Mistel

Mistel (Viscum album syn. Viscum stellatum)
syn. Weiße Mistel, Drudenfuß, Hexenbesen, Vogelmistel

Gattung: Mistel (Viscum)
Familie: bislang Mistelgewächse (Viscaceae)
neu: Leinblattgewächse (Santalaceae)
)

Ordnung: Sandelholzartige (Santalales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00324

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Siehe auch: Arzneipflanzen Giftpflanzen


Misteln sind immergrüne Halbschmarotzer, welche typischerweise auf Bäumen vorkommen. Im Winter sind sie auf Laubbäumen schon von weitem zu erkennen. Es handelt sich um einen Epiphyt, also eine Pflanze, welche auf anderen Pflanzen wächst.

Die Familie der Mistelgewächse umfasst etwa 1.300 Arten, von denen nur 4 in Europa vorkommen und nur die Extrakte aus Viscum album werden arzneilich genutzt. Gelegentlich wird die Gattung Viscum auch als eigene Familie (Viscaceae) aufgefasst. Die Mistel kommt in Europa, Westasien bis zum Himalaya und Nord-Westafrika vor. In Nordamerika ist sie nur selten anzutreffen.

Neben dem Anspruch an bestimmte Bäume ist die Mistel auf eine hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen. Sie kommt daher auf in Flusstälern, Auen etc. vor.

Sie bevorzugt geschützte Lagen mit milden Wintern. Sie ist weit verbreitet, jedoch insgesamt selten bis zerstreut. An ihren Vorkommen bildet sie oft größere Bestände auf einem oder mehreren Bäumen aus. Sie kommt häufiger auf Wirtspflanzen vor, die durch Kultivierung oder Züchtung verändert sind. In Höhenlagen findet man sie bis in etwa 1.200 Meter Höhe. Gelegentlich können Misteln lokal gehäuft (z.B. in Flusstälern) vorkommen und viele Bäume verletzen. Hier werden die Misteln gezielt bekämpft.

Mistel mit Früchten
Mistel mit Früchten

Die Mistel ist eine wirklich einmalige Pflanze und unterscheidet sich in sehr vielen Aspekten von den meisten anderen Pflanzen:

1. Sie wächst nur auf Bäumen und nicht auf der Erde. Da sie wichtige Mineralstoffe u.ä. nicht aus dem Boden ziehen kann, muss sie als Ausgleich an den Bäumen schmarotzen. Ihre Nährstoffe erzeugt sie später durch Photosynthese in ihren Blättern selbst.

2. Sie blüht und bildet auch Früchte im Winter. Die Früchte enthalten schon fertige Embryos und keine Samen. Es handelt sich um Lichtkeimer, welche auch als Frucht ausreichend Licht zum überleben brauchen. Daher auch die transparenter Fruchtschale, welche ausreichend Licht durchlässt.

3. Sie besitzt keine Wurzeln, sondern nur eine Art Anker (Senker), der sich in die Leitungsbahnen der Wirtspflanze bohrt. Als Halbschmarotzer entzieht sie ihm so Wasser, Mineralien und Nährstoffe, zum anderen erzeugen sie mit ihren grünen Blättern eigene Nährstoffe.

4. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Blätter. Sie sind immergrün und wachsen über die Jahre immer weiter, bevor sie dann, ohne zu welken, abfallen. Sie besitzen keine typische Ober- oder Unterseite. Beide Seiten sind mit deutlich eingesenkten Spaltöffnungen versehen und können nach oben oder unten zeigen. Die Blattnerven laufen parallel und sind nicht vernetzt.

5. Ihr Wuchs ist extrem langsam und setzt erst nach zwei Jahren mit den ersten Blättern ein. Die ersten Blüten sind nach 6 – 7 Jahren sichtbar. Sie wächst im Winter und Frühjahr. Von Juni bis zum Winter ruht die Mistel.

6. Die Mistel besitzt eine runde Gestalt und hat keinen orientierenden Bezug zur Erde oder zum Horizont. Zwischen Mai und Juli vollzieht die Mistel täglich kleine Drehbewegungen der Blätter und Zweige um sich selber auszurichten (ihren eigenen Mittelpunkt zu finden), wodurch ihr kugeliger Wuchs entsteht.

Bevorzugte Wirtspflanzen sind Pappeln oder Linden. Je nach befallener Wirts-Art unterscheidet man verschiedene Sippen, die gelegentlich auch als Kleinarten aufgefasst werden. Morphologisch lassen sie sich allerdings kaum unterschieden.

Laubbaum-Mistel (Viscum album ssp album)
Häufig befallene Laubbäume sind Apfelbaum, Walnussbaum, Schlehe, Erle, Ahorn, Pappel, Linde und nur selten auf Birken und fast nie auf [Buchen] oder Birnenbäumen. Zudem findet man Sie auffällig häufig auf Laubbäumen aus Amerika wie der Robinie, Silberahorn oder Schwarznuß. Der Befall kann auch von Gegend zu Gegend völlig wechseln.   

Tannen-Mistel (Viscum abietis / Viscum album ssp. abietis)
Sie wächst nur auf Weißtannen und nie auf Fichten. Vorkommen in etwa das Verbreitungsgebiet der Tannen.

Kiefern-Mistel (Viscum laxum / Viscum album ssp. austriacum)
Wächst nur auf Kiefern.

Wobei die Nadelbaum-Misteln sehr anspruchsvoll sind. Die Samen der Kiefer-Mistel keimen nur auf Kiefern aus und die Samen der Tannen-Mistel nur auf Tannen. Die Laubbaum-Mistel ist dagegen variabler, Mistelsamen z.B. vom Apfelbaum wachsen auch auf anderen Laubbäumen wie der Birke oder dem Walnussbaum.

Die Mistel ist zweihäusig, d.h. jede Pflanze besitzt entweder männliche oder Weibliche Blüten. Die Mistel blüht von Februar bis März. Sie sondert einen Nektar ab und lockt damit Ameisen und Fliegen an, welche sie dann bestäuben. Die sich dann entwickelnden Früchte sind im folgenden Winter reif.

Die durchscheinenden bis cremig-gelblichen (je nach Wirtspflanze), fleischigen, 6 – 10 mm großen Beerenfrüchte (Scheinbeeren) mit nur ein bis zwei Samen/Embryos sind von September bis Januar zu sehen. Allein können diese Früchte aber nicht auskeimen. Dazu benötigen sie die Hilfe von Vögeln. Einige Vogelarten spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die Misteldrossel und der Seidenschwanz, sowie einige weitere Drosseln  fressen im Winter die Beeren und scheiden die Samen unbeschadet mit Resten vom Fruchtfleisch wieder aus, welche dann an Bäumen oder Zweigen kleben und dort auskeimen können.

Die Mönchsgrasmücke kehrt im Frühjahr zu uns zurück und frisst die saftige Schale der Beeren. Das sehr klebrige Fruchtfleisch versucht sie wieder am Stamm und an Zweigen abzustreifen und „klebt“ damit zugleich die Samen an den Baum. Aus diesem Samen keimen dort wieder neue Misteln.

Die Mistel-Embryonen sind sehr widerstandsfähig, sie können unbeschadet über den Winter an den Bäumen kleben und dann im Frühjahr austreiben. Für ihre Entwicklung benötigen sie etwa 9 Monate. Sie entwickeln sich auf jungen Wirtsbäumen bzw.-zweigen besonders gut.

Wenn die Mistel auszutreiben beginnt, bildet sie einen kleinen Stängel, an dem eine Haftscheibe wächst. Hieraus bildet sich ein kleiner Senker der in den Baum bis zu den Leitungsbahnen vordringt und nun die Mistel ernährt, da sie noch keine eigenen Blätter besitzt. Dieses „Anwachsen“ dauert allein schon fast ein ganzes Jahr. Dieses Jahr ohne Wasserversorgung kann der Keimling nur in Gebieten mit hoher Luftfeuchte überstehen.  Wächst der Baum weiter verlängert sich der kleine Stängel, aber die Mistel wächst nicht tiefer in den Baum hinein. Im Folgejahr bilden sich die ersten zwei Blätter. An der Stängelgabelung bildet sich nun in jedem Frühjahr ein Paar neuer Blätter mit einem Stängel und später mit Blüten.

Ältere Mistel

Die fast kugelige, leicht verholzte, strauchartige Mistel wächst durch immer neue Verzweigungen auf eine Höhe von bis zu einem Meter. Jeder kleine Ast endet in einem Blütenstand und zwei Seitensprossen, welche dann wieder gabelig verzweigen. An diesen Gabelstellen brechen die Zweige leicht ab. Die Rinde ist intensiv grün. Die ledrig dicken, immergrünen, gegenständigen, ungestielten Blätter wachsen zungenförmig bis spatelig  und sind 2 – 8 cm lang und in der Mitte mit etwa 1,5 cm am breitesten. Die Blätter fallen nach etwa 2 Jahren grün ab.

Die aus vier kleinen, gelblich-grünen Kronblättern bestehenden Blüten sitzen zu dritt oder fünft als endständige Trugdolden mit vierteiliger Blütenhülle an den Zweigspitzen.

Da die Mistel zweihäusig ist, gibt es Pflanzen mit männlichen und Pflanzen mit weiblichen Blüten. Bei den großen, männlichen Blüten sind die Staubblätter mit der Blütenhülle zu einer Röhre verwachsen. Nach innen finden sich zahlreiche Pollenfächer. Den unscheinbaren, kleinen, weiblichen Blüten fehlt ein Griffel, d.h. die Narbe sitzt direkt auf dem Fruchtknoten. Die Blütenhülle ist drei- oder vierteilig.

Misteln können etwa 30 Jahre alt werden. Der lateinische Name Viscum bedeutet Klebstoff und nimmt Bezug auf das klebrige Fruchtfleisch (auch Vogelleim genannt). Von dem Namen Viscum stammt auch der Begriff Viskose (Baumwolle) welche an den Blüten der Pflanzen „klebt“.

Eine verwandte Mistelart ist die Eichenmistel (Loranthus europaeus), welche ganz ähnlich wie Viscum album aussieht, jedoch sommergrün ist, zwischen Mai und Juni blüht und über keine eingesenkten, sonder aufliegende Spaltöffnungen verfügt. Die Mistelzweige bleiben immer grün, da sie im Gegensatz zur Eichemistel keinen Kork bildet.

Mistel mit Blüten

Die Mistel als Arzneipflanze
Die Mistel spielt vor allem in der Krebstherapie eine wichtige Rolle, auch wenn sie immer noch kontrovers diskutiert wird. Etwa 40 – 50% der Krebspatienten erhalten heute eine komplementäre Misteltherapie. Die Misteltherapie wurde 1920 von Rudolf Steiner (Begründer der Anthroposophischen Medizin)  in der Krebstherapie eingeführt. Meist wird sie begleitend zu einer konventionellen Therapie (Chemotherapie, Strahlentherapie oder Operation) und zur Rezidivprophylaxe eingesetzt. Die Misteltherapie kann auch schon vor der konventionellen Therapie beginnen. Allerdings nie während eines akuten Infekts oder direkt vor einem Eingriff, da dass Immunsystem sonst schnell überfordert wäre.

Wichtige Inhaltstoffe der Mistel sind:

Mistellektine (vor allem die Gemische ML 1,2 und 3 sind bedeutsam), sind Mischungen von Glykoproteine welche nur in Misteln vorkommen und u.a. mit bestimmten Blutsubstanzen wie Makrophagen oder Leukozyten reagieren. Zudem binden sie sich besonders intensiv an Tumorzellen. Es gibt Hinweise, dass die Mistellektine Tumorzellen im Wachstum hemmen (Zytostase) bzw. z.T. sogar gezielt absterben lassen können (Apotose). Dies ist besonders wichtig, da Krebszellen sich ja vor allem dadurch auszeichnen, dass keine Apotose stattfindet (ungehemmtes Wachstum). Allerdings reagieren nicht alle Tumore auf Lektine gleich und einige sogar gar nicht. Mistellektine kommen in älteren Zweigen im Winter besonders konzentriert vor. Je nach Wirtsbaum kommen unterschiedliche Mistellektine in unterschiedlichen Konzentrationen vor; in den „Pappelmisteln“ ist der Gehalt besonders hoch. Die zytotoxische Wirkung der Lektine lässt nach einigen Wochen nach, da der Körper dann Antikörper gegen die Lektine gebildet hat und die Lektine „unschädlich“ macht. Dafür überwiegt dann die immunstimulierende Wirkung.

Viscotoxine (u.a. A2, A3 und B) sind Polypeptide (Eiweiße), welche im Tierversuch giftig wirken. Bei Injektionen wirken sie wie Insektengift und verursachen Quaddeln bis Nekrosen, so aktivieren sie in kleinen Dosen die zelluläre Immunabwehr. Sie kommen vor allem in den jungen Pflanzenteilen vor. Besonders im Sommer ist der Gehalt an Viscotoxinen am höchsten.

Lektine und Viscotoxine besitzen zudem zytotoxische Eigenschaften.

Viscumproteine In dem Proteingemisch, vor allem der Blätter und Stängel, finden sich einige basische Proteine mit stark kanzerostatischen (Krebs hemmenden) Eigenschaften. Sie wirken vergleichbar den Chemotherapeutika. Allerdings lösen sie eine starke Immunantwort des Körpers aus, so dass bei zu hoher Dosierung das Immunsystem zusammenbricht. Folglich können sie nur unterstützend, niedrig dosiert, eingesetzt werden.

Viscumsäuren sind Polysaccharide, welche u.a. das Immunsystem stimulieren und eine Tumor protektive Wirkung entfalten. Die Tumor kurative Wirkung ist noch umstritten.

Mistel Habitus

Weiterhin finden sich in Misteln Aminosäuren, Flavonoide, Phytosterole, Triterpene und Lipide. Die Wirkstoffe finden sich in der gesamten Pflanze. Sie sind aber in ihrer Konzentration und Verteilung von der Art der Wirtspflanze und der Jahreszeit abhängig. So sind z.B. im Winter allgemein höhere Konzentrationen an Mistellektinen zu finden.

Man unterscheidet Extrakte von Viscum album M (lat. Mala=Apfel), Viscum album Q (lat. Quercus = Eiche), Viscum album P (lat. Pinus-Kiefer) und Vicum album A (lat. Abies=Tanne).

Die Mistelextrakte reduzieren die schädlichen Wirkungen der Strahlen- und Chemotherapie auf  das menschliche Erbgut und sie hemmen das Wachstum bestimmter Tumorzellen. Zudem wird das Immunsystem aktiviert. So verlängert sich die Überlebenszeit und die Lebensqualität (u.a. in Bezug auf: Appetit, Stimmung, Leistungsfähigkeit und Infektanfälligkeit) steigt.

Allgemein gilt, dass Mistelextrakte in niedrigen Dosis-Konzentrationen das Immunsystem stärker angeregen und in höheren Dosierungen die zytostatischen Wirkungen überwiegen. Alle Anthroposophischen Mistelpräparate werden typischerweise unter die Haut (subkutan), selten auch direkt in den Tumor oder in Körperhöhlen gespritzt.

Die Misteltherapie ist grundsätzlich gut verträglich. Nebenwirkungen sind eher selten und betreffen zum einen Rötungen an der Einstichstelle, allergische Reaktionen und zum anderen leichte Grippesymptome bei Therapiebeginn, was auf eine Aktivierung des Immunsystems hindeutet und durchaus gewollt ist. Ist die Rötung zu stark oder groß, sollte die Dosis reduziert werden. Zeigt sich keine Rötung, sollte die Dosis erhöht werden. Da die Misteltherapie sehr individuell eingestellt und meist langsam gesteigert wird, sollte zu Beginn der Therapie die Verabreichung immer in der Arztpraxis erfolgen. Später kann der Patient sich selber oder von seinen Angehörigen spritzen lassen. Die Misteltherapie ist auch in der Schwangerschaft und Stillzeit möglich.

Mistelextrakte werden auch gegen rheumatische Erkrankungen gespritzt. Allerdings muss dort vorsichtig dosiert werden, um keine Nekrosen an den Einstichstellen zu erzeugen.

Als Pflanzendroge (DAB 10) kommt das getrocknete Mistelkraut (Visci herba) mit jungen Zweigen (frei von verholzten Teilen), Blättern, Blüten und gelegentlich Früchten zum Einsatz. Sie wird als Tee gegen Bluthochdruck und Arteriosklerose (aufgrund der Flavonoide) eingesetzt; Volkstümlich auch gegen Keuchhusten, Schwindel, Epilepsie, Durchfällen und Gelenkerkrankungen.

In der Homöopathie wird die Mistel bei Erkrankungen der Blutgefäße, der Gelenke, des Herzens und des Bewegungsapparates eingesetzt.

Um den Gehalt an Viscotoxinen in Teezubereitungen niedrig zu halten, sollte dieser nur kalt zubereitet werden. Eine längere Einnahme von Mistel-Tee sollte vermieden werden, da sich u.a. entzündliche Lebererkrankungen ausbilden können.

Die Wirkung bei oraler Einnahme (z.B. als Tee) ist nicht hinreichend belegt.

In Kombi-Fertigarzneimitteln werden Mistelextrakte auch gegen zu hohen Blutdruck und Arteriosklerose eingesetzt, wobei die Wirksamkeit in diesen Indikationsgebieten umstritten ist.

Die Mistel ist zur Selbstmedikation nicht geeignet.

Bekannte Mistel-Fertigarzneimittel sind u.a. die anthroposophischen Produkte Iscador, Helixor mit Extrakten von unterschiedlichen Wirtsbäumen, sowie die nicht- anthroposophischen Produkte wie z.B. Lektinol oder Eurixor, welche aus Misteln von Pappeln gewonnen werden. Die pflanzlichen Mistelpräparate werden immer in gleichbleibenden Dosierungen gespritzt, während die anthroposophischen Produkte eine langsame Dosissteigerung vorsehen.

Die Mistel als Giftpflanze
Die Mistel enthält das giftige Viscotoxin, allerdings in den Scheinbeeren nur in geringer Konzentration.

Leichte Vergiftungen können durch den Verzehr von Mistelbeeren aus Mistel-Schmuck als Glücksbringer zu Weihnachten bei Kleinkindern oder Haustieren entstehen, welche dann harmlos oder mit leichten Durchfällen verlaufen.

Vergiftungen durch Mistelfrüchte zeigen sich durch Blutdruckabfall, Gefäßerweiterung, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall und eine Schwächung der Atmung. Bei Vergiftungen sollte man ein Erbrechen auslösen, Aktivkohle geben und viel Flüssigkeit zuführen.

Insgesamt gilt die Mistel als schwach giftig. Vergiftungen sind, auch aufgrund des Vorkommens auf Bäumen, von Wildpflanzen kaum bekannt. Dies hängt auch damit zusammen, dass bei peroraler Aufnahme die Giftstoffe kaum resorbiert werden.

Wird dieselbe Menge Mistelextrakt je doch i.V. gespritzt kann es von zeitweisen Herzstillständen bis zum Tode führen.

Viele Misteln am Wirtsbaum

Die Mistel in der Geschichte
Von den Kelten wurde die Mistel als Dämonen und Unheil abwehrende Pflanze verehrt. Die Gallier und Briten hielten die auf alten Eichen wachsenden Misteln für heilig. Für die Druiden gab es feste Regeln, wie die Mistel zu schneiden waren, z.B. mit goldenen Messern und in bestimmten Mondphasen.

Auf diese Bräuche gehen auch die in der Weihnachtszeit aufgehängten Mistelzweige zurück.

In der antiken und germanischen Mythologie hat die Mistel ebenfalls eine große Bedeutung. Z.B gilt bei Aeneas die Mistel als „die goldene Zauberrute“, welche den Weg in die Unterwelt öffnet.

Mit ihrer gabeligen Wuchsform ist die Mistel das Vorbild für die Wünschelrute.



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