Schnittlauch

Schnitt-Lauch (Allium schoenoprasum)
syn. Binsenlauch, Graslauch

Gattung: Lauch (Allium)
Familie: Lauchgewächse (Alliaceae) vormals Liliaceae
Ordnung:
Spargelartige (Asparalgales)
K
lasse: Einkeimblättrige (Monocotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Matthias Zimmermann
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Dokument: MZ 00314

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Siehe auch: Arzneipflanzen Gartenpflanzen Nutzpflanzen


Der Schnitt-Lauch ist eine häufig angebaute Nahrungspflanze, sowie eine Wildpflanze welche in den Gebirgen Europas, sowie von Asien bis Nordamerika vorkommt. Sie wächst als Wildpflanze bis etwa 2.500 Höhenmeter auf nassen Wiesen, Flachmooren, feuchten Hängen oder an Flüssen und Bächen im steinigen Uferbereich. Er bevorzugt nährstoffreiche, feuchte, lockere Böden mit hohem Steinanteil in sonniger oder halbsonniger Lage. Er bildet kleine Horste in lockeren Beständen aus. Der Schnittlauch verbreitet durch seine schwefelhaltigen Senföle einen für Lauchgewächse typischen Geruch.

Die Gattung Allium ist mit 700 Arten weltweit sehr groß. In Europa kommen davon etwas über 100 Arten vor. Allium schoenoprasum ist eine sehr variable Art, von der mindestens 2 Unterarten, die Wildform mit deutlich kräftigerem Stängel und die Kulturform parallel vorkommen. Zudem kommen fast alle dazwischen liegenden Formen vor.

Habitus schnittlauch

Es handelt sich um eine mehrjährige, horstbildende, ausdauernde Pflanze der Lauchgewächse. Sie erreicht eine Wuchshöhe von etwa 10 – 40 cm. Der grüne, runde, glatte und hohle Stängel ist meist nur im unteren Bereich beblättert und wächst aufrecht. Je Pflanze bilden sich 1 – 2 röhrige, grün bis grau-grüne, grundständige, nach oben zugespitzte Blätter mit gut 35 cm Länge und 3 – 6 mm Durchmesser, die den Stängel deutlich übertreffen. Im Winter bilden sich Stängel und Blätter zurück und es verbleiben nur die Zwiebeln, aus denen im Frühjahr die neuen Pflanzen treiben.

Die Lila bis Purpur gefärbten, glockigen Blüten wachsen in einem doldigen, etwa 5 cm großen Blütenstand. Der Blütenstand bleibt stets ohne Brutzwiebeln. Er umfasst etwa 30 Einzelblüten, die rund bis eiförmig, dicht gewachsen zusammenstehen. Die zwei- bis dreilappige, weiß bis rötlich gefärbte Blütenhülle ist etwa so lang, wie der Blütenstand, überragt ihn aber nicht. Die Blütenhüllblätter sind weißlich bis rot gefärbt, sie liegen zusammen und wachsen nicht sternförmig auseinander. Die sechs Staubblätter sind kürzer als die Blütenhüllblätter. Der oberständige Fruchtknoten besteht aus drei Fruchtblättern.

Der Schnitt-Lauch blüht zwischen Mai und September. Er wird von Insekten, vor allem Bienen und Schmetterlinge bestäubt. Die Kapselfrüchte sind von den lanzettlichen Blütenhüllblättern ballonartig umgeben. Die 3-fächrigen Kapseln enthalten meist zwei schwarze Samen je Kapsel. Die Samen werden durch den Wind verbreitet.

Die länglich bis eiförmigen, dünnhäutigen, eher kleinen Zwiebeln stehen an einem verzweigten Wurzelstock zusammen. Meist sind die Zwiebeln mehrer Pflanzen nahe beieinander und bilden so kleine Horste aus.

Staängel Schnittlauch

Der Schnitt-Lauch als Nahrungspflanze
In fast jedem Kräutergarten und auf sehr vielen Küchenfensterbänken stehen Schnitt-Lauch-Pflanzen, deren röhrige Blätter als Küchengewürz verwendet wird. Zudem wird er auch oft gewerbsmäßig angebaut.

Verwendet werden die frischen, geschnitten Blätter, welche oft auch tiefgekühlt angeboten werden. Zur Trocknung ist Schnitt-Lauch nicht geeignet, da dann der Geschmack völlig verloren geht. Die Blätter sollten vor der Blüte geerntet werden. Er ist sehr leicht zu ziehen und hat keine besonderen Ansprüche an seine Umgebung.

Er wird u.a. gern zu Quark, Omeletts, Soßen, Kartoffeln, Fischgerichten oder Rührei verwendet. Oft auch mit anderen Kräutern (wie z.B. Petersilie) gemischt. Die Blätter werden etwa 2 cm über dem Boden geschnitten und wachsen das ganze Jahr über nach.

Der typische knoblauchartige Geschmack bzw. Geruch beim Schneiden wird u.a. durch schwefelhaltige Alliine in den Lauchölen hervorgerufen. Zudem enthält Schnittlauch einen hohen Anteil an Vitamin C.

Die Vermehrung erfolgt durch Saatgut oder Teilung (ab dem zweiten Jahr). Er kann ab Februar im Haus und ab April im Freiland ausgesät werden. Schnitt-Lauch sollte regelmäßig gegossen und gelegentlich gedüngt werden. Ein Winterschutz ist nicht notwendig.

Im Altertum war der Schnitt-Lauch als Gewürz noch weitgehend unbekannt. Bei uns wird er etwa seit dem Mittelalter genutzt. Wahrscheinlich ausgehend vom Mittelmeerraum.

In der Volksheilkunde wurde er früher auch bei Wurmbefall eingesetzt. Wirksam sind dabei wahrscheinlich die nichtflüchtigen Schwefelverbindungen im Schnitt-Lauch. Zudem wirkt der Schnitt-Lauch auch verdauungsfördernd, appetitanregend und schwach antiseptisch.

Andere bekannte Pflanzen der Gattung Allium, die ebenfalls entsprechende Alliine produzieren können sind u.a.:
Küchenzwiebel (Allium cepa)
Knoblauch (Allium sativum)
Bär-Lauch (Allium ursinum).



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Schnitt-Lauch

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