Esskastanie Frucht

Eßkastanie (Castanea sativa MILL.)
syn. Castanea vesca GAERTN

Familie: Buchengewächse (Fagaceae)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00011

Siehe auch: Arzneipflanzen

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Volksnamen:
Chestene, Edelkastanie, Keschten, Köschten, Marone, zahme Kastanie
E: sweet chestnut
F: marron, châtaigner
I: marrone, castagno

Botanik:
Die Edelkastanie ist ein Baum, der zwischen 10-30m hoch werden kann. Sie stammt ursprünglich aus Kleinasien und hat sich vom Mittelmeergebiet bis zum Kaukasus verbreitet. Bei uns gedeiht sie hauptsächlich in mildem Weinbauklima, in rauheren Lagen reifen die Früchte nicht aus. Vor allen in den Tälern der Südalpen haben sich noch große, alte Bestände gehalten.

Rinde: Die Borke ist bei jungen Bäumen glatt und olivbraun, später wird sie graubraun und hat tiefe Risse.

Blätter: Sie sind bis zu 25cm lang, länglich-lanzettlich, ledrig-hart und haben eine glänzend-dunkelgrüne Farbe, die Unterseite ist heller. Der Blattrand ist stachelig-gezähnt, die Blattnerven verlaufen schräg und parallel.

Eßkastanie

Blüte: Der Baum ist einhäusig, Blütezeit ist von Juni bis Juli. Die männlichen, blassgelben Blütenkätzchen werden bis zu 18 cm lang, während die weiblichen Blüten wesentlich kleiner sind und unscheinbar meist in Zweier- oder Dreiergruppen in einem schuppigen Fruchtbecher beieinander stehen. Die Blüten riechen unangenehm nach Trimethylamin. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Ameisen und Käfer.

Frucht: Die Früchte sind grün und stachelig. Wenn sie im Oktober reif werden, platzen die Fruchtschalen auf und geben ihren Inhalt, die Maronen, frei. Diese sind 1-3cm groß, auf einer Seite abgeflacht und dunkelbraun, sie werden zu den Nüssen gezählt. Verbreitung erfolgt u.a. durch Eichhörnchen, Mäuse und Eichelhäher. Erst nach ca. 20 Jahren trägt ein Baum Früchte.

Medizinisch verwendeter Teil:
Blätter - Castanea folium, Sammelzeit ist September/Oktober

Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe (Gallussäure, Ellagsäure, Quercetin, Castalagin)

Heilkunde:
Erkrankungen der Atemwege. Rachenentzündung, Durchfall.
In der Bachblütentherapie findet sie als Sweet Chestnut Verwendung.

Eßkastanie

Kulinarisches:
Die stärkehaltigen Maronen sind das Notbrot für viele Menschen gewesen. U.a. wurden die getrockneten Früchte zu Mehl verarbeitet und diese dann zum sog. Baumbrot gebacken. Mittellose Personen durften auf öffentlichem Boden Eßkastanien für den Eigengebrauch anbauen. Heute sind Maronen vor allem als Leckerei bekannt und gehören zum Törggelen im Spätherbst genauso dazu wie zur Füllung der Martinsgans oder als Maronenmus, eine französisch-italienische süße Spezialität.

Esskastanie Baum

Sonstiges:
Die Eßkastanie ist nicht mit der Roßkastanie (Aesculus hippocastanum) verwandt, die einer anderen Familie, den Roßkastaniengewächsen (Hippocastanaceae) angehört. Das Holz wird wirtschaftlich genutzt und ist ein begehrter Rohstoff für Möbel-, Schiffs- und Musikinstrumentenbau (Klaviere). Da das Holz fäulnisrestistent ist, wird es gerne auch für Zäune oder Pfähle genutzt.

Im antiken Griechenland wurde die Marone als "Eichel des Zeus" bezeichnet und fand schon in der Antike in der Heilkunde und in der Ernährung Verwendung. Die Wertschätzung zog sich durch die nachfolgenden Jahrhunderte, u.a. wurde sie in der "Capitulare de villis", der Landgüterverordnung Karl des Großen aufgeführt. Auch in der Hildegardmedizin hat sie ihren Platz.

Literatur
René A. Strassmann, Baumheilkunde, AT-Verlag Aarau/Schweiz
Dr. G. Madaus, Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band I, Georg Thieme Verlag, Leipzig
Doris Laudert, Mythos Baum, BLV, München
Max Wichtl, Teedrogen und Phytopharmaka, WVG, Stuttgart

Weiterführende Links

http://www.hortikultur.ch



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