Indische LoTusblume

Indische Lotusblume (Nelumbo nucifera)

Gattung: Lotusblume (Nelumbo)
Familie: Lotusgewächse (Nelumbonaceae)
O
rdnung: Silberbaumartige (Proteales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00328

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Siehe auch: Gartenpflanzen


Die Indische Lotusblume ist vom östlichen Europa, Nordafrika bis nach Ostasien heimisch und lebt im subtropischen bis tropischen Klima. In Europa gehört sie zu den eindruckvollsten (kultivierten) Wasserpflanzen.

Die Lotusblume ist durch den sogenannten „Lotuseffekt“ bekannt geworden. Damit ist das abperlen von Wasser und abweisen von Schmutz an scheinbar glatten, aber leicht genoppten Oberflächen gemeint. Heute findet dieses Prinzip an Fassaden, Glasbeschichtungen und sonstigen Oberflächen Anwendung. An der Lotusblume sind es vor allem die Blätter und Blüten, an denen das Wasser und der Schmutz spurlos abperlt. Dies ist besonders augenfällig, da die Lotusblume in ihrer Heimat oft in trüben Tümpeln wächst und dabei völlig sauber bleibt (ganz im Gegensatz zu unserer heimischen Seerose in trüben Teichen).

Lotusblüte / Lotusblume

Es handelt sich bei der Lotusblume um eine ausdauernde, krautige, bis 2 Meter hohe Sumpfstaudenpflanze, welche dauerhaft im Wasser bei Tiefen von 20 cm bis 2 Meter wächst. Die aufrechte Pflanze bildet in mehr als 10 cm Wassertiefe kräftige Rhizome als Dauerorgan aus, aus denen 1 – 2 Meter lange Stängel wachsen. Ihre Biotopanforderungen entsprechenden in etwas denen der heimischen Seerose, so dass sie auch bei uns als Gartenpflanze gezogen werden kann.

Die unteren Blätter sind meist als Schwimmblätter ausgebildet, die oberen wachsen darüber hinaus. Die Blattstiele der oberen, mittelgrünen Blätter können bis zu 150 cm lang werden. Die glatten, wechselständigen, leicht gewellte Blätter besitzen eine runde Blattspreite von etwa 30 – 60 cm und einen glatten Blattrand. Die Blätter sind mit einer Art Wachsschicht, welche fein genoppt ist, überzogen. Die Blätter sind in der Mitte vertieft; in dieser Vertiefung sammeln sich dann zusammengezogene Wassertropfen, an denen man gut die abweisenden Eigenschaften der Blätter erkennen kann.

Knospe Lotusblume

Die 15 - 30 cm großen, radiärsymetrischen, weiß bis rosafarbenen, langstieligen Blüten wachsen leicht schräg gestellt und duften intensiv nach Anis. Die 2 – 12 cm langen Blütenhüllblätter sind rosa  bis weiß gefärbt. Die Staubbeutel sind etwa 2 cm lang. Die Blütenachse verjüngt sich zum Grand hin stark. Die Blüten sind zwittrig und werden von Käfer bestäubt. Die Früchte sind konisch geformt und verjüngen sich zum Blütengrund hin stark. Die großen, kugeligen Samen besitzen eine sehr feste Schale und können viele Jahrzehnte keimfähig überdauern.

Lotusblüte Detail

Die kräftige, nach unten zugespitzte Fruchtkapsel zeigt im reifen Zustand auf der Oberseite (Foto) runde Vertiefungen, die jeweils mit einem Samen bestückt sind. Mit dem Regen gelangen durch die Löcher die Samen mit Wasser ins Innere der Kapsel, wodurch die Samen in geschützter Umgebung quellen und vorkeimen können, bevor der Fruchtstiel in das Wasser absackt und die Keimlinge freigibt. 

Fruchtstand Lotusblume

Die Gattung der Lotusblumen und fasst zwei Arten, die Indische Lotusblume und die Amerikanische Lotusblume (Nelumbo lutea). Die Amerikanische Lotusblume (verbreitet an der Atlanikküste der vereinigten Staaten bis Mexiko)  besitzt etwas kleine Blüten und ist nicht ganz so empfindlich gegen Kälte. Gelegentlich werden die beiden Arten auch als zwei Unterarten einer Art beschrieben.

Die Indische Lotusblume gilt bei Buddhisten als heilig und wird u.a. in religiösen Zeremonien verwendet. In Asien ist sie eine Symbolpflanze. Mit ihr verbunden sind Begriffe wie Reinheit, Unberührtheit, Vollkommenheit, Fruchtbarkeit und Liebe. Wegen ihrer Schönheit und Symmetrie ihrer Blüten gilt sie auch als göttliche Pflanze.

Lotusblatt

Die Lotusblume als Gartenpflanze
Sie benötigt einen stark sonnigen, geschützten Standort (Kübel o.ä.) mit nährstoffreichen, mind. 30 cm tiefen Boden und mind. 10 cm Wassertiefe. In zu ungünstiger Lage ist auch beheiztes Wasser nötig. Die Becken sollten nicht zu klein sein, damit das Wasser im Sommer ausreichend warm ist.

Die Vermehrung kann durch Teilung der Rhizome erfolgen. Die Verbreitung über Samen ist schwierig, da es viele Jahre dauern kann bis die Samen keimen. Dies kann beschleunigt werden, indem man die Samen vor dem setzen leicht aufraut, so dass sie aufquellen können. Quellt sie binnen eines Tages nicht stark auf, muss sie stärker aufgeraut werden. Zum keimen benötigen sie viel Sonne und mind. 20 Grad warmes Wasser. Die Wassertiefe sollte entsprechend erhöht werden, wenn die Pflanze wächst. Die Lotusblume mag nicht gern umgetopft werden (auch wegen der empfindlichen Rhizome) und sollte daher in möglichst große Gefäße gepflanzt werden. Jede Pflanze benötigt etwa 1 qm Fläche zum wachsen. Sie benötigt mineralischen (keinen organischen) Dünger.

Die Lotusblume muss (bei abgelassenem Wasser) abgedeckt bzw. frostsicher im Haus überwintert werden. Wichtig ist, dass die Rhizome ausreichend ausgereift sind. Der dekorative Fruchtstand kann auch getrocknet zu Zierzwecken verwendet werden.

Im Handel sind auch gefüllte Zuchtsorten erhältlich.

Die Lotusblume als Nutzpflanze
Die Rhizome, Blätter, Blüten und Früchte der indischen Lotusblume sind essbar und werden in der Asiatischen Küche verwendet. Oft findet man dort in Salaten großen Scheiben des Früchte, welche einige runde Löcher enthält in denen zuvor die Samen waren.

Die Lotusblume als Arzneipflanze
Die Lotusblume wird nur volkstümlich als Arzneipflanze genutzt. Sie hat blutdruck- und fiebersenkende Wirkungen. Zudem hilft sie bei Verdauungsbeschwerden und gegen Schlafstörungen.

In Asien werden die Blütenblätter auch in Teezubereitungen verwendet.

Lozusblume



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