Kuckuck

Kuckuck (Cuculus canorus)

Familie: Kuckucke (Cuculidae )
Ordnung: Turakos und Kuckucke (Cuculiformes )

Autor: Sönke Morsch
Mail: smorsch at natur-lexikon.com

Website : www.fotonatur.de

Dokument: SM 00043

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Vogel des Jahres 2008


Der Kuckuck ist ein häufiger Brutvogel in Mitteleuropa.
Er ist kein Singvogel.

Kennzeichen
Er ist etwa Türkentauben groß. Sein Flug erinnert stark an einen Sperber. Beim Sitzen ist er kurzbeinig und lässt die Flügel hängen. Kuckucke sind langschwänzig. Zwei verschiedene Farbvarianten des Kuckuck kommen vor, die sogenannte graue Morphe und die rostbraune Morphe ( meist Weibchen ).

Kuckuck auf Zaun

Verbreitung und Bestand
In Europa ist er fast überall zu Hause, von der Baumgrenze des Gebirges bis zu den Dünen der Nordsee. Höchster Brutnachweis in der Schweiz auf 2500 Meter. Sein Bestand ist stark abhängig von den Wirtsvögeln.

Kuckuck im Busch

Wanderungen
Der Kuckuck ist ein Langstreckenzieher. Kleine Teile der Population überwintern schon in Westafrika, der größte Teil wandert über den Äquator hinaus. Nur ein sehr kurzer Aufenthalt im Brutgebiet. In Norddeutschland treffen die Vögel erst Mitte Mai ein und schon Anfang/ Mitte August wird das Brutgebiet wieder verlassen.

Biotop
Der Kuckuck ist eigentlich überall zu finden. Von Dünenlandschaften bis Gebirgsgegenden. In den Stadtzentren fehlt er.  Übersichtliche Flächen mit geeigneten Ansitzen werden von ihm bevorzugt.

Nahrung
Insekten. Viel Schmetterlingsraupen. Behaarte Raupen, die von anderen Vögeln meist verschmäht werden, bilden einen großen Anteil an der Nahrung. Aber auch Käfer, Heuschrecken, Ohrwürmer usw. gehören mit auf den Speiseplan.

Kuckuck fliegend

Verhalten
Der Kuckuck ist ein tagaktiver Vogel.  Aber auch Nachts kann man seinen Ruf mitunter hören. Er ist sehr scheu, zu sehen bekommt man ihn meist nur im Fliegen. Der Flug des Kuckuck ist dem des Sperbers sehr ähnlich und man kann ihn auf dem ersten Blick verwechseln. Kleine Fluggleitphasen sind immer wieder zu sehen. Raupen werden von ihm von Büschen und Bäumen abgepflückt. Insekten werden von der Sitzwarte direkt angeflogen. Er lebt als Einzelgänger, wobei man nur zur Brutzeit mehre Kuckucke zusammen sehen kann.

Kuckuck mit Beute

Fortpflanzung
Nur eine ganz kurzzeitige Paarbildung. Meist nicht länger als einen Tag. Er ist ein Brutparasit, dass Weibchen legt seine Eier einzeln in Nester von bestimmten Singvögeln. Das Kuckucksweibchen produziert in seinem Leben Eier, die immer einer Singvogelart farblich angepasst ist. Das beinhaltet dann auch eine starke Abhängigkeit von dem Wirtsvogel. Diese Abhängigkeit wird aber auch unterbunden und es kommt zu kuriosen Eiablagen, ( Zaunkönig, Heckenbraunelle und ähnliches)  Die Eier des Kuckucks sind größer als die des Gastgebers und viele Wirtsvögel merken den Betrug und entfernen dieses fremde Ei oder es wird die ganze Brut aufgegeben. Nimmt das Singvogelpaar aber das Ei an, hat der eigene Nachwuchs keine Chance mehr. Sofort nach dem Schlüpfen des Jungkuckucks entfernt dieser die anderen Jungen oder aber die Eier. So schaltet der junge Kuckuck massiv Nahrungskonkurrenten aus.

Kuckuck

Der Jungkuckuck besitzt einen riesigen roten Rachen, der einen sehr starken Fütterungstrieb bei den Wirtseltern auslöst. Man hat über 110 Vogelarten in Europa nachgewiesen, die dem Kuckuck als Wirtsvogel dienen. Zu ihnen gehören in Mitteleuropa der Zaunkönig, Neuntöter, Heckenbraunelle, Teich- und Schilfrohsänger, Bachstelzen, Rotkehlchen und viele andere mehr. Nach dem Ausfliegen des jungen Kuckucks sitzt dieser meist auf Pfählen oder ähnlichen Sitzgelegenheiten und es ist schon sehr verwunderlich zu sehen, wie der meist sehr viel kleinere Wirtsvogel den Kuckuck füttert.

Alter
Nachgewiesen wurden 14 Jahre.



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