Hafer

Hafer (Avena sativa)

Familie: Süßgrasgewächse (Poaceae bzw.Gramineae)
Ordnung: Poales
Klasse: Einkeimblättrige (Monocotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00015
Siehe auch: Arzneipflanzen Nutzpflanzen

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Biwen, Flöder, Haber, Howern; Saathafer

E: oats
F: avoine
I: avena

Botanik:
Der Hafer ist eine einjährige Getreidepflanze, die zur Familie der Gräser gehört. Der aufrechte, ca.1m hohe, glatte  Stängel ist hohl, an seinem Ende sitzen die Blüten, die aus einer lockeren Rispe von ca. 15cm bestehen, die sich wiederum in zwei- bis dreiblütige Ährchen verzweigt. Damit ist er gut von den anderen Getreidearten zu unterscheiden, die Ähren mit oder ohne Grannen bilden. Die lineal-lanzettlichen Blätter sind stängelumfassend und an Ober-  Unterseite angeraut. Erntereif ist der Hafer Ende August/ Anfang September, wenn er sich goldgelb gefärbt hat. Die einzelnen, spindelförmigen Körner des bei uns üblicherweise angebauten Saathafers sind fest von Spelzen umgeben, die jedoch nicht mit dem Haferkorn verwachsen sind, diese müssen nach der Ernte und dem Dreschen extra entspelzt werden. Hafer ist sehr anspruchslos, er gedeiht auch auf kargeren Böden, da er ein tiefgehendes und verzweigtes Wurzelwerk hat.

Verwandte Arten: Man kennt weltweit ca. 70 Arten wie z.B. den Nackthafer (A. nuda), den Sandhafer (A. strigosa) oder den chinesischen Hafer (A. chinensis). Als Vorfahren unseres Kulturhafers gelten die Wildformen von A. fatua (Flughafer), A. sterilis und A. barbata.

Heilwirkung:
Die Pflanze enthält essentielle Aminosäuren (Eiweißbausteine), Kohlehydrate, Lecithin, Provitamin A (Carotin), Vit. B-Gruppe, Vit. E, Vit. K, Folsäure und Niacin, an Mineralstoffen sind u.a. Calcium, Phosphor, viel Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Magnesium, Kalium, Natrium, Schwefel vorhanden.

Zum einen ist er dadurch ein wichtiges Nahrungsmittel, da er für den Körper wichtige Inhaltsstoffe hat, zum anderen wird bei Erkältungs- und Magen/Darmverstimmungen auch als Diätikum eingesetzt (Haferschleim). Als Bestandteil des morgendlichen Müslis ist er nicht wegzudenken.

Heilkundlich finden die Haferfrüchte  und der grüne Hafer (kurz vor der Vollblüte geerntet) Verwendung in der Rekonvaleszenz, bei Konzentrationsstörungen,  Nervosität, Nervenleiden, Magen/Darmstörungen und fieberhaften Erkrankungen. Das Haferstroh wird aufgrund seines Kieselsäuregehalts und der Saponine (Avenacoside) als Tee und Bad bei Hautleiden mit Juckreiz, Kopfgrind, Blasen- und Prostatastörungen, Rheuma, Ischialgie und Gicht eingesetzt.

Sonstiges:
Ein Großteil des Hafers wird als leistungsförderndesTierfutter verwertet. Für Pferde ist er ein wahres Kraftfutter und macht so manchen müden Gaul wieder zum stolzen Ross, daher kommt auch der Spruch „ihn sticht der Hafer“. Für den Menschen ist er ebenfalls ein wertvoller Nahrungsbestandteil und ist daher in  Backwaren, in Müsli und als Brei oder Grütze vertreten. Bis zur Einführung der Kartoffel war der Haferbrei eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der armen Bevölkerung. Es gibt Ausgrabungen aus Schweizer Pfahlbauten der Bronzezeit, in denen bereits Haferanbau nachgewiesen werden konnte. Heute stehen die Brotgetreide Weizen und Roggen im Vordergrund.



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