Buntspecht

Buntspecht (Picoides major)

Familie: Spechte (Picidae)
Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)

Autor: Sönke Morsch
Mail: smorsch at natur-lexikon.com

Website : www.fotonatur.de

Dokument: SM 00013

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Status in Mitteleuropa
Der Buntspecht ist ein sehr häufiger Brutvogel

Kennzeichen
Er ist etwas kleiner als die Amsel. Große weiße Flecken auf schwarzen Rücken. Unterseite grauweiß. Rote Schwanzdecken. Männchen mit scharlachrotem Nackenflecken.

Buntspecht am Knödel

Verbreitung und Bestand
In Europa fehlt die Art nur auf manchen Ost- und Nordseeinseln, Irland und Island, außerdem auf manchen Mittelmeerinsel. Alle Waldtypen werden von ihm angenommen. Aber auch in Parks, Gärten und auch in Städten mit viel Baumbestand.


Wanderungen
Mitteleuropäische Buntspechte sind Standvögel. Vögel aus Nord- und Osteuropa unternehmen Wanderungen nach Süden, wenn die Fichten- und Kiefernsamenernte schlecht ausfällt. Es kann dabei zu Invasionen in Norddeutschland kommen.

Nahaufnahme eines Buntspecht

Biotop
Alle Waldlandschaften, im Winter auch an Futterplätzen.

Nahrung
Wesentlich vielseitiger als andere Spechtarten. Im Sommer vor allen von Insekten und deren Larven, die sie im Holz finden. Aber auch andere Insekten, Eier und Jungvögel. Es ist schon beobachtet worden, dass Spechte Nisthöhlen aufhämmerten um an die Jungvögel zu kommen. Im Winterhalbjahr werden vor allem Nüsse ( Hasel -und Walnüsse) und ölhaltige Samen der Fischten- und Kiefernzapfen gefressen. Auch Bucheckern.

Verhalten
Der Buntspecht ist tagaktiv. In 95% klettert der Vogel aufwärts, Abwärtsklettern nur im Rückwärtsgang. Sein Flug ist wellenförmig. Schlafplätze sind Spechthöhlen, selten Nistkästen. Schlafhöhlen werden das ganze Jahr übergezimmert.

Die Nahrungssuche ist sehr vielseitig. Vor allen durch hacken im morschen Holz werden Larven gesucht. Aber auch das Stochern in Spalten und Höhlen gehört zum Programm. Der Schnabel wird dabei als Zange oder Pinzette genutzt. Bekannt sind die sogenannten Spechtschmieden, hier wird die Nuss oder Zapfen eingeklemmt und bearbeitet. An so einer Schmiede wurden schon tausende von ausgefressenen Zapfen gefunden. Eine Besonderheit der Buntspechte ist das Ringeln. Dazu werden Löcher in die Rinde geschlagen, wobei dann der Saft der Bäume getrunken wird. Aber auch Insekten werden dadurch angelockt und dann verspeist. Das ganze Jahr über territorial. Die Balz beginnt schon im Herbst. Das Trommeln an Bäumen ist wichtig zur Kontaktaufnahme.

Fortpflanzung
Ab dem Ende des ersten Lebensjahr werden Buntspechte geschlechtsreif. Sie führen eine Saisonehe. Beim Brüten wechseln sich die Partner ab. Die Nisthöhle ist dreißig bis fünfzig Zentimeter tief. Beide Partner zimmern die Höhle gemeinsam. Es werden selten Nistkästen als Brutstätte benutzt. Die Jungen werden sehr sauber gehalten. Als Nistmaterial wird die Späne der Zimmerei benutzt. Sie legen 5-7 Eier.

Alter
Acht Jahre nachweisbar.

Allgemeines
Durch sein intensives Gezimmere sorgt der Specht auch für Bruthöhlen die dann von anderen Vögeln genutzt werden. So ist der Sperlingskauz fast hundertprozentig auf verlassene Buntspechthöhlen angewiesen. Fledermäuse, Stare und Siebenschläfer sind ebenfalls Nachmieter des Spechtes.

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