Mädesüß

Mädesüß (Filipendula ulmaria L.) MAXIM.
(ehemals: Spiraea ulmaria)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Ordnung : Rosenartige (Rosales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00008
Siehe auch:
Arzneipflanzen

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Volksnamen:
Bärmutterkraut, Bocksbart, falscher oder wilder Holler, wilder Hirsch, Immenkraut, Metkraut, Rehstauden, Rüsterstaude, Spierstaude, Ulmenspiere, Wiesengeissbart, Wiesenkönigin, Wiesensüß, Ziegenbart
E: meadow sweet, bridewort
F: reine des prés, ulmeire
I: olmaria comune

Botanik:
Die mehrjährige, gut 1,20m hoch werdende Staude wächst an feuchten, nährstoffreichen Standorten wie Bachufer, Gräben, Mooren und auf feuchten Wiesen. Aus dem kräftigen Wurzelstock wächst ein häufig rot überlaufener, kantiger Stängel. Die wechselständigen, gefiederten Blätter sind am Rand gezähnt und haben eine deutlich sichtbare Nervatur. Große und kleine Fiederblättchen wechseln miteinander ab. Die Blattunterseite ist weißlich behaart. Den Blütenstand bildet eine ästige Trugdolde aus cremefarbenen, winzigen Einzelblüten mit zahlreichen Staubgefäßen, die einen intensiven Duft (honig- mandelähnlich) verströmen.

Verwandte Art:
Das kleine oder knollige Mädesüß (Filipendula vulgaris)

mädesüß Blätter

Verwendeter Teil:
Blüte – Spiraea flos

Sammelzeit:
Juni/August

Verwendungsform:
Tee, Tinktur, Arzneiwein, Ölauszug

Gegenanzeigen:
nicht bei Salicylatunverträglichkeit einnehmen

Heilwirkung:
Fieber, Grippe und grippeähnliche Infekte, rheumatische Schmerzen, Blasen- und Nierenleiden, Neuralgien, Kopfschmerzen

Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe, Flavonoide (Spiraeosid), Phenolglykoside (Salicylaldehydprimverosid), ätherisches Öl

Tiere:
Für die Raupen des Mädesüß-Perlmuttfalters ist das Mädesüß die einzige Nahrungspflanze, er kommt daher nur an größeren Mädesüßbeständen vor.

Imker rieben früher ihre Bienenstöcke mit dem Kraut aus, um ihre Bienen (Immen -> Immenkraut) an den Bienenstock zu binden.

Sonstiges:
Das Mädesüß gilt neben der Weidenrinde als unser pflanzliches Aspirin - ein acetylsalicylsäurehaltiges Medikament! Dieses soll seinen Namen aus dem alten botanischen Gattungsnamen "Spiraea" erhalten haben - also "A" für Acetyl und "spirin" für Spiraea. Der deutsche Name hat nichts mit dem weiblichen Geschlecht zu tun, sondern bezieht sich entweder auf die "Mahd" = mähen, da es dem Heu ein herrliches Aroma verlieh. Oder es leitet sich aus der Tradition ab, den Met mit den Blüten zu würzen.

Mädesüß ist eine uralte Kult- und Kulturpflanze und galt neben dem Eisenkraut und der Wasserminze als heilige Pflanze der Kelten.



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