Orientalischer Mohn

Türkischer Mohn (Papaver orientale)
syn. Orientalischer Mohn, Garten Mohn, Stauden Mohn

Gattung: Mohn (Papaver)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Ordnung:
Hahnenfußartige (Ranunculales)
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00316

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Siehe auch: Gartenpflanzen Giftpflanzen


Der Türkische Mohn ist ursprünglich im Kaukasus, Armenien, Nordtürkei und dem Nordiran heimisch. Er wächst in Höhenlagen bis 2.000 Meter Höhe. Inzwischen ist er als Gartenpflanze fast weltweit verbreitet. Er ist deutlich größer und kräftiger, als der bei uns beheimatete Klatschmohn. Die Gattung Papaver umfasst etwa 100 Arten mit einem Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeerraum und Asien.

Es handelt sich um eine einjährige, krautige bis buschig wachsende Pflanze mit Milchsaft führenden Stängeln und einer Wuchshöhe von etwa 1,5 Meter und einer Wuchsbreite von gut einem Meter. Er zieht die Blätter im Sommer nach der Blüte ein und treibt im Herbst neu aus, so dass er grün überwintert.

Türkischer Mohn

Aus der grundständigen Blattrosette wachsen mehrere aufrechte, wenig verzweigte Stängel. Die wechselständigen, fiederteiligen, bis 30 cm langen, gezähnten, graugrünen Laubblätter sind deutlich gestielt, führen ebenfalls Milchsaft und besitzen keine Nebenblätter. Blätter und Stängel sind weiß, borstig behaart.

Die auffälligen, endständigen, schalenförmigen, leuchtend roten Blüten sind bis 10 cm im Durchmesser groß und stehen einzeln (nickend oder aufrecht) in den Achseln der Blätter. Sie sind lang gestielt und bereits vor dem Aufblühen nickend. Die vier, oft am Grund schwarz gefärbten Kronblätter sind bereits in der Knospe geknittert. Die zwei Kelchblätter sind stark behaart.

Der Türkische Mohn ist eine Pollenblume ohne Nektar oder Duft. Die Bestäubung der zwittrigen Blüten findet durch Insekten statt, welche auf der großen festen Narbe landen. Unterhalb der Blüte wachsen bis zu 4 etwa 5 cm lange kelchblattartige Blätter. Die fünf Kelchblätter selber sind etwa 6 – 8 cm lang.

Knospe Orientalischer Mohn

Der Fruchtknoten ist oberständig und ist von dunklen Staubfäden mit dunklen Staubbeuteln umgeben. Die Narben sitzen strahlenförmig auf der Oberseite des Fruchtknotens.

Der Türkische Mohn blüht in den Monaten Mai und Juni. Die Samenreife erstreckt sich dann bis zum August. Die Samen sind nierenförmig mit netzartigen Strukturen. Sie enthalten ölhaltiges Nährgewebe. Die vielsamige, einfächrige, etwa 3 cm lange Kapselfrucht wächst aufrecht keulenförmig und öffnet sich unterhalb der Narbe mit zahlreichen Löchern. Vom Wind werden die Samen dann aus der Frucht herausgeschleudert.

Die tiefgehenden, leicht brüchigen Wurzeln sind fleischig und lang.

Blütendetail

Türkischer Mohn als Giftpflanze
Im Milchsaft der Kapselfrucht finden sich bis zu 3% Alkaloide wie z.B. Thebain (Codein-Vorstufe) und Oripavin. Beide sind mit dem Morphin, dem Inhaltstoff des Schlafmohns, verwandt. Sie können in höheren Dosen zu krämpfen führen. In niedrigen Dosen wirken sie stimmulierend und sind daher im Betäubungsmittelgesetz aufgenommen.

Allerdings unterliegt der Türkische Mohn – im Gegensatz zum Schlafmohn – keinem Anbauverbot.

Habitus Türkischer Mohn

Türkischer Mohn als Gartenpflanze
Es handelt sich um eine unproblematische Staudenpflanze zur Beet- und Staudenbepflanzung, welche eine sonnige Lage und frischen, durchlässigen Boden benötigt. Staunässe verträgt er nicht. Der Pflanzabstand sollte etwa 80 cm betragen.

Der Türkische Mohn kann auch als Schnittblume (knospig schneiden) genutzt. werden. Er ist frosthart und benötigt keinen Winterschutz. Trockenphasen übersteht er gut.

Er kann nach der Blüte durch Teilung oder durch Wurzelschnittlinge im Winter vermehrt werden. Zudem kann sich der Türkische Mohn durch Ausläufer ausbreiten. Wegen der kräftigen Wurzel sollte der Türkische Mohn nicht verpflanzt werden.

Im Handel finden sich zahlreiche Saatgut Züchtungen, welche sich vor allem in der Blütenfarbe (weiß, orange, rot, rosa) unterscheiden. Bei vielen Züchtungen handelt sich um Kreuzungen mit P. bracteatum (Arzneimohn).

Einzelblüte Orientalischer Mohn



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Türkischer Mohn

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