Seidenschwanz

Seidenschwanz (Bombycilla garrulus)

Familie: Seidenschwänze (Bombycillidae)
Unterordnung: Singvögel (Passeres)
Ordnung: Sperlingsvoegel (Passeriformes)

Autor: Sönke Morsch
Mail: smorsch at natur-lexikon.com

Website : www.fotonatur.de

Dokument: SM 00041

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Häufiger Wintergast in Norddeutschland

Kennzeichen
Ein gedrungener starengroßer, mit einem kräftigem Schnabel versehener Vogel. Der Schnabel hat eine leicht hakenförmige Spitze. Beide Geschlechter besitzen eine auffällige Federhaube. Das Männchen unterscheidet sich vom Weibchen nur durch intensivere Farben, kleinerem Kehlfleck und durch schmalere Schwanzbinden. Die Unterscheidung ist aber immer schwierig. Von weiten sehen Seidenschwänze graubraun aus, erst von nahem sind die Farben und das schöne Aussehen zu erkennen ( siehe Fotos ).

Verbreitung und Bestand
Vom Hudsonbai über die Taigazone bis nach Nordskandinavien reicht das Brutvorkommen. In Mitteleuropa ( Linie Bodensee – Budapest )  regelmäßiger Wintergast.

In starken Invasionsjahren kommt auch ein Vordringen bis ans Mittelmeer vor.Starke Invasionsjahr registriert man zwei- bis dreimal pro Jahrzehnt.

Wanderungen
Strichvogel ( Teilzieher ) der bei guten Beerenjahren ( vor allem Ebereschen ) im Brutgebiet bleibt. Bei Nahrungsknappheit kann der ganze Bestand abziehen. Abwanderung in der Regel zwischen 500- und 1000  Kilometer nach Süden.

Nach sehr guten Brutsommern und milden Wintern und einer dann folgender herbstlicher Nahrungsknappheit kann der Auslöser der großen Invasionen sein. Hierbei kommt es dann zu weiten Flügen, wobei es Nachweise in Algerien und auf den Inseln Zypern, Malta, Sardinien und Kreta gegeben hat.

Biotop
In der Brutzeit werden hohe Fichtenbestände an feuchten Standorten bevorzugt. Aber auch an Wasserläufen und Mooren mit Pappeln und Birken findet man das Brutrevier.Außerhalb der Brutzeit in offen Parklandschaften mit Obst- und Beerenbeständen ( Friedhöfe, Parks, alte Alleen und Obstgärten ).

In neuerer Zeit zu Invasion auch bei uns an Stadt- und Dorfrändern, hierbei vor allem, wenn Ebereschen oder andere beerentragende Bäume und Büsche angepflanzt wurden.

Nahrung
In der Brutzeit vor allem Insekten und nur ausnahmsweise Beeren. Die Insekten werden meist in der Luft erjagt. Im Winter fast ausschließlich Früchte wie Ebereschen, die Beeren des Schneeballs, Wacholder, Mispel- und Holunderfrüchte. Auch Früchte wie Birnen und Äpfel werden nicht verschmäht. Im Frühjahr dienen die Knospen von Weiden und Pappeln als Nahrung.

Verhalten
Ein Tagaktiver Vogel. Auf dem Boden hüpfend. Starenartiger Flug. In der Brutzeit vom Ansitz aus fliegend Insekten jagend. Geschickter Kletterer  bei der Beerenernte.Beeren werden auch im Rüttelflug abgelesen. Gesellig. In kleinen Kolonien brütend. Während der Zugzeit in kleinen Trupps, bei den großen Invasionen auch in großen Schwärmen.Balzfütterung mit Austauschen von Früchten oder kleinen Zweigen. Balztanz am Boden. Die Haube wird dabei stark angehoben, sowie das Rücken- und Bürzelgefieder gesträubt.Auffallend geringe Fluchtdistanz.

Fortpflanzung
Saisonehe. Im ersten Jahr Geschlechtsreif. Nest im oberen Bereich von Bäumen. Eier blaugrau bis bräunlich grau mit schwarzen Punkten versehen. Vier bis sechs Eier. Eine Jahrebrut.

Alter
Der Älteste nachgewiesene Ringfund lag bei 13 Jahren.



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