Kalmus

Kalmus (Acorus calamus L.)

Familie: Kalmusgewächse (Acoraceae)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00005

Gewürzpflanze

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Volksnamen:
Brustwurz, Deutscher Ingwer, Deutscher Zitwer, Gewürzkalmus, Magenwurz, Zehrwurz
E: sweet flag, calamus
F: acore, rhizome d´acore vrai

Botanik:
Der schilfähnliche Kalmus wächst in der Uferzone von Gewässern (Wasserstand bis ca. 30cm) sowie in Sumpfgebieten und liebt einen sonnigen Standplatz. Aus dem daumendicken, kriechenden Wurzelstock entspringen ca. 1,50 m hohe schwertförmige Blätter. Diese sind bis zu 2 cm breit und am Rand oft gewellt. Die Blüten selbst sind unscheinbar grün und klein, werden aber auffällig präsentiert: sie sitzen an einem bis zu 7 cm langen Blütenkolben, der seitlich aus einem Hochblatt hervorwächst. Blütezeit ist Juni/Juli, wobei Kalmus nur nach milden Wintern und in warmen Sommern zur Blüte kommt, da er ursprünglich aus Ostasien stammt, dennoch ist er winterhart. Aus den Blüten entwickeln sich rote Beeren, die in unserem Klima aber nicht zur Reife kommen.

Während er in der klassischen Literatur den Araceaen zugeordnet wird, wird er heute zunehmend in einer eigenen Familie, den Acoraceae geführt.

Heilkunde:
Kalmus ist ein gutes Magen- und Darmheilmittel. Er wird auch als Stärkungsmittel (Roborans) bei Infektionskrankheiten und während der Rekonvaleszenz eingesetzt.

Verwendeter Teil:
Wurzelstock - Calami rhizoma

Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl (bis zu 9%) aus Monoterpenen, Sesquiterpenen, Phenylpropanen und beta-Asaron, Acorin (Bitterstoffglykosid), Gerbstoffe, Schleim, Cholin

Gegenanzeige:
Da der Inhaltsstoff beta-Asaron im Tierversuch als krebserzeugend und fruchtschädigend gilt, sollte auf Asaron-arme Züchtungen ausgewichen werden.

Sonstiges:
Kalmus hat seit der Antike eine lange Tradition als Heil- und Gewürzpflanze in seinem Verbreitungsgebiet. Da er aber von Clusius erst im Jahre 1574 nach Wien gebracht wurde, findet man in den alten Kräuterbüchern nichts über ihn. Mittlerweile ist er jedoch eingebürgert und wird ab und zu noch in der Nähe von Klöstern gefunden. Er gilt auch als Aphrodisiakum und soll in der arabischen Welt deswegen früher hoch geschätzt gewesen sein. Vermutlich deshalb, aber auch als verdauungsförderndes Mittel wurde die Wurzel in Pulverform verschiedenen Speisen als Gewürz zugesetzt. Heute dient er in Europa vor allem zur Aromatisierung von Lebensmitteln, da der Wurzelstock aufgrund seines ätherischen-Öl-Gehaltes einen aromatischen Duft verströmt.

Weiterhin wird er im Garten- und Landschaftsbau als Repositionspflanze verwendet, d.h. er wird in der Rekultivierung und Renaturierung von Gewässern aufgrund seiner wasserreinigenden Eigenschaften eingesetzt.



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