Hohes Veilchen

Hohes Veilchen (Viola elatior)

Gattung: Veilchen (Viola)
Familie: Veilchengewächse (Violaceae)
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00321

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Die Gattung Viola zu der auch das Hohe Veilchen gehört, ist in Europa die einzige Gattung der Familie der Veilchengewächse (Violaceae).

Die Art ist von Frankreich bis nach Mittelsibirien, mit einem Verbreitungsschwerpunkt in Osteuropa, anzutreffen. Das Hohe Veilchen bevorzugt nasse, nährstoffreiche, kalkhaltige Lehm-, Kies oder Tonböden in sonniger oder halbschattiger Lage. Man findet es typischerweise in hellen Auwäldern, an Wegrändern oder Gebüschen entlang von Flußauen oder auf Sumpfwiesen. Daher wird sie auch als Stromtal-Veilchen bezeichnet. Oft wächst es in Bereichen, die regelmäßig überschwemmt werden. Wird es von Schilf umwuchert, kann es durch den Lichtmangel nicht überleben. Auf nährstoffreichen Böden ist das konkurrenzschwache und Licht liebende Hohe Veilchen auf Bodenstörungen angewiesen, da es sonst schnell überwuchert und verdrängt wird.

Auf Wiesen verträgt es das Mähen ab August. In den letzten Jahrzehnten sind viele für das Hohe Veilchen geeignete Biotope durch den Menschen verloren gegangen, so dass es zunehmend selten vorkommt und hochgradig gefährdet ist.  Das Hohe Veilchen ist als Rote Liste Art gesetzlich geschützt.

Es handelt sich um eine 20 – 50 cm hohe Pflanze mit aufrechtem, kräftigem Stängel, auf dessen Kanten gerade, kurze Haarlinien wachsen. Die grundständigen Blätter fehlen ganz. Die Stängelblätter wachsen eng am Stängel.

Die hellgrünen, 3 – 7 cm langen und 1 – 2 cm breiten, lanzettlichen Blätter sind an dem fein gekerbten Rand und auf den Blattnerven kurz behaart. Der 2 – 4 cm lange Blattstiel ist schwach geflügelt. Die ganzrandig oder leicht gezähnten Nebenblätter sind etwa so lang wie der Blattstiel der normalen Blätter.

Blütenstand Hohes Veilchen

Die hellblauen, fünfzähligen, zwittrigen Blüten mit einem Durchmesser von etwa 1,5 bis 2,5 cm. Die 4 – 10 cm langen Blütenstiele entspringen einzeln aus den Achseln der oberen Blätter. Die fünf nicht verwachsenen, an den Rändern oft behaarten Kronblätter sind hellblau bis weißlich. Die seitlichen, unten bärtigen, eiförmigen Blütenblätter sind schräg abwärts gerichtet. Das untere, weißliche Blütenblatt ist von dunkelvioletten Adern durchzogen. Der grünliche, 2 – 4 mm große Sporn wächst gerade. Am Grund des Sporns findet sich ein weißer Honigfleck und auf den seitlichen Kronblättern dunkle Honigstriche.  Der oberständige Fruchtknoten besteht aus drei Fruchtblättern. Der Griffel ist auch an der Spitze behaart. Die fünf, breit-lanzettlichen, mit Anhängseln 6 -12 mm langen Kelchblätter enden in einer Spitze.

Die zugespitzte Kapselfrucht springt dreiklappig auf. In der Frucht bildet sich ein Ölkörper, welcher die Samen mit Ölzellen versieht.

Die 1,8 – 2,2 mm langen Samen enthalten Nährgewebe. Die Samen werden von Ameisen gesammelt und so verbreitet.

Blütendetail Hohes Veilchen

Die Blüten besuchenden Insekten stecken ihren Kopf nach unten in den Blüteneingang, an welchem sich auch die Staubblätter befinden. Die Narbenöffnung   enthält Schleim, welcher bei Druck austritt und die Pollen aufnehmen und gut transportieren kann.

Man kann zwei Blütenformen bei dem Hohen Veilchen (und vielen anderen Veilchenarten) unterscheiden. Zunächst bilden sich im Frühsommer die für die Fremdbestäubung wichtigen Blüten (chasmogame Blüten) und im Verlauf des Sommers dann die kronblattlosen Blüten (kleistogame Blüten) für die Selbstbestäubung, so dass sich die Art auch ohne Fremdbestäubung erfolgreich vermehren kann.

Das Hohe Veilchen blüht im Frühsommer zwischen Mai und Juli. Die Samenverbreitung erfolgt durch einen Schleudermechanismus.

Die Vermehrung der Pflanze kann auch vegetativ über Wurzelsprosse erfolgen.

Die Arten der Gattung Viola gelten als bestimmungskritisch, da sie sich leicht untereinander kreuzen und die Bastarde teilweise fertil sind.

Das Hohe Veilchen als Gartenpflanze
Die Art lässt sich einfach kultivieren und wird gelegentlich als dekorative Gartenpflanze auf feuchten Böden gepflanzt.

Habitus Hohes Veilchen



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