Fieberklee

Fieberklee (Menyanthes trifoliata L.)

Familie: Fieberkleegewächse (Menyanthaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00007
Siehe auch: Arzneipflanzen

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Botanik:
Die mehrjährige Pflanze wächst im Uferbereich bzw. in der Sumpfzone von Gewässern und bildet im moorigen Untergrund einen fingerdicken, kriechenden Wurzelstock aus. Er ist in kleine Abschnitte unterteilt und bewurzelt sich an diesen Knoten immer wieder, wächst aber auch "ausläuferartig" ins freie Wasser hinaus. Aus ihm entspringen die ca. 10cm hohen dreigeteilten, glattrandigen und ovalen Blätter mit kleeähnlichem Aussehen. Diese gaben der Pflanze auch den Namen, obwohl sie eng mit den Enziangewächsen verwandt ist und auch in alten Kräuterbüchern noch unter den Gentianaceae - Enziangewächsen geführt wird. Die Blüte besteht aus einer Blütentraube, die auf einem ca. 20cm hohen blattlosen Schaft sitzt und von unten nach oben aufblüht. Die einzelnen ca. 1- 1,5 cm großen Blüten bestehen aus 5 reinweißen, leicht nach hinten gebogenen Kronblättern, die sternförmig angeordnet sind und mit dicken weißen Haaren besetzt sind. Die Blütenknospen sind rosa überlaufen. Aus der Blüte entwickelt sich eine Kapsel, die die braunglänzenden rundlichen Samen enthält.

Heilwirkung:
Heute wird der Fieberklee vor allem als typische Bitterstoffdroge bei Magen/Darmstörungen verwendet. In der Volksheilkunde fand er auch bei Rheuma, Arthritis und Gicht Verwendung. Ferner wurde er bei Fieber (Name) und auch Skorbut (der alte Name dafür ist Scharbock) empfohlen.

Vorsicht: nicht bei (ruhrartigen) Durchfällen oder Dickdarmentzündungen sowie Magen/Darmgeschwüren einsetzen; eine Überdosierung kann außerdem Erbrechen hervorrufen.

Verwendeter Teil:
Blätter - Menyanthidis trifoliatae folium
Hauptsächliche Verwendung in Form von Tee und Tinktur

Sammelzeit:
Fieberklee steht unter Naturschutz!, bei Eigenanbau werden die Blätter von Ende April bis Juli gesammelt. Für die pharmazeutische Herstellung wird die Droge vor allem aus Osteuropa bezogen.


Inhaltsstoffe:
Bitterstoffe in Form der Secoiridoidglykoside (Dihydrofoliamenthin, Menthiafolin, Loganin), Menyanthin, Flavonoide, Monoterpenalkaloide (Gentianin, Gentianidin), Gerbstoffe, Cumarine, Saponine, Cholin, Jod, Vit. C

Kulinarisches:
Er ist Bestandteil vieler Magenbitter, um nach einem üppigen Essen Verdauungshilfe zu leisten.

Sonstiges:
Fieberklee wird erst seit dem Mittelalter in den großen Kräuterbüchern (Tabernaemontanus, Bock) erwähnt, war also in der Antike nicht gebräuchlich. In der Neuzeit hielt Pfarrer Kneipp große Stücke als Blutreinigungsmittel auf ihn.

An Gewässern wächst er gerne in der Verlandungszone, und kann dort große Flächen bevölkern. Leider ist er sehr selten geworden und steht in vielen Ländern unter Naturschutz. Er läßt sich aber in dauerfeuchtem Boden gut halten, wer einen Gartenteich hat, sollte ihn im Uferbereich einpflanzen.

Literaturhinweise
Wichtl Max, Teedrogen und Phytopharmaka, WVG, Stuttgart
Kaufhold Peter, Phytomagister professional 3.9



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