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Flügel-Ginster (Chamaespartium sagittale , syn. Genista sagittale)
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Der Flügel-Ginster ist in West-, Ost- und Teilen Mitteleuropas heimisch. Er kommt zerstreut vor, bildet aber jeweils kleine Bestände aus. Oftmals findet man ihn in höheren Lagen bzw. im Gebirgsvorland. Der wärmeliebende Flügel-Ginster ist die kleinste heimische Ginsterart.
Der Flügel-Ginster benötigt kalkarmen, steinigen, schwachsauren Lehmboden in milder Umgebung mit hoher Luftfeuchte. Sein Vorkommen deutet auf eine Oberflächenentkalkung hin. Zudem ist er eine Zeigerpflanze für nährstoffarme Böden. Er besiedelt Magerrasen, Heidegebiete, Wegböschungen, an Felsrändern, Trockenrasen und lichte Wälder. Durch seine vegetative Vermehrung bildet er kleine Polster aus. Der Flügel-Ginster kommt zerstreut vor, ist aber nicht im Bestand gefährdet. Allerdings sind seine Vorkommen, durch Vernichtung seiner nährstoffarmen Lebensräume, zunehmend seltener anzutreffen. Dies gilt für eine Vielzahl von Pflanzen, welche nährstoff- und kalkarme Böden benötigen.

Es handelt sich um einen 10 30 cm hohen, mehrjährigen, krautigen Zwergstrauch, bei dem die unterirdischen Teile verholzt sind. Die oberirdischen, breit geflügelten, dornenlosen Stängel wachsen aufrecht (selten aufsteigend) und sind nur selten verzweigt. Die behaarten Stängel sind in 3 6, durch die Einschnitte der etwa 4 mm breiten Flügel gut erkennbare, Abschnitte aufgeteilt. Die vegetativen Triebe sind zweiflügelig. Einige Stängel legen sich nach der Blüte auf den Boden (Legetriebe) und aus ihren Blattachseln entspringen neue aufrechte Triebe. Mit der Zeit verholzen die Legetriebe. So verbreitet sich der Flügel-Ginster an seinem Standort relativ schnell.

An den Stängeln sind nur wenige, verkehrt eiförmige, 1 2 cm lange und 6 8 mm breite, sitzende, behaarte Blätter vorhanden, welche nach vorn zugespitzt sind und wechselständig wachsen. Die Nebenblätter sind kaum zu erkennen. Die Blätter fallen, zur Minimierung der Wasserverdunstung, früh ab und die geflügelten Stängel übernehmen die Assimilation. Sie passen sich dabei der Sonneneinstrahlung und Trockenheit an und regeln so die Verdunstung. An schattigen, feuchten Standorten bilden sich weniger Flügel und mehr Blätter, die deutlich mehr Feuchtigkeit abgeben, als die Flügel. Der Flügel-Ginster überwintert grün.

Ab dem vierten Jahr beginnt der Flügel-Ginster zu blühen. Die goldgelben, 1 1,5 cm langen Blüten stehen zu 3 15 in endständigen, dichten Trauben mit einem kurzen Tragblatt und zwei Vorblättern. Der gelb-grüne Kelch ist zweilippig. Die gelbe Blütenkrone ist 10 12 mm lang. Die Fahne ist etwa gleich lang, wie das gerade Schiffchen und Flügel. Teile von Fahne und Schiffchen sind gewimpert. Alle 10 Staubfäden sind miteinander verwachsen. Der Blütenstiel ist etwa 1 mm lang. Die geruchs- und nektarlosen Blüten produzieren viel Pollen. Die kurz gestielten, etwa 2 cm langen und 5 mm breiten, schwach behaarten, wenigsamigen Hülsenfrüchte sind flach bis höckerig gewachsen.
Der Flügel-Ginster blüht zwischen Mai und Juli.

Flügel-Ginster als Giftpflanze
Der Flügel-Ginster ist in allen Pflanzenteilen schwach giftig. Er enthält, wie auch der Besen-Ginster das Alkaloid Spartein. In niedrigen Dosierungen wirkt es zentral erregend, in höheren Dosen kommt es zu Lähmungen.

Flügel-Ginster als Gartenpflanze
Der Flügel-Ginster ist als anspruchslose, dekorative, rasenbildende Gartenpflanze für Stein- oder Heidegärten gut geeignet.
Er gedeiht gut auf trockenen, sandigen, nährstoffarmen Böden.

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Flügel-Ginster |
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