Eisenkraut

Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis)
syn. Eisenbart, Heiligkraut, Taubenkraut

Gattung: Eisenkraut syn. Verbenen (Verbena)
Familie: Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00327

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Siehe auch: Arzneipflanzen Gartenpflanzen Giftpflanzen


Das Echte Eisenkraut ist eine anspruchslose, anpassungsfähige Pflanze die in Europa, Nordafrika und Südwestasien heimisch ist; inzwischen ist sie fast weltweit verschleppt. Bei uns ist das Eisenkraut die einzig heimische Art der Gattung Verbena.

Man findet es aufgrund seiner Trittfestigkeit oft an Wegen, Mauern und Zäunen, auf Schuttplätzen, in Unkrautgesellschaften und Viehweiden. Es handelt sich um einen typischen Kulturfolger. In Höhenlagen bis etwa 1.200 Meter vorkommend. Insgesamt es nur zerstreut anzutreffen

Habitus Eisenkraut

Es benötigt Lehm-, Sand- oder Tonböden in sonniger, geschützter Lage und kann vorübergehende Trockenheit gut ertragen. Das Echte Eisenkraut ist eine Zeigerpflanze für stark stickstoffhaltige Böden. Es kommt häufig vor und ist nicht im Bestand bedroht.

Es handelt sich um eine 30 -80 cm hohe, mehrjährige Halbrosettenpflanze. Die aufrechten, festen, vierkantigen Stängel sind im unteren Bereich leicht verholzt und etwa ab der Mitte verzweigt. Er ist an den Kanten und in der oberen Hälfte borstig behaart. Die bis 50 cm tiefe, verzweigte Wurzel wächst spindelförmig.

Die gegenständigen, unregelmäßig tief-gelappten, von unten zerstreut behaarten Blätter sind in der unteren Hälfte deutlich größer, als in der oberen Hälfte. Die mittleren Blätter sind oft dreilappig mit einem sehr großen Endlappen. Die Blätter sind an der Basis keilförmig und kurz gestielt, die oberen Blätter sitzend.

Eisenkraut Blütenmakro

Die sehr kleinen, weißlich bis blass-lila farbenen, Blüten stehen in langgestreckten, schmalen, endständigen Ähren in den Blattachseln. Die innen mit einem Haarkranz versehene, 3 – 5 mm lange, enge, blaß-lila gefärbte Kronröhre ist meist gekrümmt. Die Kronröhre ist etwa doppelt so lang, wie der etwa 2 mm lange, drüsig behaarte, röhrenförmig verwachsene, drüsig behaarte Kelch. Die Krone ist auf der Hälfte zipfelig zerteilt und am Rand spatelig ausgebuchtet. Die ungleich langen Zipfel stehen weit von der Kronröhre ab, so dass diese ein zweilippiges Aussehen erhält. Die vier Staubblätter sitzen auf kurzen Staubfäden in der Kronröhre. Der oberständige Fruchtknoten besteht aus zwei verwachsenen Fruchtblättern. Nach der Blüte wächst die mit Drüsenhaaren bewachsene Ähre bis auf 10 - 20 cm auseinander, so dass die Früchte in kleinem Abstand zueinander stehen.

Das Echte Eisenkraut blüht zwischen Juli und September. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, aber auch Selbstbestäubung ist möglich.

Die etwa 2 mm langen, zylindrischen, braunen Teilfrüchte zerfallen leicht und  besitzen auf der Außenseite deutliche Adern. Sie werden aktiv durch Ameisen und passiv durch Tiere (Klebverbreitung) oder Menschen (Trittverbreitung) verbreitet.

Eisenkraut wurde früher bei der Eisenverhüttung beigemischt; daher auch der Name Eisenkraut.

Echtes Eisenkraut

Echtes Eisenkraut als Arzneipflanze
Das Echte Eisenkraut wird schon lange als Arzneipflanze genutzt. Früher galt es als  Wundmittel bei Verletzungen durch eiserne Waffen. Im Mittelalter wurde es auch als Zaubermittel genutzt. Auch in der Antike wurde es sehr geschätzt, insbesondere bei den Römern als heiliges Kraut, sowie im alten Ägypten und bei Kelten und Druiden.

Arzneilich genutzt werden die während der Blütezeit gesammelten Blätter und oberen Stängelabschnitte (Herba verbenae). Die Drogen stammen meist aus Wildsammlung.

Wichtige Inhaltstoffe sind u.a. Iridoidglykoside (z.B. Verbenalin und Hastatosid) mit bitterem Geschmack, Schleimstoffe, Flavone und ätherische Öle.

Heute wird das Eisenkraut nur noch wenig genutzt. Volkstümlich wird es aufgrund seiner Bitter- und Gerbstoffe gegen Erschöpfungszustände, Mund- und Rachenerkrankungen, Bronchialerkrankungen, Magen- und Darmerkrankungen und als Gurgelmittel, sowie äußerlich bei Wunden und Ekzemen eingesetzt. Zudem wird es bei unregelmäßiger Menstruation und zur Entwässerung genutzt. Es wirkt synergistisch zu Prostaglandin E2 und kann so geburtseinleitend wirken.

Zudem wirkt es schwach schleimlösend und immunstimulierend, so dass es in Erkältungsprodukten zu Einsatz kommt.

Blüte Eisenkraut

In Fertigarzneimitteln wird es in Kombinationspräparaten gegen Sinusitis (u.a. Sinupret) verwendet.

Eisenkraut sollte nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, da es wehenauslösend wirken kann.

In der Homöopathie wird es gegen u.a. Anfallsleiden eingesetzt.

Im Handel erhältliche Eisenkraut-Tee´s enthalten nicht das Echte Eisenkraut, sondern die zitronig duftende Zitronenverbene (Lippia citriodora). Das Echte Eisenkraut ist als Konsumtee auch nicht geeignet.

Z.T. wird aus dem Echten Eisenkraut auch ein Öl gewonnen.

Eisenkraut

Echtes Eisenkraut als Giftpflanze
Es enthält das Glykosid Verbenalin, welches schwach giftig wirkt.
Vergiftungen durch Eisenkraut nicht bekannt.

Blatt Eisenkraut

Eisenkraut als Gartenpflanze
Es handelt sich um eine aufrecht buschige, pflegeleichte Pflanze.
Das Echte Eisenkraut kann als lockere, eher unauffällige Beetbepflanzung dienen. Der Boden sollte durchlässig und in sonnig, geschützter Lage sein. Es benötigt wenig bis mäßige Bewässerung. Ein kleiner Rückschnitt kann im Herbst erfolgen.

Die Pflanze lockt Bienen und Schmetterlinge an.

Eisenkraut aufblühend



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