Kapern

Kapern (Capparis spinosa L.)

Familie: Kaperngewächse (Capparaceae syn. Capparidaceae)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00004

Gewürzpflanze

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Siehe auch: Gewürzpflanzen


Volksnamen:
dorniger Kapernstrauch, echter Kapernstrauch, Kapernapfel (Frucht), Kaperngurke (Frucht)
E: caper, caperbush
F: câpres, fabagelle, cornichon de câpre (Frucht)
I: cappero, capperone (Frucht)

Botanik:
Ursprünglich aus Kleinasien stammend, ist der Kapernstrauch heute auch im gesamten Mittelmeerraum und Südwest- bis Zentralasien verbreitet. Bevorzugt wächst er in Felsspalten oder an Mauern und braucht einen mageren, vollsonnigen Standplatz. Dabei hält er Temperaturen von mehr als 40° Celsius aus. Er bildet einen bis zu 1m hohen Busch mit langen überhängenden Trieben, wächst aber aufgrund der extremen Standorte häufig niederliegend. Der Strauch bildet ein ausgedehntes, in die Tiefe gehendes, steinhartes Wurzelwerk aus. Er ist salztolerant und wächst somit auch in Meeresnähe.

Die blaugrünen breit-eiförmigen Blätter sind leicht fleischig, da sie Wasser speichern können. Die Nebenblätter sind zu dornigen Fortsätzen umgewandelt. Aus den an langen Stängeln sitzenden Knospen entwickeln sich große, weiße Blüten, aus deren Mitte viele lange malvenfarbige Staubgewächse entspringen und der Pflanze einen sehr exotischen Reiz verleihen. Die Bestäubung erfolgt durch Schwärmer, am nächsten Morgen ist die Blüte bereits verwelkt. Allerdings sind die Zweige mit Knospen übersät, so daß eine lange Blütezeit gewährleistet ist. Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich eine fleischige, oval-längliche Beere mit vielen Samen. Diese werden durch Vögel weiterverbreitet.

Volksheilkunde:
In ihrem Verbreitungsgebiet wurde die Kaper immer auch medizinisch genutzt. So fand sie bei Milzleiden, Arteriosklerose, Arthritis und Rheuma Verwendung.

Ein indischer Verwandter wird im Ayurveda unter dem Namen "Himsra" als Leberheilmittel verwendet.

Verwendeter Teil:
Blütenknospe

Inhaltsstoffe:
Flavonoidglykoside, Rutin, Glucocapparin (Senfölglykosid)

Kulinarisches:
In der Küche sind die Kapern begehrt, das sind die Blütenknospen der Pflanze. Die (von Hand gepflückten) Knospen müssen getrocknet und in einer Salz/Essig/Ölmischung eingelegt werden. Die beste Qualität stammt aus Südfrankreich, die "Nonpareilles" (extra klein) gelten als die beste Sorte. Kapern werden als Gewürz vor allem in der Mittelmeerküche, z.B. in Pasta, auf Pizza oder bei Vitello tonnato verwendet. Aber auch in Deutschland gibt es bekannte Gerichte wie die Königsberger Klopse, die ohne Kapern nicht auskommen. Die eingelegten Beeren werden im Mittelmeerraum als Kapernäpfel oder -gurken ebenfalls gegessen. Der Geschmack der Kapern ist scharf-würzig und säuerlich, die Früchte schmecken besonders scharf.

Sonstiges:
Die Kaper wird bereits als Pflanze in ägyptischen Papyri erwähnt und findet auch bei Dioskurides und später bei Lonicerus als Heilpflanze Anerkennung. Manchmal werden die eher teuren Kapern durch die Blütenknospen anderer Pflanzen ersetzt (Gänseblümchen, Kapuzinerkresse).



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