Saatkrähe

Saatkrähe (Corvus frugilegus)

Familie: Krähen (Corvidae)
Unterordnung: Singvögel (Passeres)
Ordnung: Sperlingsvoegel (Passeriformes)

Autor: Sönke Morsch
Mail: smorsch at natur-lexikon.com

Website : www.fotonatur.de

Dokument: SM 00024

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Verbreitung und Bestand
Die Saatkrähe ist in ganz Europa zu finden. Im Tiefland ist sie weit verbreitet. Sie ist nicht überall häufig. Gebirgige Gegenden werden von ihr gemieden.

Durch Irrglauben kam es immer wieder zu Reduzierungen der Bestände. Die Landwirtschaft ging davon aus, dass bei der Jungsaat große Schäden durch die Saatkrähe entstehen. Aber auch wegen der Schmutz- und Lärmbelästigung in den Dörfern und Städten kam es verstärkt zu Zerstörungen der Nistkolonien. Erst strenge Schutzmaßnahmen haben zu einer Wiederbelebung der Bestände beigetragen.

Wanderungen
In Mitteleuropa ist die Saatkrähe ein Standvogel. Im Winter große Einfälle Osteuropäischer Vögel, die dann den Eindruck eines großen Bestandes vermitteln.

Saatkrähe im Flug

Biotop
Eine offene Landschaft mit Baumbestand zur Nistmöglichkeit wird von ihr vorgezogen. Ursprünglich war die Saatkrähe wohl ein Steppenbewohner. Ackerlandschaften mit gutem Nahrungsangeboten sind für sie ideal. Im Frühjahr sieht man sie hinter pflügenden Landwirten den Boden nach Nahrung absuchen. Sie meidet Länder der Gebirge. Mittlerweile ist die Saatkrähe ein Kulturfolger, der in großen Städten und Dörfern lebt und hier die Nahrung in Parks, auf Schulhöfen usw. findet.

Saatkrähe am Nest

Nahrung
Einen großen Anteil an der Nahrung nehmen Insekten, Käfer, Regenwürmer usw. ein. Aber auch Mäuse, kleine Echsen und Jungvögel stehen auf dem Speiseplan. In Städten und Dörfern werden Brot, Kartoffelreste usw. aufgenommen. Auch Getreidesaat von frisch bearbeiteten Feldern dient der Saatkrähe als Nahrung.

Verhalten
Sie ist sehr gesellig. Kolonienbrüter. Im Herbst finden sich große Ansammlungen an den Schlafplätzen; hier meist mit Dohlen vermischt. Schon am frühen Nachmittag sieht man auffällige Schlafplatzflüge.

Nahrung für die Jungen werden häufig im Kehlsack transportiert, aber auch im Schnabel.

Soziales Verhalten der Partner wie gegenseitiges Kraulen und Füttern ist zu beobachten; auch gegenseitige Gefiederpflege. Es herrscht eine Hierarchie innerhalb der Schwärme und an den Schlafplätzen. Ältere Vögel haben meist Vorrechte, aber auch Aufgaben wie verstärkte Wachsamkeit z.b. bei der Nahrungssuche.

Im Frühjahr sind besonders häufig rasante Balzflüge über den Kolonien zu sehen. Aber eigentlich das ganze Jahr macht die Saatkrähe von ihren akrobatischen Flugkünsten Gebrauch.

Saatkrähe am Boden

Fortpflanzung
Ab dem zweiten Jahr ist die Saatkrähe geschlechtsreif. Sie führt eine Dauerehe. Kolonien werden bei Standvögeln das ganze Jahr besucht und begutachtet. Fest belegt werden die Kolonien Mitte Februar. Die Kolonien bestehen meist aus hohen Laubbäumen. Bei passenden Bäumen befinden sich viele Nester auf einem Baum. Einen Kolonie kann aus Tausenden von Brutpaaren bestehen.

Beide Partner bauen das Nest aus Reisig und Zweigen. Gegenseitiges Nistmaterial stehlen, ist in der Kolonie an der Tagesordnung. Meist bleibt ein Partner als Nistwache vor Ort. Vorjährige Nester werden ausgebessert und wieder benutzt.

3 –5 Eier ist die Regel. Brutbeginn ist Mitte März bis Ende April. ( Witterungsabhängig )

Eine Jahresbrut. Das Weibchen brütet allein und wird vom Männchen gefüttert. Beide Partner füttern die Jungen

Nahaufnahme der Saatkrähe

Alter
Höchstalter nach einem Ringfund neunzehn Jahre.

Besonderes
Junge Saatkrähen galten früher bei der Landbevölkerung als Delikatesse und die Nester wurden regelmäßig geplündert.



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