Stockrose

Gewöhnliche Stockrose (Alcea rosea früher Althaea rosea)
syn. Stockmalve, Pappelrose, Chinesische Stockrose

Gattung: Stockrose (Alcea)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
O
rdnung: Malvenartige (Malvales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00332

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Siehe auch: Arzneipflanzen Gartenpflanzen


Die Stockrose ist ursprünglich im Orient (bzw. südliches Asien bis China) heimisch.

Sie ist in Mitteleuropa eine Garten- und Zuchtform (Kultur-Hybride). Auswilderungen auf Ödland, Ruderalstellen und Schuttplätzen in der Nähe von Gartensiedlungen kommen gelegentlich vor. Früher wurde sie feldmäßig angebaut. In Südeuropa ist sie als Neophyt fest eingebürgert.Sie benötigt kalkhaltigen, steinigen Lehmboden in geschützter, sonniger Lage.

Die Stockrose wurde früher der Gattung Hibiskus (Althaea) zugeordnet.

Es handelt sich um eine auffällige, einjährig bis ausdauernde, mit 1  - 3 Meter sehr hohe, schnell wachsende, mehrjährige Staudenpflanze. Im ersten Jahr bildet sich nur eine Blattrosette am Boden aus, aus der im zweiten Jahr schnell die kräftige Pflanze wächst und im Sommer aufblüht. Die steifen, unverzweigten Stängel sind borstig, rau behaart. Die lang-gestielten, wechselständigen, mattgrünen Blätter sind hand- bis herzförmig, 5 – 7 lappig. Sie besitzen eine aufgeraute Oberfläche die etwas ähnlich wie Krepppapier aussieht.

Stockmalve

Die auffälligen, 4 – 10 cm breiten Blüten stehen einzeln oder zu 2-4 in endständigen Trauben oder in den Achseln der oberen Blätter. Die Blütenstiele werden immer kürzer, je höher die Blüten wachsen. Die obersten Blüten bilden eine kleine, dichte Ähre. Die Stockrose blüht von unten nach oben auf, so dass die Blühzeit sehr lange dauert. Die kaum ausgerandeten, breiter als langen, etwas welligen fünf Kronblätter sind in unterschiedlichen Farben wie weiß, braun, rot, schwarz-gelb usw. vorkommend. Die Staubblätter sind zu einer kahlen, 5-eckigen Staubblattröhre verwachsen.

Die Blütenstiele sind höchstens so lang, wie der Kelch. Der  6 – 9 teilige, am Grund verwachsene  Außenkelch, mit dreieckigen, spitz auslaufenden Zipfeln, ist deutlich kürzer als der fünfblättrige Innenkelch. Der oberständige  Fruchtknoten bildet eine vielsamige Kapsel, die später in einsamige Teilfrüchte zerfällt.

Stockrosen

Die Gewöhnliche Stockrose blüht zwischen Juli und Oktober. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, vornehmlich Bienen und Hummeln.

Die Spaltfrüchte sind an den Außenseiten scharf gerandet und auf der Rückseite tiefrinnig. In jeder Teilfrucht entwickelt sich ein Samen.

Bei uns ist gelegentlich auch die Bleiche Stockrose (A. pallida) anzutreffen, welche stark ausgerandete Kronblätter besitzt und maximal 1,5 Meter hoch wird. Sie hat filzig behaarte Stängel und der Außenkelch ist ebenso lang und breit wie der Innenkelch.

Blüte Stockrose

Die Gewöhnliche Stockrose als Arzneipflanze
Die Stockrose ist in Ihrer arzneilichen Wirkung ähnlich dem Eibisch und der Wilden Malve, allerdings wird sie vornehmlich als Zierpflanze genutzt. Auch die Inhaltstoffe, wie z.B. Schleim- und Farbstoffe und etwas Gerbstoffe ähneln denen anderer Malvengewächse.

Getrocknete, dunkle Blüten werden aufgrund ihres hohen Schleimgehaltes als Mittel gegen Reizhusten und zur Auswurfförderung, selten bei Magen-Darm-Beschwerden, eingesetzt. Der dunkel-rote Blütenfarbstoff (Anthocyan) wurde früher zum Einfärben von Wein und Limonaden genutzt.

Sie kommt häufig in Konsumtees (selten Erkältungstees) als Flores Malvae vor und dient vornehmlich als Schmuck- und Schleimdroge.

Die genutzten Blüten stammen meist aus dem Anbau.

Die Gewöhnliche Stockrose als Gartenpflanze
Die Stockrose ist eine unkomplizierte Bereicherung für viele Gärten. Sie ist eine typische Pflanze der Bauerngärten. Auch als Solitärpflanze ist sie nutzbar. Sie ist gut geeignet für Pflanzungen an Südseiten von Mauern oder Häusern.

Sie benötigt nährstoffreichen, durchlässigen, sandig-lehmigen Boden in sonniger Lage. In der Wachstumsphase evtl. düngen. Außerhalb der Wachstumszeit nur wenig wässern. Bei sehr heißer, trockener Witterung nicht zu sehr austrocknen lassen. Nach der Blüte sollte ein Rückschnitt erfolgen. Von Malvenrost befallene Blätter zeitig schneiden.

Die Aussaat erfolgt im Frühling im Haus oder Freiland und kann im Frühherbst kann dann ausgepflanzt werden bzw. verbleiben. Die Stockrosen blühen dann im folgenden Sommer. Der Pflanzabstand  sollte mind. 30 cm betragen. Das Saatgut sollte mit mind. 3 -4 cm Erde bedeckt sein, da die Stockrose ein Dunkelkeimer ist. An geeigneter Stelle und ohne Rückschnitt nach der Blüte ist auch eine Verbreitung durch Selbstaussaat möglich.

Blütenstand Stockrose

Mit etwas Schutz ist die Stockrose winterfest. Aufgrund der kräftigen Pfahlwurzel lässt sich die Stockrose nicht umpflanzen.

Sie wird meist nur als zweijährige Pflanze, gezogen um den Malvenrost (Pilzinfekt) einzudämmen, da die Widerstandskraft der Pflanze mit den Jahren nachlässt und sonst andere Pflanzen angesteckt werden. Insbesondere an zu schattigen Plätzen werden die Stockrosen vom Malvenrost gefallen.

Im Handel sind neben den verschiedenen Blütenfarben auch einfache, halb und ganz gefüllte Sorten zu erwerben.



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