Bärlauch im Wald

Bärlauch (Allium ursinum L.)

Familie: Lauchgewächse (Alliaceae)

Autor: Karin Malke
Mail: caitlin@arcor.de
Website: http://www.kraeuterseite.de

Dokument: KM 00001

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Siehe auch: Arzneipflanzen Gewürzpflanzen


Volksnamen:
Bärenlauch, Hexenzwiebel, Ramsel, Ramschel, Waldknoblauch, wilder Knoblauch, Wurmlauch, Zigeunerlauch
E: ramson, bear´s garlic, broad-leafed garlic
F: Ail de bois, ail des ours
I: Aglio orsino

Botanik:
Aus einer kleinen, weißen Zwiebel entspringen im zeitigen Frühjahr, noch vor dem Laubaustrieb der Bäume, zwei lanzettförmige Blätter. An den kurzen Stiel sitzt das saftig-grüne, glattrandige Blatt. Dieses ist leicht überhängend und kann bis ca. 25cm lang werden. Die weißen, sternförmigen Blüten, die Ende April/Anfang Mai erscheinen, stehen dicht in einer Trugdolde zusammen. Der Bärlauch bildet an der Blüte keine Brutzwiebeln, sondern Kapselfrüchte mit schwarzem Samen. Da diese ein fleischiges Anhängsel, das sog. "Ameisenbrot", besitzen, werden sie von Ameisen verschleppt und somit weiterverbreitet. Die Pflanze ist ausdauernd und ihr entströmt aus allen Teilen ein kräftiger Knoblauchgeruch.

Wo sie sich wohl fühlt, bildet sie große Bestände. Sie liebt einen feuchten bis nassen Standort im Halbschatten und kommt vor allem in humusreichen Laub- und Auenwäldern vor. Nach der Blüte zieht die Pflanze ihre Blätter wieder ein und ist somit den Rest des Jahres nicht sichtbar, die Pflanze selbst aber ist ausdauernd.

Verwechslungsgefahr:
Mit den Blättern des Maiglöckchens (Convallaria majalis), jedoch ist der typische Knoblauchgeruch, der schon beim Pflücken frei wird, ein eindeutiges Kennzeichen. Die Blätter des Maiglöckchens sind auch aufrechter stehend, während die des Bärlauchs leicht überhängend sind.

Bärlauch Nahaufnahme

Verwendeter Teil:
Blatt – Alii ursini herba (Drogenname)

Sammelzeit:
IV - V, vor der Blüte

Verwendungsform:
vor allem frisch als gesundes Gewürz, Tinktur, Tee


Gegenanzeigen:
Wer Knoblauch nicht verträgt, reagiert meist auch auf Bärlauch mit Magenbeschwerden

Heilwirkung:
Erkrankungen des Kreislaufes, Magen/Darm, Stoffwechsel, Atmungssystem
In der Naturheilkunde und kulinarisch wird auch die Zwiebel verwendet.

Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl (Lauchöl wie bei allen Allium Arten), Vinyldisulfid, Mineralien, Vit. C

Bärlauch

Sonstiges:
Der Bärlauch hat seinen Namen daher, daß die Bären nach dem langen Winterschlaf erstmal große Mengen der Pflanze fraßen, um sich wieder „durchzuputzen“, also den Stoffwechsel in Schwung zu bringen.

Kulinarisches:
Als gesunder Frühlingsgenuß erfreut sich Bärlauch wachsender Beliebtheit. Köstlich schmeckt er kleingeschnitten auf einem Butterbrot, in Salaten, (Wild)Kräuterquark, als Pesto usw. Da seine Inhaltsstoffe sehr empfindlich sind, sollte er nicht mitgekocht werden, sondern erst am Ende der Zubereitung dazugegeben werden. Der Vorteil gegenüber dem Knoblauch ist, daß man am nächsten Tag nicht aus allen Poren duftet.

Die Blüten schmecken ebenfalls knofelig und können z.B. als Salatdekoration verwendet werde. Ab der Blüte werden die Blätter nicht mehr verwendet, da sie dann zäh und faserig werden und die Pflanze ihre Kraft in die Blüte und die Samenbildung steckt.



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Bärlauch

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