Groppe

Groppe (Cottus gobio)

Klasse: Fische (Pisces)
Unterklasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Überordnung: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Panzerwangen (Scorpaeniformes)
Familie: Groppen (Cottidae)
Gattung:  Cottus

Autor: Thomas Pruß
Dokument: TP 00003
Alle Fotos: Thomas Pruß

Portrait einer Groppe. Auffällig ist der massive Kopf. Die Nahrung wird aufgenommen, indem die Groppe das Maul aufreißt und die Beute mit einem Wassersog einsaugt.

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Zu den Panzerwangen gehören so exotische Vertreter wie die Steinfische der Indiks und Pazifiks (Fam.: Synanceiidae), in deren Familie man die giftigsten Fische der Welt findet, die Knurrhähne (Triglidae), die bei uns in der Nordsee leben oder auch die Drachenköpfe (Scorpeaneae), aus dem Mittelmeer, ohne die eine echte Bouillabaise nicht vorstellbar ist.

Allen gemein ist: Sie sind Meeresfische. Die Groppe macht da eine Ausnahme. Sie ist ein Süßwasserfisch, Und damit nicht genug: Sie hat sich so weit vom Meer entfernt wie nur möglich und besiedelt klare, sauerstoffreiche und saubere Flüsse und Bäche der Forellen- und Äschenregion.

Groppen werden bis zu 16 cm groß (maximal 20 cm). Es sind Bodenfische, die sich tagsüber im Schutze von Steinen aufhalten. In der Dämmerung und nachts gehen sie auf Jagd nach Flohkrebsen, Insektenlarven und Würmern. Die Haut ist braun gemustert und schuppenlos. Auffallend ist der bullige Kopf, um den die großen Brustflossen wie ein Fächer aufgerichtet werden können.

Die Groppe ist ein schlechter Schwimmer, ihre Fortbewegung ist eher hüpfend, wobei die Brustflossen den Hauptantrieb erzeugen. Nur auf der Flucht schlägt sie heftig mit der Schwanzflosse. So trübt sie das Wasser um sich herum, um im Schutze der Staubfahne verschwindet sie.

Obwohl Groppen Einzelgänger sind, findet man oft unter Steinen mehrere Exemplare. Diese verteidigen ihr Revier aber sehr energisch gegen Eindringlinge

Groppen betreiben Brutpflege: Das Männchen säubert den Stein, unter dem es sitzt, an der Unterseite und schlägt auch eine kleine Laichgrube. Das Weibchen heftet die Eier an den Stein oder legt sie in der Grube ab. Bis zum Schlupf der Jungfische (etwa nach 3 Wochen, je nach Wassertemperatur) bewacht das Männchen das Gelege. Wenn die Jungen schlüpfen, müssen sie schnell ihrer eigenen Wege gehen, denn die Fresshemmung des Männchens hält nicht lange an.

Übrigens: Auch die Groppe ist – wie alle Panzerwangen – giftig: An ihren Kiemendeckeln befindet sich in einer Hauttasche ein spitzer Dorn. Stichverletzungen, die man sich beim Fang mit Hand zuziehen kann, schwellen an, und schmerzen leicht. Allerdings klingen die Beschwerden nach wenigen Stunden wieder ab.

Groppen zählen gerade in der Forellenregion zu den Haupt-Beutefischen der Forellen. In Deutschland steht die Groppe unter Naturschutz. Früher waren diese Fische auch eine beliebte Mahlzeit: Groppen haben ein weißes, festes und grätenfreies Fleisch, das sehr delikat ist.

Im deutschen Sprachraum ist die Groppe auch bekannt unter „Westgroppe“, „Koppe“, „Mühlkoppe“ oder einfach als „Kauz“ oder „Kauzekopp“.



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