätter sind am Rand feingesägt und erscheinen erst am Ende der Blütezeit. Die Borke ist grau-braun und würfelartig eingeschnitten.

Verwandte Arten:
Pyrus pyrifolia - Nashibirne

Anbau:
Birnen blühen noch vor den Äpfeln und sind dadurch in der Blüte frostgefährdet. Am besten gedeihen sie in geschützter, sonniger Lage in einem nährstoffreichen, tiefgründigen Boden. Die alten Hochstammformen können bis zu 20m hoch werden, daher werden Birnen wie auch Äpfel heute auf kleinwüchsige Unterlagen (meistens Quitten) veredelt. Die wärmebedürftige  Birne wird gerne auch als Spalierbaum gezogen.

Birnbaum

Heilkunde:
Es werden die jungen Blätter und die Früchte verwendet, wobei sie heute nur in der Volksheilkunde und der Hildegardmedizin eingesetzt werden. Die frischen Blätter enthalten Arbutin, das antibakteriell wirkt und bei Nieren- und Blasenentzündungen eingesetzt wird.

Hildegard von Bingen bezeichnete rohe Birnen als schwer verdaulich (wobei es zu ihrer Zeit wesentlich weniger Sorten gab), aber empfahl eine gekochte Latwerge (ein Mus, das mit Gewürzen zubereitet wird) als äußerst hilfreich bei „schlechten Säften im Körper und Migräne“. Die Früchte enthalten u.a. Flavonoide, Tannine, Pektin, organische Säuren, Mineralsalze und Vitamin C.

Birne Früchte

Kulinarisches:  
Es gibt je nach Sorte sowohl Lagerobst, das einige Monate gelagert werden kann wie auch Birnen, die sofort nach der Ernte verzehrt werden müssen. Sogar zu weltbekanntem kulinarischem Ruhm hat es die Birne gebracht – eine „Birne Helene“ rundet jedes feine Menu ab. Und auch ein hervorragender Obstbrand, der „Williams“ kann aus Edelbirnen, denen ein paar kleinfrüchtige Mostbirnen untergemischt werden müssen, gebrannt werden. Diese sind wegen ihres sauren, herben Aromas nicht für den Verzehr geeignet, aber eben sehr gut für die Most- und Schnapsgewinnung. Getrocknete Birnen, die Kletzen oder Hutzeln, gehören in Süddeutschland in ein typisches Weihnachtsgebäck, das Kletzenbrot.

Sonstiges:  
Die Birne liefert ein begehrtes, harmonisch gemasertes Möbelholz, das sehr hart ist und eine seidig schimmernde Oberfläche hat. Auch für Zeichenbedarf wie Lineale und Reißbretter, Modeln (Teigformen) und im Kunsthandwerk ist es ein gefragter Werkstoff.

Birne und Apfel gelten als Paar, wobei die Birne das männliche, der Apfel das weibliche Prinzip vertritt.

Auf dem Walserfeld bei Salzburg steht ein berühmter Birnbaum. Wenn er blüht und Früchte trägt, wird der im Berg schlafende Kaiser Karl aus dem Untersberg hervorkommen und mit seinem Gefolge eine letzte große Schlacht schlagen, die dann das Weltenende einläuten wird.



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