Gold-Fingerkraut

Gold-Fingerkraut (Potentilla aurea syn. Potentilla halleri)

Gattung: Fingerkräuter (Potentilla)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00320

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Siehe auch: Arzneipflanzen


Das Gold-Fingerkraut ist in den Gebirgen, vorwiegend zwischen 1.500 und 2.500 Metern, Mittel- und Südeuropas heimisch. Man findet die Licht liebende Art bevorzugt auf trockenen, nährstoff- und kalkarmen Böden mit Sand- oder Lehmcharakter. Es wächst oft in individuenreichen, lockeren Beständen auf saueren, alpinen Bergmatten oder Magerrasen vor. Die Art kommt selten vor und gilt als schonungsbedürftig, ist aber nicht gesetzlich geschützt. Sie ist eine Zeigerpflanze für Stickstoff arme Böden.

Das Gold-Fingerkraut gehört zu der Gattung Potentilla, die mit etwa 300 Arten auf der Nordhalbkugel, davon ca. 75 Arten in Europa vertreten ist.

Habitus Gold-Fingerkraut

Es handelt sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze. Der bogig aufsteigende, im oberen Bereich verzweigte, anliegend behaarte Stängel erreicht eine Wuchshöhe von etwa 20 - 35 cm. Die handförmigen, fünfzählig gefingerten, glänzend grünen Grundblätter sind oberseits kahl und unterseits auf den Nerven und an den Blatträndern seidig glänzend behaart. Der  1 – 5 cm lange Blattstiel ist anliegend behaart. An der vorderen Blatthälfte 2 – 5 nach vorn gerichtete Zähnchen. Die eiförmigen Teilblättchen sind 1,5 bis 2,5 cm lang und höchstens halb so breit.

Die Nebenblätter der Grundblätter sind angewachsen und besitzen kleine lanzettlich-spitze Öhrchen. Die oberen Stängelblätter wachsen lanzettlich.

Das dicke, verzweigte und sich verwurzelnde Rhizom ist von braunen Blattresten bedeckt.

Blüte Gold-Fingerkraut

2 – 5 langgestielte, zwittrige Blüten stehen in einem traubigen Blütenstand, der doldig eingeebnet ist. Die Blütenachse hat eine schüsselartige Form. Die Blütenstängel sind seitlich-niederliegend oder aufsteigend von 5 – 20 cm Länge und mit 1 -9 Einzelblüten versehen..

Die goldgelben, fünfzähligen, etwa 1,5 bis 2,5 cm großen Blüten besitzen am Grund einen dunkel orangefarbenen Fleck.

Der Außenkelch mit eiförmigen, lang behaarten Blättern und der Innenkelch mit breit-lanzettlich bis dreieckigen Blättern sind gleich lang, mit jeweils 5 Kelchblättern; die 5 verkehrt eiförmigen, ausgerandeten, goldgelben Kronblätter sind mit 6 – 10 mm etwa doppelt so lang. Zahlreiche Staubblätter vorhanden. In der Mitte des behaarten Blütenbodens finden sich Köpfchen mit etwa 30 Fruchtblättern (Karpellen), die sich zu einsamigen, kahlen Nüsschen entwickeln.

Es blüht zwischen Juni und September. Die Blüten werden vorwiegend von Fliegen bestäubt. Der Name Fingerkraut beruht auf dem Finger artigen Aussehen der Grundblätter.

In Südeuropa bis nach Asien wächst in den Gebirgen auf Kalkböden das ähnlich aussehende Zottige Fingerkraut, welches aufgrund der starken abstehenden Behaarung erkannt werden kann.

Blütenpaar Gold-Fingerkraut

Gold-Fingerkraut als Arzneipflanze
Das Gold-Fingerkraut wird volkstümlich als Gerbstoffpflanze u.a. als Tee gegen Durchfälle eingesetzt. Auch bei schlecht heilenden Wunden werden Zubereitungen des Gold-Fingerkrauts äußerlich angewendet. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum kann es auch zu Spülungen genutzt werden. Es insgesamt ist in seiner Wirkung dem Aufrechten Fingerkraut unterlegen.

In der Homöopathie wird das getrocknete, zur Blütezeit geerntete Kraut verwendet.

Gold-Fingerkraut als Gartenpflanze
Gelegentlich wird es in nährstoffarmen Steingarten als dekorative Zierpflanze gezogen. Es bildet sehr schöne gelb leuchtende Polster aus.



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