Wasseramsel

Wasseramsel (Cinclus cinclus)

Familie: Wasseramseln (Cinclidae)
Unterordnung: Singvögel (Passeres)
Ordnung: Sperlingsvoegel (Passeriformes)
Klasse: Vögel (Aves)

Autor: Sönke Morsch
Mail: smorsch at natur-lexikon.com

Website : www.fotonatur.de

Dokument: SM 00039

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Kennzeichen
Hat ungefähr die Größe einer Singdrossel oder auch die eines Stars. Rundliche Gestalt. Meist hochgestellter kurzer Schwanz, wie der Zaunkönig. Kurze Flügel. Leuchtend weiße Kehle und Brust. Mit anderen Vögeln kaum zu verwechseln. Männchen und Weibchen sind sehr ähnlich gefärbt. Die Wasseramsel besitzt wie das Wassergeflügel eine Bürzeldrüse. Mit deren Sekret wird das Gefieder wasserabweisend gemacht.

Wasseramsel auf Moos

Verbreitung und Bestand
Kommt lückenhaft in Europa vor. Vor allem heimisch im Bergland mit klaren schnell fließenden Flüssen und Bächen. In den Tiefebenen kaum als Brutvogel an zutreffen. Bei kann sehr kalten Wintern kann es zu Bestandseinbußen kommen. Sie werden aber relativ schnell wieder ausgeglichen, wenn die Umwelt für die Wasseramsel intakt ist.

Flussbegradigungen, „ steril “ gebaute Brücken, die im Gegensatz zur früheren Brückenbauweise keine Brutmöglichkeiten mehr bieten, Verschmutzungen der Gewässer und Veränderungen der Wasserfließgeschwindigkeiten haben zu regionalen Rückgängen geführt.

Aufgefangen wurden diese Rückgänge teilweise mit künstlichen Bruthöhlen, die nun auch einen verstärkte Zweitbrut zu lassen. Das Vorkommen der Wasseramsel ist ein Indikator für gute und gesunde Wasserqualität. Leichte Bestandserholungen durch Renaturierungen und Reinhaltung von Fließgewässern.

Wanderungen
Standvogel. Die Vögel Nordeuropas sind aber zumindest Teilzieher, die ihr Winterquartier in der Norddeutsche Tiefebene haben. Merkwürdigerweise sind das dann vor allem weibliche Vögel. Kommt es zum Zufrieren der Standgewässer, kann es zu weiten Wanderungen kommen um eisfreie Gewässer zu finden.

Wasseramsel im Wasser

Biotop
Schnell fließende saubere Bäche und Flüsse, die seichte Stellen und Ansitzsteine vorweisen müssen. Geeignete Neststandorte und ausreichend Nahrung muss vorhanden sein.

Sie kommt auch in Städten und Dörfern vor.

Nahrung
Vor allem Larven von Wasserinsekten z.b. Köcherfliegenlarven. Weiterhin kleine Krebstiere und kleine Fische. Im Winter vor allem Bachflohkrebse, Wasserasseln und kleine Schnecken. Bei schlechten Nahrungsangebot im Wasser wird auf Land- oder Luftinsekten ausgewichen.

Verhalten
Steht häufig auf Ansitzsteine. Bei Erregung ständiges Knicksen des Körpers. Kann sehr gut an Mauern und Steinen klettern. Flug meist schwirrend dicht über dem Wasser. Kann ausgesprochen gut schwimmen und fliegt aus dem Wasser direkt auf. Getaucht wird direkt vom schwimmen aus oder vom Ansitz. Beim Tauchen werden die Flügel zur Hilfe genommen. Nahrungserwerb meist unter Wasser. Aber auch am Uferrand oder direkt aus der Luft. Einzelgänger. Zur Brutzeit streng abgegrenzte Reviere, die gegen Eindringlinge stark verteidigt werden. Auffällige Balz.

Fortpflanzung
Saisonehe. Partnertreue durch festhalten am angestammtem Revier. Nest über dem Wasser in Mauerlücken, Nischen oder in auch künstliche Nisthöhlen. Nest immer im Halbdunkeln. Zweitbrut kommt vor. Früher Anfang des Brutgeschäftes, nicht selten schon Ende Februar. 4 – 6 Eier. Die Jungen können schon vor dem Fliegen schwimmen.

Alter
11 Jahre wurden nachgewiesen.



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