Saat-Esparsette

Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia)

Gattung: Esparsetten (Onobrychis)
Familie: Schmetterlingsblütler, Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
O
rdnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00331

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Siehe auch: Nutzpflanzen


Die Saat-Esparsette stammt ursprünglich aus Süd-Ost-Europa und ist heute über ganz Europa (meist als eingebürgerter Neophyt durch Auswilderung aus Anbaubeständen) verbreitet. Die Gattung Onobrychis ist mit etwa 130 Arten weltweit und gut 20 Arten in Europa vertreten, wobei in Deutschland fast ausschließlich O. viciiflolia auftritt. Sie ist im Bestand nicht gefährdet und nicht gesetzlich geschützt.

Die Saat Esparsette wird mit der Sand-Esparsette (O. arenaria) und der Berg-Esparsette (O. montana) zu einer Sammelart (O.viciifolia agg.) zusammengefasst.

Esparsette

Sand-Esparsette:
hellrosa, kurze Blüten; 20 – 80 cm hoch; spindelförmiger, langgestreckter Blütenstand; Blütenstandstiel 2 -3 mal so lang, wie das nächste Blatt; schmale Blätter. Vorkommen in der Rhön und Rhein-Main Gebiet. Ursprünglich als Steppenpflanze in Eurasien heimisch.

Sand-Esprsette
Foto: Sand-Esparsette

Berg-Esparsette:
Purpurne Blüten im eiförmigen Blütenstand; 10 – 40 cm hoch; Blütenstandsstile max. doppelt so lang, wie das nächste Blatt; Stängel oft niederliegend; das Schiffchen ist länger, als die Fahne; als Gebirgspflanze Vorkommen auf Kalkmagerrasen und Steinhängen in den Alpen und Schweizer Jura; sehr selten, stark gefährdet.

Die Arten bilden untereinander fruchtbare Bastarde aus. Da sich die 3 Arten in vielen Gebieten kaum unterscheiden, werden Sie oft auch nur als Unterarten geführt.

Blütenstand Esparsette

Die Saat-Esparsette wächst bevorzugt auf trockenen, durchlässigen, kalkhaltigen, nährstoffarmen Sand- oder Lehmböden in geschützter, vollsonniger Lage.

Sie kommt zerstreut auf Magerwiesen, Halbtrockenrasen, Kalkrasen, an Wegrändern oder auf Böschungen vor. Im Tiefland sehr selten vorkommend. Sie kann Phasen starker Trockenheit durch ihre tiefen Wurzeln gut überdauern.

Es handelt sich um eine mehrjährige, krautige, 30 – 80 cm hohe, sommergrüne Pflanze mit einer kräftigen, einige Meter tiefen Pfahlwurzel ohne Ausläufer. An der Wurzel finden sich Knöllchen mit Stickstoff bindenden Bakterien.

Die gesamte Pflanze ist schwach behaart bis kahl.

Böschung mit Esparsetten

Die aufsteigenden bis aufrechten, schlanken Stängel sind in der oberen Hälfte verzweigt. Die unpaarig gefiederten, gegenständigen Laubblätter bestehen aus 13 – 25 länglich bis eiförmigen, 1 – 2 cm langen und 4 – 6 mm breiten, kurz gestielten Teilblättchen, welche vorn abgerundet (z.T. mit kleiner Spitze) sind. Die häutigen Nebenblätter laufen spitz aus.

Die rosa bis hellrot gefärbten, purpurn geaderten, ungestielten oder kurz gestielten, fünfzähligen Blüten wachsen in vielblütigen (bis zu 50 Einzelblüten), zunächst engen, blattachselständigen, 10 – 15 cm lang gestielten ährigen, etwa 3 cm breiten Trauben.

Das Schiffchen ist in etwa so lang, wie die Fahne und beide deutlich länger als die Flügel. Der wollig behaarte, grüne, glockige Blütenkelch aus fünf verwachsenen Kelchblättern ist länger als die Flügel. Der Kelch besitzt einen rötlich gefärbten Kelchbecherrand; die Kelchzähne sind etwa 3-mal so lang, wie die Kelchröhre.

Das Schiffchen meist an der Spitze intensiver, als an der Basis gefärbt. Die Kronblätter sind 10 bis 14 mm lang und rosa mit weißen Anteilen gefärbt Der Fruchtknoten ist oberständig; 10 Staubblättersind vorhanden.

Die Saat-Esparsette blüht zwischen Mai und Juli.

Futter-Esparsette

Die Bestäubung durch Insekten, vor allem Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen, erfolgt über einen Klappmechanismus. Die geaderten Flügel dienen dabei als Saftstrichmal zum anlocken von Insekten. Sind die Insekten schwer genug, klappt das Schiffchen herab und bringt den Pollen an das Insekt. Der reichhaltig vorhandene Nektar ist auch für kurzrüsselige Insekten gut zu erreichen, so dass die Saat-Esparsette auch als Bienenweide dienen kann. Eine Selbstbestäubung findet nicht statt.

Die einsamigen, abfallenden und abgeflachten, linsenförmigen, verholzten 6 – 8 mm langen Hülsenfrüchte besitzen gezähnte Randleisten und einem Kamm aus 5 -8 Stacheln. Die Zähne an der Naht sind etwa 1 mm lang. Daher auch der volkstümliche Name Hahnenkamm. Durch die Behaarung der nicht aufspringenden Hülsenfrucht kommt es auch zu einer Klettausbreitung durch Tiere. Die etwa 3 mm langen Samen sind oval und glatt.

Der Begriff Esparsette stammt aus dem französischen Sprachraum.

Saat-Esparsette

Die Saat-Esparsette als Nutzpflanze
Seit dem 16. Jahrhundert wird die Esparsette als eiweißreiches Tierfutter (Trockenfutterpflanze) in kleinem Umfang angebaut. Daher auch der Gattungsname Onobrychis, was in etwa Eselsfraß bedeutet.

Zudem wird sie, ähnlich wie die Phazelie zur Bodenverbesserung (Stickstoffbindung) gepflanzt. So wird sie auch an Böschungen oder Dämmen zur Rekultivierung gepflanzt. Als Bienenfutterpflanze ist sie ebenfalls sehr wertvoll. Als Futterleguminose wird sie auf minderwertigeren Böden gern eingesetzt, auf hochwertigeren Böden wird sie von Klee oder der Luzerne verdrängt.

Auf beweideten Flächen kann sie sich kaum halten, da sie ein beliebtes Tierfutter ist.

Zudem ist  Esparsettenheu ein diätetisch wertvolles Futter für Pferde und Wiederkäuer, insbesondere bei Befall der Magen-Darm-Passage der Tiere mit Schädlingen.

Die Saat-Esparsette ist ein Lichtkeimer und kann ab März gesät werden. Saatgut ist im Handel erhältlich. Sie wird auch in Bauerngärten oder als Schnittblume verwendet.



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