Passionsblume

Passionsblume (Passiflora caerulea L.)

Familie: Passionsblumengewächse (Passifloraceae)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00012

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Siehe auch: Arzneipflanzen

Arzneipflanze des Jahres 2011

Foto:Matthias Zimmermann

Volksnamen:
Blaue Passionsblume, Leiden Christi
E: blue crown passion flower
F: passiflore caerulea, fleur de la passion
I: fiore della passione

Botanik:
Die blaue Passionsblume entstammt einer Familie mit über 400 Mitgliedern. Sie kommt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und gedeiht im milden Klima Südeuropas gut, während sie in Mitteleuropa frostfrei überwintert werden muß. Die ausdauernde Kletterpflanze wächst mehrere Meter hoch. Die gestielten dunkelgrünen Blätter sind fünfteilig, tief gelappt und können knapp handgroß werden. Die einzelnen Blatteile sind glattrandig. Aus den Blattachseln entspringen die korkenzieherähnlichen Ranken. Das Auffälligste sind die ungewöhnlichen Blüten, die von Mai bis in den Spätherbst erscheinen. Sie können bis zu 7cm im Durchmesser groß werden. Den weißen Deckblättern liegt ein Kranz aus fransenförmigen blau-violetten Blütenblättern auf. In der Mitte der Blüten liegen sehr prominent die Fortpflanzungsorgane - 5 schiffchenförmige Staubgefäße und 3 Narben. Aus dem gestielten Fruchtknoten entwickelt sich eine eiförmige gelb-orange gefärbte, eßbare Beere, die viele Samen enthält.

Passionsblume Früchte

Heilkunde:
Vor allem Passiflora incarnata, die fleischfarbene Passionsblume, aber auch die blaue Passionsblume werden bei Nervosität, nervöser Schlaflosigkeit, Herzneurosen und Neuralgien meist in Teeform oder als Homöopathikum eingesetzt.


Sonstiges:
Die große Familie der Passionsblumengewächse hat interessante Vertreter hervorgebracht. Zum einem die oben bereits erwähnte P. incarnata als Heilpflanze, ferner P. edulis, die auch als "Maracuja" bekannt wurde und die Grenadilla (P. ligularis)

Die Passionsblume wurde zu Anfang des 17. Jhd. in Europa eingeführt. Die auffällige Blüte wurde erstmals von dem Jesuiten Ferrari 1633 als symbolhafte Darstellung der Leiden Christi gedeutet: die drei auffälligen Narben symbolisieren die Nägel bei der Kreuzigung Jesu´, der fransige Strahlenkranz die Dornenkrone, die fünf Staubblätter die Wundmale, der gestielte Fruchtknoten den Schwamm, der Jesus am Kreuze hingehalten wurde oder auch als Geißelungssäule, die Ranken für die Geißeln, die Blätter stehen für die Lanzen, und die weiße Blütenfarbe der P. caerulea symbolisiert die Unschuld.

In Italien wird die blaue Passionsblume häufig als Zierpflanze verwendet und überzieht Gartenzäune und Hauswände mit ihren Blüten.

Passionsblume Blüten

Kulinarisches:
Die Früchte werden in den Ursprungsländern vor allem als Obst genutzt. Sie enthalten Vitamin C, B 12 sowie Calcium und Eisen. Der Geschmack ist erfrischend süß-säuerlich. Maracujasaft ist erst in den letzten Jahren bei uns beliebt geworden.

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Passionsblume
Foto: Matthias Zimmermann



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