Alant

Alant (Inula helenium L.)

Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00006

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Volksnamen:
Altkraut, Brustalant, Darmkraut, Edelwurz, großer Heinrich, Helenenkraut, Odinskopf, Schlangenkraut
E: Elecampane, scabwort, elfwort
F: Aunée, inule
I: elenio, enula campana

Botanik:
Die aus Zentralasien stammende, ausdauernde Pflanze ist in ganz Europa verbreitet und eine alte Bauerngartenpflanze. Vielfach ist sie aus den Gärten ausgebüchst und steht nun vor allem am Waldrand, an Gräben und an Bachböschungen. Der Alant liebt einen eher feuchten, sonnigen Standort. Dort bildet er einen knollig verdickten und verästelten Wurzelstock, bei dem einzelne Wurzeln bis zu 50 cm lang und 1cm dick werden können. Aus diesem entspringt ein gut 2 m hoher, behaarter Stängel, der sich erst im oberen Teil verzweigt. Die Grundblätter sind gestielt, die Stängelblätter ungestielt und wechselständig. Die Blätter selbst sind eiförmig und auf der Oberseite kahl, die Unterseite dagegen ist filzig behaart. Die Blätter können bis zu 40 cm groß werden, der Rand ist unregelmäßig gezahnt. Die goldgelben Blüten erscheinen von Juni – September und können bis zu 7 cm breit werden. Sie haben die typische gelbe Scheibe aus vielen kleinen Röhrenblüten und den ebenfalls gelben, dünnen Strahlenblüten, wodurch die Blüte immer etwas zerzaust wirkt.

Alant Nahaufnahme

Verwandte:
Schweizer Alant (Inula helvetica), Deutscher Alant (Inula germanica), Weidenalant (Inula salicina), Wiesenalant (Inula britannica)

Verwendeter Teil:
Wurzel - Helenii rhizoma

Sammelzeit:
IX-XI, von etwa 3-jährigen Pflanzen

Inhaltsstoffe:
Inulin; ätherisches Öl mit Helenin, Sesquiterpenlactone mit Alantolacton; Triterpene; Sterole; Polyacetylene; Kieselsäure

Heilwirkung:
Erkrankungen der Atmungsorgane, Hautleiden, Verdauungsbeschwerden, Stoffwechselerkrankungen und Harnwegsleiden.

In der Naturheilkunde wird Alant auch als Adaptogen bei allgemeiner (Nerven)Schwäche eingesetzt. Die traditionelle chinesische Medizin benutzt die Blüten von Inula japonica unter dem Namen Xuan fu hua als leicht wärmendes, auswurfförderndes Heilmittel.

Gegenanzeigen:
bei Überdosierung kann es zu Magen/Darmbeschwerden und Schleimhautreizungen kommen. Allgemein besteht bei Korbblütlern eine erhöhte Allergiegefahr. In der Schwangerschaft/ Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt/Heilpraktiker verwenden.

Alant

Sonstiges:
Helena hielt lt. Sage einen Strauß Alant bei ihrer Entführung in den Händen (Helenenkraut) und gab damit der Pflanze ihren Namen, alternativ dazu entsprang die Pflanze aus den Tränen, die sie bei ihrer Entführung vergoß.

Alant war in der Antike bereits eine geschätzte Pflanze, sowohl für Heil- wie auch für kulinarische Zwecke. Nachdem die römischen Truppen an einer vergifteten germanischen Quelle getrunken hatten, sollen die Friesen Cäsar den Alant als Gegenmittel verraten haben.

Kulinarisches:
Kandierte Alantwurzelstücke wurden früher als verdauungsfördernde Nascherei gerne verspeist, heute ist er vor allem noch Bestandteil vieler Kräuterliköre.



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