Feld-Thymian

Feld-Thymian (Thymus pulegioides)
syn. Echter Quendel, Arznei-Thymian, Milder Thymian,
Gemeiner Thymian, Karwendel

Gattung: Thymian (Thymus)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00326

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Siehe auch: Arzneipflanzen Gewürzpflanzen Nutzpflanzen


Früher wurde der Feld-Thymian zusammen mit dem Sand-Thymian (T. serpyllum) als eine Art geführt. Erst vor einigen Jahrzehnten wurde der Feld-Thymian als eigene Art abgespalten. Diese Trennung ist noch nicht vollständig in der Literatur vollzogen. Der seltene Sand-Thymian ist als Arzneipflanze nicht geeignet.

Der Feld-Thymian ist in fast ganz Europa verbreitet. Im südlichen Europa ist er meist auf die Gebirge beschränkt. Der Feld-Thymian ist mit dem Echten Thymian verwandt. Er wächst oft an unwirtlichen Stellen, wo es für andere Pflanzen zu trocken und heiß ist. Er benötigt kalkarmen, sandig-steinigen, nährstoffarmen Lehmboden in sonniger Lage. Man findet ihn an auf Trockenrasen und Wiesen, an Böschungen, in Kiesgruben oder auf Felsengelände. Im Tiefland selten, in Höhenlagen bis über die Baumgrenze. Er kommt zerstreut, aber oft in individuenreichen, Teppich bildenden Beständen vor.

Quendel Blüten

Man unterscheidet 4 Unterarten (darunter wieder etliche Sippen) des Feld-Thymian. Bei uns kommen vor allem die zwei folgenden Unterarten vor:

1. Thymus pulegioides ssp. chamaedrys
Dies ist die am weitesten verbreitete Unterart, welche auch in Mitteleuropa vorherrschend ist. Die Stängel sind nur an den Kanten behaart und die Blätter nur am Grund außen gewimpert. Er kommt bevorzugt auf Magerrasen in geschützten, sonnigen Lagen vor.

2. Thymus pulegioides ssp. carniolicus
Bei dieser Unterart sind auch die schmaleren Stängelseiten, sowie die Blattflächen behaart. Die Blätter sind zudem bis zur Mitte gewimpert. Er kommt auf kalkarmen, trockenen Böden, wie trocken- oder Halbtrockenrasen vor. Man findet ihn vor allem in den wärmeren Gebieten des südlichen Mitteleuropas.

Blütenstand Feld-Thymian

Es handelt sich um eine kleinwüchsige, ausdauernde, aromatisch duftende Pflanze mit einer kräftigen Hauptwurzel und einer Wuchshöhe von etwa 10 – 20 cm. Der scharf vierkantige, im unteren Bereich verholzte, unten kriechend dann gebogen bis aufrechte Stängel ist an den vier Kanten stark und an den Flächen nicht behaart. Zwei Seiten sind leicht gefurcht. Aus dem Stängel entwickeln sich keine kriechenden Ausläufer.

Die gestielten, gegenständigen, eiförmig bis lanzettlichen Blätter sind einheitlich gleich groß, etwa 0,8 – 2 cm lang und 0,5 – 1,5 cm breit. Die Blattspreite ist kahl, die Ränder sind bewimpert.

Feld-Thymian

Es stehen zahlreiche, kleine Blüten am Ende der Stängel und Zweige in einem länglich bis kugeligen Blütenstand. Der zweilippige Blütenkelch ist 3 – 4 mm lang. Die Kelchröhre ist aus 5 Blättern verwachsen. Der Kelchschlund besitzt einen Ring aus weißen Haaren. Die  5 Blütenblätter sind zu einer zweiteiligen Oberlippe und einer dreiteiligen Unterlippe verwachsen. Die Oberlippe hat 3 kurze (etwa 0,5  - 0,8 mm) dreieckige Zähne. Die Unterlippe besitzt zwei lang ausgezogene, schmale Zähne. Die etwa 6 mm lange purpurrote bis blaßviolette Krone. Die vier Staubblätter erreichen etwa dieselbe Länge wie die Krone.

Der Feld-Thymian blüht zwischen Juni und September.

Die Samen sind kleine Nüsschen.

Quendel

Feld-Thymian als Arzneipflanze
Feld-Thymian wirkt ähnlich, wie der Echte Thymian, nur insgesamt schwächer.

Arzneilich werden die getrockneten, blühenden Zweige (Serpylli herba) und das Quendel-Öl verwendet. Quendel-Öl ist das Wasserdampfdestillat der oberirdischen Pflanzenteile. Es enthält Carvacrol als Hauptinhaltstoff, sowie Cymen, Terpinen,  Thymol, Geraniol und weitere Öle. Citral sollte fehlen, da es auf eine Verunreinigung durch Thymus pulegioides chemovar. Citral hinweist.  Weiter finden sich Bitterstoffe wie Serpyllin, Gerbstoffe und Flavonoide.

Volkstümlich wird es bei Beschwerden der Atemwege, Husten, Entzündungen und als Antiseptikum genutzt. Bei dem Einsatz gegen Magen- und Darmbeschwerden spielen auch die Gerbstoffe eine wichtige Rolle. Er wirkt dort krampflindernd und blähungsmindernd.

Alkoholische Auszüge schmecken bitter und wirken stark appetitanregend. Zudem wird er schwach auswurffördernd. Er wird auch Hustensäften als Geruchs- und Geschmackskorrigens zugesetzt.

Da die verwandten Thymian-Arten leicht zu verwechseln sind, sollte die Droge nur aus dem Anbau stammen.

Feld-Thymian wird auch in einigen Fertigarzneimitteln verwendet

Feld-Thymian als Nutzpflanze
In der Küche wird der Feld-Thymian ähnlich wie der Echte Thymian als Gewürz genutzt genutzt. Meist kommen die Blätter, selten auch die Blüten zum Einsatz. Dabei unterstützt er gut die Verdauung schwerer Speisen.



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