Mauersegler

Mauersegler (Apus apus)

Familie: Apodidae (Segler)
Ordnung: Apodiformes (Segler)

Autor: Sönke Morsch
Mail: smorsch at natur-lexikon.com

Website : www.fotonatur.de

Dokument: SM 00015

Vogel des Jahres 2003

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Häufiger Brutvogel

Kennzeichen
Lange sichelförmige Flügel, gegabelter Schwanz. Ruß bis bräunlich schwarz. Grauweiße Kehle. Männchen und Weibchen lassen sich nur an ihrem Ruf unterscheiden.

Verbreitung und Bestand
Ist in vielen Teile Mitteleuropas sehr häufig, hier vor allen Städten und Dörfern. In Dörfern seltener. Fehlt nur auf Island und dem hohen Norden Skandinaviens. Seit neuster Zeit kommt es in manchen Gegenden zur Abnahme des Bestandes durch fehlende Brutmöglichkeiten. Verbauung der Brutplätze.

Mauersegler im Flug

Wanderungen
Langstreckenzieher. Überwintert in Süd- und Äquatorialafrika. Wegzug schon im July/August. Ankunftszeit in Mitteleuropa ab Mitte April.

Bei schlechtem Wetter kommt es sogenannten Wetterflüge. Tiefdruckgebiete werden umgangen bzw. ausgewichen. Windrichtungen spielen bei den Wanderungen eine große Rolle. Geburtsortstreue konnte nach gewiesen werden.

Biotop
Ortskerne, Industrie- und Hafenanlagen, Kirchen, Burgen usw. Baumbruten könne vorkommen. Felsbruten im Mittelmeerraum sehr oft.

Nahrung
Ausschließlich Insekten und Spinnen.

Verhalten
Stark wetterabhängig. Sehr schneller Flieger und Gleiter. Außerhalb der Brutzeit vermutlich wochenlang in der Luft. Gutes Kletterverhalten an Felsen und Mauersteinen. Auf Zweigen können die Mauersegler nicht sitzen. Bei freier Strecke kann auch vom Boden ausgestartet werden. Übernachten schon in der Bruthöhle, aber auch durch Hängen möglich. Aufsuchen von wärmeren Luftschichten, meist in Gruppen. Dazu steigen die Vögel abends laut rufend in engen Kreisen aufwärts.
Bei Schlechtwetterperioden können die Nestlinge in eine Starre verfallen. Hierbei fällt die Körpertemperatur sehr stark ab, die dann mit Auftreten wärmerer Umgebung wieder rasch zu nimmt. Ältere Nestlinge können so Hungerperioden von 1-2 Wochen überbrücken.
Nahrungserwerb nur im Flug. Trinken von Wasseroberflächen ebenfalls im Flug.
Ganzjährig gesellig. Brut meist in kleinen Kolonien. Bei gutem Wetter soziale Flugspiel in rasantem Tempo. Kopulation im Fliegen. An der Bruthöhle gegenüber Artgenossen sehr aggressiv. Bei Feinden Schwarmbildung.

Fortpflanzung
Nach Ende des zweiten Lebensjahr Geschlechtsreif. Starke Nestplatzbindung. Saisonehe. Nest meist in dunklen Hohlräumen mit direktem Anflug. In Gebäuden meist unter Dachrinnen, in Mauerlöchern usw. Jedes Nest hat einen eigenen Eingang. Nistkästen werden angenommen. Nistmaterial besteht aus leichten Halmen, Blättern, Fasern, Haaren und Federn die dem klebrigen Speichel überzogen werden. Männchen und Weibchen bauen das Nest zusammen. Die Neststoffe werden im Flug aufgesammelt. 2-3 Eier. In Mitteleuropa erste Eiablage 2. Maihälfte. 1. Jahresbrut, bei Gelegeverlusten kann es zu Ersatzbruten kommen. Die Nahrung wird im Kehlsack gesammelt und mit Speichel zu Kugel geformt, die dann den Jungen tief in den Rachen gesteckt werden. Starke Verluste können durch Schlechtwetterperioden auftreten.

Alter
Älteste Ringfunde 21, 20 und 19 Jahre.

Allgemeine
Der Mauersegler wurde zum Vogel des Jahres 2003 gewählt.



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