Hauswurz

Hauswurz (Sempervivum tectorum)

Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00016
Siehe auch: Arzneipflanzen

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Volksnamen:
Chemirose, Dachwurz, Donarkraut, Donnerkraut, Hauslauch, Hauslaub, Jupiterbart, Jovis barba, Ohrwurz, Rampfe, Steinrose, Wetterkraut, ZittrichkrautE:  houseleekF:  grand joubarbe

Botanik:
Die Hauswurz gehört zu den Sukkulenten, d.h. sie kann in ihren Blättern Wasser speichern. Damit zeigt sie auch ihren Standplatz an: karge, trockene Standorte mit wenig Niederschlag, gerne auch an felsigen Plätzen, Mauerritzen und im Gebirge bis 2800m Höhe. Die immergrüne Pflanze bildet Rosetten, die einzelnen blaugrünen fleischigen Blätter laufen vorne spitz zu und sind rot überlaufen. Die Blattränder sind dicht mit feinen Häarchen besetzt. Aus der Blattrosette wächst der bis zu 30cm hohe Blütenstängel, der dachziegelartig mit Blättchen besetzt ist. Die sternförmigen Blüten (Juli/August) stehen in Trugdolden und sind rosa bis fleischfarben, manchmal auch weiß. Innen befinden sich zahlreiche Staubblätter und schließlich in der Mitte mehrere Fruchtblätter. Diese enthalten den heranreifenden Samen, der explosionsartig durch Regentropfen herausgeschleudert wird und somit den Samen verbreitet.  Nach der Blüte stirbt die Rosette ab, vorher hat sie jedoch zusätzlich mehrere Tochterrosetten gebildet, so daß die Hauswurz kleinere Flächen mit Rosetten in unterschiedlicher Größe überzieht. Sie steht unter strengem Naturschutz, ist aber über Gärtnereien zu beziehen und lässt sich problemlos im Garten oder am Balkon halten.

Verwandte Arten: Weltweit gibt es ca. 50 Arten, z.B. die Spinnwebwurz (S. arachnoideum), die Berghauswurz (S. montanum), die Großblütige Hauswurz (S. grandiflorum) und die Fransen-Hauswurz  (Jovibarba sobolifera).

Heilwirkung:
Nur die Hauswurz wird in der Volksheilkunde, wo sie sehr geschätzt wird, eingesetzt. Sie wird in der Regel als Frischpflanze verwendet, die Herstellung einer Tinktur ist ebenfalls möglich. Die Pflanze enthält Gerb-, Bitter- und Schleimstoffe, Apfel- und Ameisensäure, Harz , Kalium, Ascorbinsäure, Tannin. Sie hilft bei Wunden, Verbrennungen, Insektenstichen, Geschwüren, Neuralgien, Warzen, Herpes labialis, Herpes zoster und Hämorrhoiden. Entweder schält man die einzelnen Blätter und legt sie auf kleinere Wunden oder man benutzt den frischen Presssaft der Blätter. In der Homöopathie findet sie ebenfalls bei den genannten Erkrankungen Einsatz.

Sonstiges: 
Manchmal sieht man auf den Dächern alter Bauernhäuser noch Dachwurz wachsen, da man der Pflanze eine blitzableitende Wirkung zuspricht. Karl der Große ordnete daher wohl in seiner Landgüterverordnung „Capitulare de villis“ den Anbau der Dachwurz an. Dazu passt auch, dass die Pflanze in vergangenen Zeiten dem Gott des Blitzes, Donar, geweiht war.

Man glaubte, daß eine rosafarbene Blüte Glück bringen sollte, eine weiße Blüte einen Unglücks- oder Todesfall in der Familie voraussagte.



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