Benediktenkraut

Benediktenkraut (Cnicus benedictus)
syn. Bitterdistel, Benediktendistel, Spinnendistelkraut

Gattung Benediktenkraut (Cnicus)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Ordnung: Korbblütengewächse (Asterales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
Mail: mail@natur-lexikon.com

Dokument: MZ 00317

► mehr Pflanzen

Siehe auch: Arzneipflanzen Giftpflanzen


In der Gattung Cnicus steht das Benediktenkraut allein.

Das Benediktenkraut ist ursprünglich im gesamten Mittelmeergebiet, heute auch in Südamerika und Teilen Afrikas, heimisch und wird in weiteren Gebieten angebaut. Sie wächst auf trocknem, sonnigen Acker- und Ödland. Auf fetten und schweren Böden gedeiht das Benediktenkraut nicht. In Mitteleuropa ist der Anbau selten, da die Pflanze aus Südeuropa importiert wird. Eine Verwilderung in Deutschland ist selten und unbeständig.

Es handelt sich um eine einjährige 20 – 70 cm hohe, krautige, auffällige Pflanze mit distelartig steifem Aussehen.

Benediktenkraut

Der aufrechte, stark verzweigte, fünfkantige und 1 cm dicke, furchige Stängel ist zottig, im oberen Abschnitt drüsig behaart.

Die wechselständigen, ledrigen, gewellten Blätter sind spinnenartig zottig behaart. Sie sind unterseits hellgrün mit deutlicher Nervatur und besitzen eine längliche Form. Die unteren, gestielten Blätter sind etwa 30 cm lang und 8 cm breit, stark gesägt bis fiederteilig. Die oberen gelappten Blätter sind kleiner und Stängel umfassend, die ganz oberen ei-lanzettlichen Blätter sind dann noch kleiner und stark stachelspitzig; sie treten im Blütenbereich gehäuft auf. Die kleinen und größeren Stacheln stehen einzeln.

Blüte Benediktenkraut

Die gelben, fünfzipfeligen, röhrigen Blüten mit doppeltem Pappus (10 lange und 10 kurze Borsten) stehen in dichten, kräftigen, endständigen, von den oberen Blättern eingehüllten, gelb leuchtenden, 3 – 4 cm großen Blütenkörbchen. Die äußeren kleinen Blüten sind steril und die längeren inneren Blüten zwittrig. Es finden sich nur Röhrenblüten. Die großen, grünen, in wenigen Reihen stehenden Hüllblätter sind eiförmig-lanzettlich; die inneren Hüllblätter besitzen fiederartig verzweigte Stachel, die äußeren Hüllblätter nur einfache Stachel. Der Blütenboden besitzt zahlreiche Spreublätter.

Das Benediktenkraut blüht von Mai bis August. Die knapp 8 mm langen, zylindrisch schwach gebogenen, gelb-braunen Früchte besitzen einen zweireihigen Haarkranz. Sie sind kahl, an der Spitze mit gezähntem Rand und besitzen Längsrippen.

Der Gattungsname Cnicus bezieht sich auf das griechische Wort knizein (=quälen) aufgrund seiner vielen Stacheln. Seinen deutschen Namen erhielt es, weil es in den Klostergärten der Benediktiner im Mittelalter angebaut wurde.

Stiel Benediktenkraut

Benediktenkraut als Arzneipflanze
Arzneilich verwendet wird das Benediktenkraut (Cardui benedicti herba), welches aus zur Blütezeit geernteten getrockneten Blättern und Zweigspitzen mit Blütenköpfchen besteht. Die Sammeldroge ist aufgrund der starken Behaarung intensiv verfiltzt. Benediktenkraut ist eine Bitterstoffdroge mit einem Bitterwert von mind. 800. Die Droge schmeckt stark bitter und riecht nur schwach.

Als wichtige Inhaltstoffe finden sich vor allem Bitterstoffe wie das Cnicin (ein Sequiterpenlacton), Flavonoide, Triterpne und kleine Mengen ätherische Öle. Zudem finden sich mit 10-15% sehr viele Mineralstoffe, vor allem Kalium und Magnesium. Für den bitteren Geschmack vieler Pflanzen der Asterales sind die Sequiterpenlactone verantwortlich. Sie wirken zudem entzündungshemmend, zytotoxisch und z.T. fungitoxisch und antibakteriell. Als reine Wirksubstanzen werden Sequiterpenlactone bislang kaum genutzt.

Blatt Benediktenkraut

Das Benediktenkraut wird hauptsächlich als Bittermittel zur Anregung der Verdauungssaftsekretion bei Verdauungsstörungen, allgemeinen dsypeptischen Beschwerden, Appetitlosigkeit und Gallenleiden genutzt. Aufgrund des hohen Kaliumgehaltes wird das Benediktenkraut volkstümlich auch als harntreibendes Mittel verwendet.

Auch in einigen Gallentees,  Fertigarzneimitteln und als Bittermittel in Kräuterlikören kommen Pflanzenauszüge des Benediktenkrautes zum Einsatz.

In der Volksheilkunde wird es neben dem Einsatz als Bittermittel auch äußerlich als Aufguss bei Geschwüren, Erfrierungen und zur Wundheilung genutzt. In der Homöopathie wird es bei chronischen Lebererkrankungen eingesetzt.

Die Früchte enthalten Fette Öle welche für die Herstellung von Seifen genutzt werden können.

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Benediktenkraut nicht angewendet werden. Auch bei vorliegenden Magen- oder Darmgeschwüren oder übermäßiger Verdauungssaftproduktion sollte es nicht genutzt werden.

Die Gewinnung der Pflanze erfolgt im Wesentlichen durch Wildsammlung.

Verfälschungen sind sehr selten, da die Pflanze äußerlich sicher erkannt werden kann.

Benediktenkraut als Giftpflanze
Einige Inhaltstoffe des Benediktenkraut wirken schwach giftig. Vor allem gilt dies für das Cnicin.

Cnicin kann äußerlich starke Kontaktdermatiden verursachen. In zu großen Mengen führt es innerlich zu Brennen und Hitze im Mund- und Speiseröhrenbereich, sowie zu Übelkeit und Erbrechen in Verbindung mit starken Koliken.

Auch das Benediktenkraut kann die Korbblütlerallergie auslösen oder verstärken.

Benediktenkraut verblüht



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Benediktenkraut

Natur-Lexikon.com