Königskerze

Königskerze (Verbascum densiflorum Bertol. (V. thapsiforme Schrad.))

Ordnung: Rachenblütlerartige (Scrophulariales)
Familie: Rachenblütler (Scrophulariaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00014
Arzneipflanze

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Volksnamen:
Brennkraut, Donnerkerze, Fackelblume, Frauenkunkel, Himmelsbrand, Johanniskerze, Marienkerze, Neunmannskraft, Wollkraut, Zottich
E: mullein, torch weed
F: molène

Botanik:
Die Pflanze gehört zu den Zweijährigen, d.h. im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, die graugrünen ungestielten Blätter fühlen sich samtigweich an, da sie mit feinen Häarchen bedeckt sind. Die Grundblätter sind groß, länglich elliptisch, die wechselständigen Stängelblätter werden nach oben kleiner und spitzer. Im Folgejahr schiebt sich ein bis 2m hoher steifer Stängel aus der Rosette, der sich nicht oder nur wenig verzweigt. Die Blüten stehen in endständigen Ähren und blühen von Juni bis September von unten nach oben allmählich auf. Die Einzelblüten bestehen aus fünf sonnengelben Kronblättern mit ca.30mm Durchmesser, aus der sich eine braune Kapsel entwickelt, die den feinen Samen enthält, der noch im gleichen Jahr die neuen Grundrosetten bildet. Sie wächst auf Schuttflächen, Kahlschlägen, an Wegrändern, mittlerweile gibt es auch züchterisch bearbeitete Arten für den Garten. Alle Königskerzen sind für viele Schmetterlingsarten Nahrungspflanze, vor allem für die Raupen des Königskerzen-Mönchs, aber auch viele Fliegen-, Hummel- und Käferarten finden dort Nahrung.

Verwandte Arten: kleinblütige Königskerze (V. thapsus), schwarze K. (V. nigrum), mehlige K. (V. lychnitis), filzige K. (V. phlomoides)

Heilwirkung:
Die Blüten werden aus den Kelchen gezupft und schonend getrocknet. Sie sind als Verbasci flos in der Apotheke erhältlich. Ihr Einsatzgebiet sind vor allem Erkrankungen der oberen Luftwege, bei chronischem Reizhusten, Asthma, Sinusitis, Ohrschmerzen, Neuralgien aber auch bei Wunden, Verbrennungen und Hämorrhoiden findet sie Verwendung. In der Volksheilkunde werden die Blüten in einem guten Öl ausgezogen und zum Einreiben bei Schmerzen benutzt. Ferner werden da auch die Blätter und die Wurzel verwendet. Offiziell üblich ist die Verwendung der Blüten als Tee bei Husten.

Die Pflanze enthält reichlich Schleimstoffe, aber auch Saponine, wodurch sie sowohl schleimlösend wie auch auswurffördernd, reizmildernd und beruhigend wirkt. Dabei unterstützen sie auch noch Iridoide, Pektin, Rutin, Hesperidin, ätherische Öle, Karotinoide und Flavonglykoside.

Sonstiges:
In Bayern bildet die Königskerze traditionell den Mittelpunkt des Kräuterbuschens, der aus verschiedenen Heilpflanzen besteht und an Maria Himmelfahrt (15. August) in der Kirche geweiht wird. Der Buschen bildet eine kleine Schutz- und Hausapotheke, z.B. wurden früher Teile des Buschens dem kranken Vieh ins Futter gemischt. Das Wissen um die Königskerze ist schon sehr alt, bereits Hippokrates (460-377 v. Chr.) erwähnt Verbascum für Wundbehandlungen. Die in der Pflanze enthaltenen Saponine sollen für Fische giftig sein und laut Aristoteles betäubt der in ein Gewässer gestreute Samen die Fische und erleichtert so den Fischfang. Hildegard von Bingen erwähnt die Königskerze unter „wullena“ als Heilmittel für ein „traurig Herz“. Die Stängel wurden früher in Harz oder Pech getaucht und als langbrennende Fackel genutzt.

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